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Zeitleiste Verkehrstechnik für das Reisen und Fahren im Gelände

Rund 5.500 Jahre alt ist der Wagenbau. Dabei bewegten sich alle Wagen im Gelände und auf Pisten, ohne dass sie als Geländewagen betrachtet wurden. Geleisewege bestimmten die Fahrspur 1). Mit den bis ins 7. Jahrhundert BC nicht lenkbaren zweiachsigen Rad-Fuhrwerken wurden Lasten von Weide und Acker auf geraden und gebahnten Wegen zur Siedlung gezogen und bestimmten dadurch die lineare Anordnung der Häuser.

Wagen und Geländewagen zu unterscheiden setzt ein geschlossenes Verkehrsnetz mit glatten Straßen voraus, das die meisten Fahrzeuge in der Regel nicht verlassen müssen. Straßenbau und Wagenbau bedingen einander - beides ging mit dem Untergang des Römischen Reiches verloren und wurde im 19. Jahrhundert neu entwickelt. Dass eine Straße ausschließlich für Autos gebaut wird, ist eine Idee des 20. Jahrhunderts - das gab es nie zuvor.

Geländefahrzeuge entstanden daher eher nebenher im ständigen Austausch zwischen technischen Möglichkeiten, zivilen und meist militärischen Anforderungen sowie Marktbedingungen. Beweisen musste sich die Fahrzeugtechnik naturgemäß fahrend, besondere Aufmerksamkeit galt dabei den Reiseleistungen. »Weltreisen« erfolgten bis Ende des 19. Jahrhunderts in erster Linie mit dem Schiff sowie auf dem Land mit Tieren oder zu Fuss. Dann setzte sich das Automobil innerhalb weniger Jahrzehnte gegenüber diesen Konzepten durch. Die Zeitleiste enthält daher:

Die folgenden Einträge beginnen mit der Jahreszahl und dem Kürzel für das Land, in dem ein Entwicklungsschritt oder eine besondere Leistung stattfand; ein ★ Asterisk kennzeichnet etwas Erstmaliges.
Ergänzend siehe dazu die Liste der Austellungen zu Rad und Wagen sowie die Liste der Bezeichnungen für Karre, Wagen, Automobil.
Diese Liste kann synoptisch verglichen werden mit den Zeitleisten:

4. Jahrtausend vor Christus

Etwa zeitgleiche Funde von drei- und vierrädrigen Fuhrwerken in Europa und Asien, siehe Wagenbau, denen es noch lange sowohl an einer Lenkung als auch an einem Bremssystem mangelte.

Zwischen 3500 und 3200 BC finden sich

Gegen Ende des 4. Jahrtausends finden sich

3. Jahrtausend vor Christus

Die Zahl der Funde steigt mit diesem Jahrtausend steil an. Da die Funde sich einerseits an Bohlenwegen und anderseits isoliert in Mooren häufen, vermutet man einerseits einen wirtschaftlich-technischen Einsatz, andererseits auch rituelle und sakrale Bedeutung.

Um 3.000 vor Christus gibt es Hinweise darauf, dass die Drehschemellenkung (auch: Schwenkachslenkung) erfunden wurde, so dass es einfacher wurde, Hindernissen auszuweichen. Spätere Felszeichnungen zeigen eine Schleife (eine große Astgabel, furca) auf zwei Achsen, bei der die Vorderachse durch nur eine Bohrung mit der Schleife verbunden war, also über einen Zapfen gedreht werden konnte. Die Deichsel (ebenfalls in Gabelform) war an zwei Stellen fest mit der Achse verbunden.

Bremsen wurden erst auf Gefällestrecken wichtig; die einfachste Konstruktion ist die Außenbandbremse, bei der eine Kette oder ein Lederband einerseits fest am Fuhrwerk angeschlagen sind, jedoch am anderen Ende um die Achse gelegt sich aufwickeln und reibend bremsen. Oder ein Bremsschuh mit kurzer Kette wird vor das Rad gelegt. Technisch aufweniger ist die Klotzbremse mit Hebelverstärkung, die auf die Radfläche gepresst wird.

2./3. Jahrtausend vor Christus

„Streitwagen“, also von Pferden gezogene einachsige Wagen waren geländegängig und schnell. Voraussetzung für das Lenken eines Zugpferdes war der Trensenknebel, der im Südural archäologisch seit etwa 2000 v. Chr. nachgewiesen ist.

7. Jahrhundert vor Christus

15. Jahrhundert

17. Jahrhundert

18. Jahrhundert

1792 bis 1815 Französische Revolution und Napoleonische Kriege

19. Jahrhundert

1870/71 Deutsch-Französischer Krieg

1880

1890

20. Jahrhundert

1910

1914 - 1918 Erster Weltkrieg

1920

1930

1939 - 1945 Zweiter Weltkrieg

Ende des Zweiten Weltkrieges

1960

1970

1980

21. Jahrhundert

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1)
Rottländer, Rolf
Gebrauchsspuren an Wegen. Archäologische Informationen 11.2 (1988) 183-187.
2)
„kutsche, f.“, Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, digitalisierte Fassung im Wörterbuchnetz des Trier Center for Digital Humanities, Version 01/21, <https://www.woerterbuchnetz.de/DWB?lemid=K17635>, abgerufen am 28.08.2021.
3)
Szabó T., Attila
Gépkocsi vagy autó?
Erdélyi Múzeum - 1937. Új folyam 8. (42.) kötet, 4. füzet Online
4)
Erasmus Darwin's improved design for steering carriages––and cars. D. King-Hele. Notes Rec. R. Soc. Lond. 2002 56 41-62; DOI: 10.1098/rsnr.2002.0166. Published 22 January 2002
5)
Patent
6)
Ein Jahrhundert Automobiltechnik – Nutzfahrzeuge, Seite 15, 175. VDI-Verlag 1987
7)
28. Februar 1893 DRP 73515
8)
Patent 394 1807 in Paris
9)
Olaf von Fersen: Ein Jahrhundert Automobiltechnik. Personenwagen. VDI-Verlag, Düsseldorf 1986, ISBN 3-18-400620-4
10)
Patent England 5090 vom 3.2.1825; siehe auch Feldhaus: Die Technik, S. 871
11)
The Morning Chronicle (London, England), Friday, July 27, 1827; Caledonian Mercury (Edinburgh, Scotland), Thursday, December 20, 1827
12)
The Times vom 31. Dezember 1827
13)
The Bury and Norwich Post: Or, Suffolk and Norfolk Telegraph, Essex, Cambridge, & Ely Intelligencer (Bury Saint Edmunds, England), Wednesday, February 16, 1831
14)
Ronald M. Dell, Patrick T. Moseley, David A. J. Rand: Towards Sustainable Road Transport. Academic Press 2014
15)
Nationales Automobilmuseum (Hrsg.): Die großartigsten Autos des Jahrhunderts. Edition Belles Terres, Straßburg 2005, ISBN 2-913231-12-8, S. 125
16)
US patent 294930 für L. C. Taber 11. März 1884
17)
Madison Observer, 12. Januar 1885
18)
The Toronto Globe, 25. August 1885
20)
„A neat, totally enclosed system of gimbal joints and differential gearing which were the subject of a further patent filed by Whittingham, Alfred Greig, and Richard Shaw, transmitted the drive to the front wheels, which were steerable and free to tilt as required by the inequalities of the road. The front wheels were provided with driving pins, which when removed allowed the wheels to rotate independently of the driving gear, converting the engine back to a conventional traction engine“.
21)
Werner Nöther: Frühe Touristen, Straßenkarten und reiseführer. In: Sahara-Info 1988, Heft 2, S. 30-34
22)
Der Auto-Pionier auf Viktoria von Karl Benz, Mannheim / Theodor von Liebieg ; nach dem Tagebuch der beiden Benzfahrer bearb. von Paul Rainer. Reichenberg : Franz Kraus, 1937. 117 S.
23)
Die Quellen widersprechen sich im Datum (1898, 1901) und in der Zahl der Crawhez-Brüder (2 oder 3). Der Zeitungsbericht (Commemoration du premier raid effectue en auto dans le Sahara) über die Errichtung der Erinnerungsstele vom 27. Februar 1926 nennt 1898 und »des barons«, während Werner Nöther (Frühe Touristen, Straßenkarten und Reiseführer. In: Sahara-Info 1988, Heft 2, S. 30-34) 1898 den Baron Pierre de Crawhez und seinen namenlosen Chauffeur/Mechaniker aufführt. Die Mehrzahl der Quellen lässt jedoch drei Brüder am 14.02.1901 in M'zab ankommen; ein Foto zeigt diese drei im Panhard & Levassor.
Quellen: Webseite mzab mit Bezug auf »les annales du M’zab«
Joseph Segers (1898-1961) Terre mozabite. Rhapsodie saharienne (1933), S. 59 ; Au Mzab, désert dans le désert (1936)
Baron Pierre de Crawhez: Dix ans au pays du soleil. La Revue Sportive Illustrée, Brüssel 1908, Fotoalbum mit 32 Seiten mit 86 Abbildungen und 6 Tafeln
Pierre de Crawhez (1906). Les grands Itinéraires en automobile à travers l'Europe, l'Algérie et la Tunisie Namur: G.E. Bertrand.
24)
https://www.gracesguide.co.uk/Charles_Jasper_Glidden#cite_note-1
Andrew M Jepson: Around the world in a Napier : the story of two motoring pioneers. Stroud : The History Press, 2013.
25)
Croydon Guardian and Surrey County Gazette - Saturday 16 September 1899
26)
Herbert O Duncan, The World on Wheels, privately published in Paris, 1923, pp. 1060-63
27)
vielleicht mit Bezug auf den gleichnamigen Diener von Phileas Fogg, dem Protagonisten in Jules Vernes Werk In 80 Tagen um die Welt
28)
The Autocar 27.05.1905 S. 725
29)
The Engineer 1902/08/29, Balloon to Cross the Sahara, p 217; New York Times 14.09.1902 S. 18
30)
The Vindicator 20. April 2003 Seite G5
32)
Paul Graetz: Im Auto quer durch Afrika. Verlag Gustav Braunbeck & Gutenberg, Berlin 1910
http://www.paulgraetz.de
33)
Hans Koeppen: Im Auto um die Welt. Ullstein, Berlin 1908. Neubearbeitung. Ullstein, Hamburg 1935 George Schuster, Tom Mahoney: Das längste Autorennen aller Zeiten. New York – Moskau – Paris Motorbuch Verlag, Stuttgart 1997
34)
U.S. Patents 907,940; 882,986
35)
Karl Slevogt arbeitete für die Firma Spyker in Amsterdam, August 1905 - März 1906; http://www.karl-slevogt.de
36)
Thomas W. Wilby: A Motor Tour Through Canada . 1914
37)
Clifford Halle: To Menelek in a motor-car 1913
38)
Automobile Topics, Band 34, May 30, 1914. S. 205: »MARTIN TELLS OF TRANS-ANDINE TRIP«, E.E. Schwarzkopf, NEW YORK 1914
40)
Roy Chapman Andrews: Auf der Fährte des Urmenschen. Abenteuer und Entdeckungen dreier Expeditionen in die mongolische Wüste. F.A. Brockhaus, Leipzig 1927
41)
La villa nomade. L'Illustration (Paris), 27. Februar 1926, 18-19, mit Fotos.
42)
Minvielle Jean-Paul, Minvielle Nicolas, Le tourisme au Sahara : pratiques et responsabilités des acteurs, Management & Avenir, 2010/3 (n° 33), p. 187-203. DOI : 10.3917/mav.033.0187. URL : https://www.cairn.info/revue-management-et-avenir-2010-3-page-187.htm
43)
Sven Hedin: Die Flucht des Großen Pferdes. F. A. Brockhaus, Leipzig 1935 Die Seidenstraße. F. A. Brockhaus, Leipzig 1936 Der wandernde See. F. A. Brockhaus, Leipzig 1937
44)
Annemarie Schwarzenbach/Ella Maillart/Nicolas Bouvier: „Unsterbliches Blau“. Reisen nach Afghanistan. Herausgegeben und mit einem Nachwort von Roger Perret. Verlag Scheidegger und Spiess, Zürich 2003. 272 S.
45)
Pierre D'Ieteren
Images du souvenir. 25 000 kilometres of African tracks.
La Renaissance du Livre, Brussels 1951. 171 S. 136 Fotos Christian Nicolai Gorhez, Pierre d'Ieteren war der belgische Generalimporteur für VW. Außerdem dabei: Jacques Swaters, Jacques Cortvriendt
46)
Slessor, Tim (1957), First Overland: The Story of the Oxford and Cambridge Far Eastern Expedition, The Companion Book Club, London
48)
La Terre en rond. Par carnet de voyage autour du monde en 2 CV, 1960 éd. Flammarion, coll. «L'Aventure vécue»