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Distinktionsmerkmale

Stereotype sind oft an bestimmten äußeren Merkmalen erkennbar, die sich als Interpretationsschlüssel verwenden lassen, weil sie eine Einstellung spiegeln, die sich in einem typischen Verhalten äußert. Was dem einen sein Tattoo, ist dem anderen sein Aufkleber am Heck. Solche Distinktionsmerkmale werden meist unreflektiert gezeigt als Ausdruck einer Abgrenzung zu anderen:

  • Der Wackeldackel (seit 1965) hat seinen Platz am Fenster, damit er sehen und gesehen werden kann. Das Auf-und-Ab seines Kopfes verbindet ihn mit dem Wackel-Elvis (seit 2001), am Rückspiegel mit dem pelvis wippend - ein automotives Gesamtkunstwerk auf vier Rädern mit dem Herrscher am Steuer, während der »Wackeldackel« im Team als hierarchieerprobter Ja-Sager gilt. Eine Bewußtseinschleife höher demonstriert dieses Duo des schlechten Geschmacks, wie souverän sich der Fahrer außerhalb und über den Konventionen bewegt, quasi Retro: der Dackel grüßt in alter Weise und Elvis spielt ganz leise.
  • Der Häkelüberzug verdeckt die Klopapierrolle, weil die auf der Hutablage ja eigentlich nichts zu suchen hat, aber dort der Außenwelt nicht nur die eigenen Prioritäten demonstriert, sondern dem nachfolgenden Verkehr klar macht, wo sich dieser befindet: Stau ist nur hinten blöd. Nach dem Gebrauch mangels Seife ein Biotop für Keime.
  • Der Dufttannenbaum am Rückspiegel (»Wunderbaum« oder Globus): Naturfrische durch flüchtige Industriearomen, das Analogon zur Duftente im heimischen Klo, aber immer dabei.
  • Überhaupt nehmen die Kfz-Hersteller zu wenig Rücksicht darauf, dass die Hauptfunktion des Rückspiegels das Tragen von Devotionalien ist. Duftbaum und Wackel-Elvis sind natürlich ein must have, aber man darf ja auch die Sicherheit nicht ganz aus den Augen verlieren. Wohin also mit dem Christophorus?

Berufskraftfahrer in aller Welt schwören auf Rosenkranz (Christentum), Misbaha (Islam) und Mala (Buddhismus), also Symbole, die die Reisegötter abgelöst haben. Wenn nur der Rückspiegel mehr Haken hätte.

  • Einschusslöcher und Schlammspuren aus Drecklooklack zum Aufkleben für die Karosserie demonstriert die Offroad-Bestimmung des Fahrzeugführers, der eigentlich mehr aus Versehen auf den Asphalt gekommen ist und sich unterfordert eingliedert. Eine analoge Funktion bei Truckern hat der Aufkleber »Ich hab den längsten«.
  • Der Fahrradhalter am SUV ist sozusagen die emotionale Triebabfuhr zum Ausgleich ökologisch unkorrekten Verhaltens. Das Rad symbolisiert das Gute; der Träger steht für Sisyphos und die Vergeblichkeit allen menschlichen Bemühens.
  • Dachgepäckträger sehen nach Handwerker oder Familienvater aus, aber mit einem Surfboard darauf wechselte man zur Beach Boy Culture. Heute ist es das Dachzelt: Wer zweimal an der gleichen Stelle pennt, gehört schon zum Establishment.

Das Ablösen von Aufkleberfolien

Der Klebstoff verbindet das Aufklebermaterial mit dem Lack, das Material des Aufklebers (Papier, PVC, Metallfolie) schützt den Kleber mehr oder weniger, so dass zuerst das Oberflächenmaterial, dann der Kleber entfernt werden muss in der Hoffnung, dass der Kleber weniger am Lack als am Trägermaterial haftet. Die Methoden lassen sich kombinieren und abwechselnd anwenden. In jedem Fall sollten die Maßnahmen an einer anderen Stelle (im Kofferraum?) getestet und vorsichtig verstärkt werden. Zum Reiben ein weiches, sauberes Tuch verwenden. Bei nachlassender Geduld besser eine Pause einlegen.

Prinzip Medium Hilfsmittel
thermisch heißes Wasser Spritzflasche
thermisch heiße Luft Fön
mechanisch reiben Radiergummi
3M Scotch-Brite Folienentferner
chemisch lösen & quellen Wasser, Seifenlösung
chemisch lösen & quellen Olivenöl o.ä.
chemisch lösen Waschbenzin o.ä.
wiki/distinktionsmerkmale.txt · Zuletzt geändert: 2021/05/09 09:31 von norbert