Paul-Marie de la CroixHauts lieux élianiques.
S. 17 in: Elie le Propète selon les Ecritures et les taraditiones chrétiennes. Bd. 2 Paris 1956
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Eine geographische Singularität an der Küste von Ozeanen und Meeren, meist auskragend und weithin sichtbar, die durch ihre Formenvielfalt nicht eindeutig abgrenzbar ist zur Landspitze oder zur Halbinsel. Den Umständen ihrer Entstehung durch Erosion entsprechend werden Kaps in geologisch kurzen Zeiträumen stark verändert.
Die Bezeichnung Kap (abgeleitet aus lateinisch caput `Kopf, Spitze´ > franz. Cap, engl. Cape, span. Cabo) findet sich bedeutungsgleich im Arabischen Ras und Hebräischen Rosh 1) sowie im Griechischen Kephalai Κεφαλαί 2) für dasselbe geographische Phänomen und ist sinnverwandt mit anderen Raumvorstellungen wie Topp, Ort und span./ital. Punta 'Spitze'.
Vom Land aus wird die Wahrnehmung auf einem Kap durch besondere Empfindungen erweitert:
Vom Meer aus gesehen ist ein Kap ebenfalls ambivalent, denn es
Die antiken Kapnamen bezeichnen ein Kap nüchtern nach Äußerlichkeiten, etwa nach der vorherrschenden Windrichtung (Kap Zephyrion Ζεφύριον), nach ihrer Form (Kap Drepanon Δρέπανον 'Sichel'), nach den Anwohnern (Kap Metagonion Μεταγώνιον). Im Lateinischen werden Kaps vielleicht erstmals mit einem kategorischen Begriff aus Sicht der Seeseite bezeichnet, promunturium/promonturium (engl. promontories, deutsch Vorgebirge, griech. akrōtḗrion).
Jean-Marie KowalskiNoth, MartinRobert Werner
→ Ausstellungsliste Weltumrundungen & Navigation mit 9 Ausstellungen von 1977 bis 2021 und dort insbesondere Navigare necesse est - Geschichte der Navigation 2008/09.
→ Ausstellungen zu Schiff & Meer
Die Wahrnehmung der Küste aus der Sicht der antiken Küstenschifffahrt wurde bereits vielfach diskutiert mit insgesamt mageren Ergebnissen und vielen Vermutungen. Die Wahrnehmung der Küste vor Einsetzen der Küstenschifffahrt scheint allerdings noch nie untersucht worden zu sein.
Über alle Namensgebungen hinweg haftet einer Vielzahl dieser Kaps zwischen dem Nordpolarmeer (Swiatoi Noss Святой Нос Murmansk Oblast 3) sowie drei weitere Kaps desselben Namens) und dem Roten Meer ( Ras Mohammed, früher Poseidon 4) ) die sekundäre und viel ältere Bezeichnung 'heilig' an 5). Steinsäulen scheinen häufig auf Kaps aufgestellt worden zu sein, siehe die Säulen von Gibraltar und Steinmann; ein Zusammenhang zwischen Steinhaufen und Halbgöttern (Herakles, Melkart, Baal > Wilder Mann) ist nachgewiesen.
Soares, R.Die Küstenlinie Europas ist im Verhältnis zur Fläche des Kontinents deutlich länger als dies bei den anderen Kontinenten der Fall ist. Auch übersteigt die Anzahl der europäischen Kaps die aller anderen Kontinente. Die vielleicht umfangreichste Liste 6) mit 65 Einträgen (vorbehaltlich einer exakten Definition) umfasst:
Paul-Marie de la CroixGregory Istoma beschrieb 1496 Svjatoj Nos dem Sigismund von Herberstein, der dies in Notizen über Moskau 1556 zitierte. Svjatoj Nos ist wahrscheinlich identisch mit dem ab Mitte des 16. Jahrhunderts kartographisch erfasten Vegestav (Vegistafr, Kap Vegestad, Ægistafr), der Ostgrenze Norwegens zwischen Hålogaland und Bjarmeland. Es wurde in Ohthere's Bericht über die Halbinsel Kola auch Kap Tersky genannt < Terfinna Land, benannt nach den Ureinwohnern Ter Sámi (Ross, Alan S.C., Terfinas, Beormas. London: Viking Northern Research Society. 1981. Reprint of the 1940 S. 6–7, 25–28; Ahola Joonas et al. Fibula Fabula Fact the Viking Age in Finland. Finnish Literature Society / SKS 2014. S. 199Wolfgang HelckHomer nannte Ras el Abjad (weißes Vorgebirge) und das Kap Sounion an der Südspitze von Attika „heilig“.Karl Friedrich Vollrath Hoffmann: Die Erde und ihre Bewohner: ein Hand- und Lesebuch für alle Stände. 1833 S. 201-203