Brautfahrt

Die Brautfahrt (engl. bridal journey, frz. voyage nuptial, lat. iter nuptiale) ist keine Reise, weil Letztere eine Rückkehr voraussetzt.

Als Fahrt wird sie zur „Reise ohne Wiederkehr“ 1), das gilt allerdings nicht für ihr Gefolge.

Als ein Ortswechsel unter Zwang kann sie als Migration gedeutet werden 2), schließlich auch als Ritual des Familienwechsels.

Zu unterscheiden ist die Brautfahrt sowohl von der Hochzeitsreise (engl. wedding journey, „honeymoon“) als auch von der Reise des Bräutigams (engl. groom) zur Braut (engl. bride).

Pastrnak 3) schlägt „nuptial journey“ (marital travels) als Oberbegriff vor.

Verweise

→ Literaturliste Frauen unterwegs


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1)
Irene Erfen, Karl-Heinz Spieß (Hg.): Fremdheit und Reisen im Mittelalter. Stuttgart 1997: Franz Steiner.
2)
Christiane Coester
Brautfahrten. Grenzüberschreitungen und Fremdheitserfahrungen adeliger Frauen in der Frühen Neuzeit.
Francia. Forschungen zur westeuropäischen Geschichte, 35 (2008) 149–168. Online
3)
Patrik Pastrnak
Travelling Grooms. A Royal Progress or A Wedding Journey?
14 S. in: Anthony Musson, J. P. D. Cooper (Hg.): Royal Journeys in Early Modern Europe. London 2022: Routledge DOI
Die Hochzeitsübertragungen (wedding transfer) von Maximilian I. zu Maria von Burgund und Maximilian II. im 16. Jahrhundert als Gegenstück zur Brautfahrt.