Transit

trans 'hinüber' mit lat. īre ‘gehen’; ein Aspekt der Dynamik der intentionalen Fortbewegung im Raum

Im Unterwegs-Sein als Handlungskreis finden sich zwischen Aufbruch und Heimkehr Orte, die durch Ankunft und vorübergehendes Verweilen gekennzeichnet sind: Bahnhof, Gasthof, Flughafen, Haltestelle, Hafen, Herberge, Parkplatz, Rastplatz, Tankstelle … Verschiedene Reiseformen zeigen unterschiedliche Ankunftsorte. Viele setzen technische Möglichkeiten voraus, die es nicht immer schon gab. Keine Flugzeugreise ohne Landeplatz, keine Autoreise ohne Tankstelle und selbst Herbergen und Gasthöfe waren Reisenden nicht immer und überall selbstverständlich verfügbar.

Welche Ankunftsorte gehören also unabdingbar und ursprünglich zum Unterwegs-Sein? Mindestens ist dies ein Platz zum Rasten, Ruhen, Schlafen. Dafür finden sich die alten Begriffe Ablager und die Ausspann. Solche Orte mögen zwar zum Verweilen einladen, doch so willkommen sie am Ende des Tages sind, sie bleiben vorübergehende Durchgangsorte (Transitorte, Unorte, Nicht-Orte, Niemandsorte …).

Dass der Name Ausspann sich in Flur-, Hotel- und Ortsnamen erhalten hat zeigt an, dass er wiederholt und von vielen genutzt wurde. Er wurde Teil einer Infrastruktur mit Dienstleistungen und Ortsansässigen und war an Durchgangsstraßen angebunden. Für die einen war es weiterhin ein Transitort, für die anderen wurde es ein Wohnort.