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Äquator

Himmelsäquator

Das lateinische aequator diei et noctis `Gleichmacher des Tages und der Nacht´ bezeichnete noch im Mittelalter ausschließlich die Bahn der Sonne am Himmel an den beiden Tagen der Sonnenwenden, an denen Tag und Nacht gleich lang sind und die sich daraus ergebenden Linie. An diesen beiden Tagen besteht Tagundnachtgleiche auf der ganzen Erde.

Erdäquator

Das ganze Jahr besteht Tagundnachtgleiche auf der geographischen Breite 0°, dem Erdäquator. Neuzeitlich wurde der Name im 17. Jahrhundert übertragen auf den Breitengrad, an dem die Sonne mittags senkrecht steht, wo also das ganze Jahr Tagundnachtgleiche besteht; noch im 16. Jahrhundert hieß der Äquator dagegen „Gleicher“.

Die Erde am Äquator

Dass diese Linie die Erdkugel teilt, war also nicht ursächlich für die Festlegung des Breitengrades. Auch, dass dieser Breitengrad der längste aller Breitengrade ist (40.075,017 Kilometer), spielte keine Rolle. Der Äquator durchquert die Staatsgebiete von:

Reisen zum Äquator

Vielleicht hat der eine oder andere Globetrotter in Ecuador schon einmal eine Pyramide gesehen? In Caraburo und Oyambaro, Gemeinde Yaruquí, stehen zwei, andere stehen in San Antonio de Pichincha, in Calacalí und Quito. Sie erinnern an die Arbeit von Vermessungsexpeditionen.

Dass die Erde keine Scheibe ist - darüber war man sich einig. Auch darüber, dass sie wohl die Gestalt einer Kugel habe. Doch nun ergaben neueste Messungen, daß diese Kugel mitnichten gleichmäßig sei. Isaac Newton stellte als erster die These auf, daß die Erde an den Polen abgeflacht sein müsse. Die These konnte überprüft werden, indem die Länge eines Längengrads am Äquator mit dem eines in Polnähe verglichen wurden. Zwölf Forscher aus verschiedenen europäischen Ländern brachen 1735 auf, um einen Längengrad in Ecuador zu vermessen. Sie waren die ersten Nichtspanier, die einen Teil des südamerikanischen Kontinents erkundeten. Zehn Jahre blieben sie unterwegs, denn ihre Aufgabe war meßtechnisch äußerst aufwendig und wurde erschwert durch Auseinandersetzungen mit der einheimischen Bürokratie.

Sie vermaßen Dreiecke, deren Eckpunkte auf den höchsten Bergen des Landes lagen (Triangulation). Dazu mußten die Meßtrupps tage- und wochenlang in Höhen um 5000 Meter campieren, bis gutes Wetter die Sicht zu den anderen Gipfeln ermöglichte.

Gleichwohl kann man den Bericht und die Leistung der Teilnehmer nur verstehen, wenn ihr Vorhaben eingebettet ist in die wissenschaftliche Diskussion der Zeit und in die politischen Verhältnisse. Einleitend fragt die Herausgeberin Barbara Gretenkord, eine Historikerin, „Warum kannte niemand die wahre Gestalt der Erde?“ Als Vorlage dieses Bandes diente ein kompilierter Reisebericht, der 1758 in Band 15 & 16 »Der Allgemeinen Historie der Reisen zu Wasser und Lande …« erschien. Dieser hatte den Vorzug, auf mehrere primäre Quellen zurückzugreifen und in besonderem Maße reisepraktische Aspekte zu berücksichtigen, die die Dauer der Expedition erklärten. Der Bericht der Reisenden ist in heutiges Deutsch übertragen und leicht bearbeitet. Anmerkungen erläutern Hintergründe, auch die Situation in den spanischen Kolonien wird erklärt. Inhaltlich vermisse ich nur eine zusammenfassende Darstellung der Expeditionsarbeit, also Meßergebnisse und Resultate.

Die Definition einer Weltreise muss den Äquator enthalten und auch auf Schiffen, die den Äquator überqueren, werden diejenigen an Bord, die zum ersten Mal den Äquator überqueren mehr oder weniger unangenehm `getauft´, jedenfalls haben die Zuschauer bei der Äquatortaufe mehr zu lachen.