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wiki:pilger

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 Der Peregrinus war danach ein Nicht-Römer, ein 'Fremder'. Im christlichen Glauben ist der Mensch aber 'ein Fremder auf Erden' ((//„confitentes quia peregrini et hospites sunt super terram“//, Hebräer 11,13 )), ein Erdenpilger ((''Mette Birkedal Bruun''\\ //Parables : Bernard of Clairvaux's mapping of spiritual topography//\\ Leiden 2006: Brill. S. 90 [[https://www.google.co.za/books/edition/Parables/RANWAF3j5CYC?hl=de&gbpv=1&dq=peregrinus%20per%20ager&pg=PA90&printsec=frontcover|Online]] )). Dieser streift weglos durch dick und dünn, tritt den Lehm. Der Peregrinus war danach ein Nicht-Römer, ein 'Fremder'. Im christlichen Glauben ist der Mensch aber 'ein Fremder auf Erden' ((//„confitentes quia peregrini et hospites sunt super terram“//, Hebräer 11,13 )), ein Erdenpilger ((''Mette Birkedal Bruun''\\ //Parables : Bernard of Clairvaux's mapping of spiritual topography//\\ Leiden 2006: Brill. S. 90 [[https://www.google.co.za/books/edition/Parables/RANWAF3j5CYC?hl=de&gbpv=1&dq=peregrinus%20per%20ager&pg=PA90&printsec=frontcover|Online]] )). Dieser streift weglos durch dick und dünn, tritt den Lehm.
  
-In allen diesen Formen ist dieser Mensch ein Suchender nach dem rechten Weg, ein [[wiki:fussreisen|Fußreisender]] und äußerlich ein [[wiki:einzelne|Einzelner]], diesem jedoch wesensfremd. \\ +In allen diesen Formen ist dieser Mensch ein Suchender nach dem rechten Weg, ein [[wiki:fussreisen|Fußreisender]] und äußerlich ein [[wiki:einzelne|Einzelner]], diesem jedoch wesensfremd.\\ 
 Pilger waren Teil des Fahrenden Volkes auf den [[wiki:strasse|Straßen]] neben den [[wiki:scholar|Scholaren]] nach den Universitätsgründungen des 12. und 13. [[wiki:zeitleiste_reisegenerationen#Ab dem 12. Jahrhundert| Jahrhunderts]]. In den Liedern der //Carmina Burana// spiegelt sich der Geist der gelehrten, doch armen [[wiki:vaganten|Vaganten]], denen sich im nachfolgenden Humanismus die //[[wiki:bacchanten|Bacchanten]]//, fahrende Schüler mit schlechtem Ruf, zugesellten, und denen ''Goethe'' mit dem //Mephistopheles// ein Denkmal setzte. Die Übergänge zwischen diesen Gruppen müssen fließend gewesen sein. Pilger waren Teil des Fahrenden Volkes auf den [[wiki:strasse|Straßen]] neben den [[wiki:scholar|Scholaren]] nach den Universitätsgründungen des 12. und 13. [[wiki:zeitleiste_reisegenerationen#Ab dem 12. Jahrhundert| Jahrhunderts]]. In den Liedern der //Carmina Burana// spiegelt sich der Geist der gelehrten, doch armen [[wiki:vaganten|Vaganten]], denen sich im nachfolgenden Humanismus die //[[wiki:bacchanten|Bacchanten]]//, fahrende Schüler mit schlechtem Ruf, zugesellten, und denen ''Goethe'' mit dem //Mephistopheles// ein Denkmal setzte. Die Übergänge zwischen diesen Gruppen müssen fließend gewesen sein.
  
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 Die religiöse Einsicht, daß im Leben alles vorübergeht, es keinen bleibenden Wert gibt, will der wandernde Pilger in der Fußreise erfahren. Er geht an allem vorbei, mißt den Dingen keinen Wert zu, ist besitzlos, heimatlos, bindungslos. Aus dem lateinischen //[[wiki:peregrinus|peregrinus]]// für den [[wiki:der_fremde|Fremden]] von außerhalb Roms wurde das deutsche Wort Pilger. Verloren in der Fremde, muß er sich selbst genug sein. Äußerer Weg und Ziel bleiben symbolisch – die unerfüllbare [[wiki:sehnsucht|Sehnsucht]] nach einem inneren Ziel erfordert ewiges Pilgern, der //[[wiki:homo_viator|homo viator]]// ist auf der Suche nach dem verlorenen Paradies, schöpft Stärke aus Hoffnung. Langsam nur, Schritt für Schritt auf einer langen Fußreise, ist das erfahrbar. Andere Pilgerarten gelten als weniger verdienstvoll, der Erfolg ist unsicher, Gottes Lohn geringer. ''Norbert von Xanten'' (1085-1134), Pilger und Wanderprediger, forderte »auf der Erde zu leben und nichts von der Erde zu wollen«. Er war zeitlebens unterwegs, fühlte sich in die Fremde getrieben und akzeptierte sein Leben als Schicksal. Die religiöse Einsicht, daß im Leben alles vorübergeht, es keinen bleibenden Wert gibt, will der wandernde Pilger in der Fußreise erfahren. Er geht an allem vorbei, mißt den Dingen keinen Wert zu, ist besitzlos, heimatlos, bindungslos. Aus dem lateinischen //[[wiki:peregrinus|peregrinus]]// für den [[wiki:der_fremde|Fremden]] von außerhalb Roms wurde das deutsche Wort Pilger. Verloren in der Fremde, muß er sich selbst genug sein. Äußerer Weg und Ziel bleiben symbolisch – die unerfüllbare [[wiki:sehnsucht|Sehnsucht]] nach einem inneren Ziel erfordert ewiges Pilgern, der //[[wiki:homo_viator|homo viator]]// ist auf der Suche nach dem verlorenen Paradies, schöpft Stärke aus Hoffnung. Langsam nur, Schritt für Schritt auf einer langen Fußreise, ist das erfahrbar. Andere Pilgerarten gelten als weniger verdienstvoll, der Erfolg ist unsicher, Gottes Lohn geringer. ''Norbert von Xanten'' (1085-1134), Pilger und Wanderprediger, forderte »auf der Erde zu leben und nichts von der Erde zu wollen«. Er war zeitlebens unterwegs, fühlte sich in die Fremde getrieben und akzeptierte sein Leben als Schicksal.
  
-Bereits das Alte Testament erwähnt den Pilger (Ps. 39,13), in Judentum, Buddhismus, Christentum und Islam wird gepilgert. //„Die Füchse haben Gruben und die Vögel unter dem Himmel haben Nester, aber des Menschen Sohn hat nicht, da er sein Haupt hinlege.“// (Mat. 8,20) [[wiki:heimatlos|Heimatloses]] Sein und zeitloses [[wiki:wandern|Wandern]] als Prinzip des Menschseins stellte Jesus der Seßhaftigkeit gegenüber – Ideale von [[wiki:nomaden|Nomaden]]? Die Umstände des fußreisenden Pilgers erforderten Bescheidenheit im [[wiki:reisegepaeck|Reisegepäck]]: ein breitkrempiger Hut schützte gegen Sonne, Regen und Kälte, ein weiter Umhang diente nachts als Decke, das Leibgewand gegürtet, eine Umhängetasche enthielt Messer, Lederbecher, Feuerstein und Schwamm, ein Netz für Fisch- und Vogelfang, Empfehlungsschreiben, etwas Geld. Ein ausgehöhlter Kürbis oder ein Lederschlauch fassten den [[wiki:wasserbehaelter|Wasservorrat]]; Brot, Käse, Nüsse verhüteten den ärgsten Hunger.\\+Bereits das Alte Testament erwähnt den Pilger (Ps. 39,13), in Judentum, Buddhismus, Christentum und Islam wird gepilgert. //„Die Füchse haben Gruben und die Vögel unter dem Himmel haben Nester, aber des Menschen Sohn hat nicht, da er sein Haupt hinlege.“// (Mat. 8,20) [[wiki:heimatlos|Heimatloses]] Sein und zeitloses [[wiki:wandern|Wandern]] als Prinzip des Menschseins stellte Jesus der Seßhaftigkeit gegenüber – Ideale von [[wiki:nomaden|Nomaden]]? Die Umstände des fußreisenden Pilgers erforderten Bescheidenheit im [[wiki:reisegepaeck|Reisegepäck]]: ein breitkrempiger Hut schützte gegen Sonne, Regen und Kälte, ein weiter Umhang diente nachts als Decke, das Leibgewand gegürtet, eine Umhängetasche enthielt Messer, Lederbecher, Feuerstein und Schwamm, ein Netz für Fisch- und Vogelfang, Empfehlungsschreiben, etwas Geld. Ein ausgehöhlter Kürbis oder ein Lederschlauch fassten den [[wiki:wasserbehaelter|Wasservorrat]]; Brot, Käse, Nüsse verhüteten den ärgsten Hunger.\\ 
 Die Pilgerreise als Kniefall der Seßhaften vor dem ursprünglichen Leben, dem noch kaum entfremdeten, natürlichen Dasein? Spiritualität, Suche nach Erfüllung und Gottesnähe, Askese und Armut - immer wieder finden sich diese Aspekte in Berichten der Pilger und Wandermönche: Fremdling sein und Gast auf Erden. Tugenden, die seit je mit dem Nomadentum verbunden sind. Die seßhafte Jahreszeit der Nomaden war erzwungen durch saisonalen Mangel an Wasser, Futter, Reisemöglichkeiten. Aus der Not wurde Tugend, aus Hunger eine Fastenzeit, die festlich abschloß. Fasten und feiern wurde auch an den heiligen Stätten, in Mekka und Jerusalem, von den Pilgern gefordert. Eines war wie das andere Pflicht. Die Pilgerreise als Kniefall der Seßhaften vor dem ursprünglichen Leben, dem noch kaum entfremdeten, natürlichen Dasein? Spiritualität, Suche nach Erfüllung und Gottesnähe, Askese und Armut - immer wieder finden sich diese Aspekte in Berichten der Pilger und Wandermönche: Fremdling sein und Gast auf Erden. Tugenden, die seit je mit dem Nomadentum verbunden sind. Die seßhafte Jahreszeit der Nomaden war erzwungen durch saisonalen Mangel an Wasser, Futter, Reisemöglichkeiten. Aus der Not wurde Tugend, aus Hunger eine Fastenzeit, die festlich abschloß. Fasten und feiern wurde auch an den heiligen Stätten, in Mekka und Jerusalem, von den Pilgern gefordert. Eines war wie das andere Pflicht.
  
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 → 47 Ausstellungen zu [[wiki:ausstellungsliste_pilger_wallfahrt|Pilger & Wallfahrt]]\\  → 47 Ausstellungen zu [[wiki:ausstellungsliste_pilger_wallfahrt|Pilger & Wallfahrt]]\\ 
-→ [[wiki:liste_ausstellungen#Pilger & Wallfahrt|Begriffsfeld]], dort auch → Bibliographien \\ +→ [[wiki:liste_ausstellungen#Pilger & Wallfahrt|Begriffsfeld]], dort auch → Bibliographien\\ 
 → [[wiki:reisegepaeck#Das Reisegepäck der Pilger im Mittelalter|Das Reisegepäck der Pilger im Mittelalter]]\\  → [[wiki:reisegepaeck#Das Reisegepäck der Pilger im Mittelalter|Das Reisegepäck der Pilger im Mittelalter]]\\ 
 → Literatur siehe in der [[wiki:zeitleiste_pilgerberichte|Zeitleiste der Pilgerfahrten]] → Literatur siehe in der [[wiki:zeitleiste_pilgerberichte|Zeitleiste der Pilgerfahrten]]
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