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Zimmerreisen
»Es ist gut, daß Sie sich ihr kleines Zimmer durch Reisebeschreibungen recht groß und weit machen. Mir ist es immer ein unaussprechliches Vergnügen, mich im möglichst kleinsten körperlichen Raume im Geiste auf der großen Erde herumzutummeln«, meinte Friedrich Schiller (1759-1805), in einem Brief an seine Freundin und spätere Frau.
Damit war Xavier de Maistre Ende des 18. Jahrhunderts nicht zufrieden. Er war mehr als 40 Tage in seinem Zimmer arrestiert und verfasste einen detaillierten Reisebericht über diese Entdeckung des zugleich fremden wie vertrauten Raums:
Xavier de Maistre
Die Reise um mein Zimmer. Nächtliche Entdeckungsreise um mein Zimmer.
Zwei Romane, Weimar 1976
Damit hatte er das Genre der Zimmerreisen erfunden. Sie unterscheidet sich von anderen Formen des Daheimbleibens (Cocooning, Balkonien, Schrebergartenbewegung) durch ihre Reiselust.
