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wiki:weltanschauung

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 So zerreißt ''Kurt Tucholsky'' in »[[https://www.textlog.de/tucholsky-naturauffassung.html|Über Naturauffassung]]« die Theorien des Schönen, die Erwartungshaltungen und die Beschreibungen von Reiseerfahrungen, die den Erwartungen nachhecheln: »Seit den Eisenbahnen ... Seit der Erfindung des Autos... jede Generation glaubt, nun sei es mit der Gemütlichkeit und mit der Naturbewunderung für allemal vorbei.« ((Über Naturauffassung, in: Kurt Tucholsky, Unter anderem in den Pyrenäen, 1927)) So zerreißt ''Kurt Tucholsky'' in »[[https://www.textlog.de/tucholsky-naturauffassung.html|Über Naturauffassung]]« die Theorien des Schönen, die Erwartungshaltungen und die Beschreibungen von Reiseerfahrungen, die den Erwartungen nachhecheln: »Seit den Eisenbahnen ... Seit der Erfindung des Autos... jede Generation glaubt, nun sei es mit der Gemütlichkeit und mit der Naturbewunderung für allemal vorbei.« ((Über Naturauffassung, in: Kurt Tucholsky, Unter anderem in den Pyrenäen, 1927))
  
-Das, was verloren ging - die gesellschaftlichen Zwänge - findet sich bewahrt in **[[wiki:liste_reisesprichwoerter|Sprichwörtern]],** denn diese entstehen als bewährte Handlungsempfehlungen der Allgemeinheit ((''Karl Friedrich Wilhelm Wander''\\ //Deutsches Sprichwörterlexikon//\\ Brockhaus, Leipzig 1867–1880)): +Das, was verloren ging - die gesellschaftlichen Zwänge - findet sich bewahrt in **[[wiki:metaphern_unterwegs_reisesprichwoerter|Sprichwörtern]],** denn diese entstehen als bewährte Handlungsempfehlungen der Allgemeinheit ((''Karl Friedrich Wilhelm Wander''\\ //Deutsches Sprichwörterlexikon//\\ Brockhaus, Leipzig 1867–1880)): 
-//»Reisen wechselt das Gestirn, aber weder Kopf noch Hirn«,// weiß der Volksmund in zahlreichen Varianten seit der Antike ((''Seneca''\\ //[[wiki:peregrinus|Peregrinatio]] non facit medicum, non oratorem; nulla ars locodiscitur: quid ergo ...//)) und auch außerhalb Deutschlands (dänisch, italienisch, polnisch). Seit mindestens zweitausend Jahren schaut das sesshafte Volk also skeptisch auf die zurückgekehrten Vielgereisten. Während die Reisenden glauben ihr Weltverständnis vertieft zu haben, zweifelt  die Gemeinschaft an deren Integrationsbereitschaft:// »Viele kommen von Reisen zurück, das Gewissen beschwert, die Gesundheit verzehrt, die Sünden vermehrt, die Sitten verkehrt, das Herz bethört, ein Brocken dem Teufel beschert«.// Wessen Weltanschauung setzte sich wohl letztlich durch? Und wenn schon jemand sich die Welt anschauen will, so fordert das sesshafte Volk, dass er etwas Nützliches mitbringen soll: //»Wer will fern mit Nutzen raisen, der muss haben Falcken Augen, Esels Ohren, Schweinsrüssel, Eselsrücken und eines Hirschen Fuss.«// Von  Selbstverwirklichung unterwegs ist in den [[wiki:liste_reisesprichwoerter|Sprichwörtern]] jedenfalls nicht die Rede, eher von Selbstbesinnung.+//»Reisen wechselt das Gestirn, aber weder Kopf noch Hirn«,// weiß der Volksmund in zahlreichen Varianten seit der Antike ((''Seneca''\\ //[[wiki:peregrinus|Peregrinatio]] non facit medicum, non oratorem; nulla ars locodiscitur: quid ergo ...//)) und auch außerhalb Deutschlands (dänisch, italienisch, polnisch). Seit mindestens zweitausend Jahren schaut das sesshafte Volk also skeptisch auf die zurückgekehrten Vielgereisten. Während die Reisenden glauben ihr Weltverständnis vertieft zu haben, zweifelt  die Gemeinschaft an deren Integrationsbereitschaft:// »Viele kommen von Reisen zurück, das Gewissen beschwert, die Gesundheit verzehrt, die Sünden vermehrt, die Sitten verkehrt, das Herz bethört, ein Brocken dem Teufel beschert«.// Wessen Weltanschauung setzte sich wohl letztlich durch? Und wenn schon jemand sich die Welt anschauen will, so fordert das sesshafte Volk, dass er etwas Nützliches mitbringen soll: //»Wer will fern mit Nutzen raisen, der muss haben Falcken Augen, Esels Ohren, Schweinsrüssel, Eselsrücken und eines Hirschen Fuss.«// Von  Selbstverwirklichung unterwegs ist in den [[wiki:metaphern_unterwegs_reisesprichwoerter|Sprichwörtern]] jedenfalls nicht die Rede, eher von Selbstbesinnung.
  
 In Richtung Selbstbesinnung sucht ''Ilja Trojanow'' seine Vorbilder für //[[https://trojanow.de/richtig-reisen/|richtiges Reisen]]// bei den [[wiki:wandermoench|Wandermönchen]] und meint: //»Reise ohne [[wiki:gepaeck|Gepäck]], reise alleine, [[wiki:fussreisen|reise zu Fuß]].«// Das ist sicher für manchen [[wiki:einzelne|Einzelnen]] zutreffend. Aber kann man wollen, das dies zur Maßgabe für alle und jeden wird? Als kategorischer Imperativ ist diese Regel nicht alltagstauglich. Grundsätzlicher ist Trojanows Empfehlung, die //[[wiki:fremdes|Fremde]] in Heimat zu verwandeln// und er zitiert: In Richtung Selbstbesinnung sucht ''Ilja Trojanow'' seine Vorbilder für //[[https://trojanow.de/richtig-reisen/|richtiges Reisen]]// bei den [[wiki:wandermoench|Wandermönchen]] und meint: //»Reise ohne [[wiki:gepaeck|Gepäck]], reise alleine, [[wiki:fussreisen|reise zu Fuß]].«// Das ist sicher für manchen [[wiki:einzelne|Einzelnen]] zutreffend. Aber kann man wollen, das dies zur Maßgabe für alle und jeden wird? Als kategorischer Imperativ ist diese Regel nicht alltagstauglich. Grundsätzlicher ist Trojanows Empfehlung, die //[[wiki:fremdes|Fremde]] in Heimat zu verwandeln// und er zitiert:
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