Benutzer-Werkzeuge

Webseiten-Werkzeuge


wiki:wegfindung

Unterschiede

Hier werden die Unterschiede zwischen zwei Versionen angezeigt.

Link zu dieser Vergleichsansicht

Beide Seiten der vorigen RevisionVorhergehende Überarbeitung
Nächste Überarbeitung
Vorhergehende Überarbeitung
wiki:wegfindung [2024/07/25 04:08] – ↷ Links angepasst weil Seiten im Wiki verschoben wurden 52.230.152.181wiki:wegfindung [2026/07/28 12:45] (aktuell) – Externe Bearbeitung 127.0.0.1
Zeile 67: Zeile 67:
 Also macht man Luftlinien-Navigation, setzt sich also ein gedachtes Ziel und fährt in die Richtung, entweder geradeaus über Stock und Stein oder in Schlangenlinien drumrum oder auch mal zurück in der eigenen Spur, bis wieder was geht. Das funktioniert mit dem Navi ein bisschen besser als mit dem Kompass, ist aber im Grunde dasselbe, ob einen Kilometer im heimischen Wald oder 500 Kilometer durch die Libysche Wüste. Nervenzerfetzend sind vielmehr die Diskussionen auf der Basis von Annahmen und Meinungen. Ob es richtig war, zeigt sich am Ende. Bei [[wiki:rally_e_raid|Offroad-Rallys]] sagt man: Der Beifahrer gewinnt das Rennen, der Fahrer verliert es. Der eine sagt, wo es lang geht, und der andere muss dem unbeirrt folgen. Verwirrung bedeutet anhalten. Also macht man Luftlinien-Navigation, setzt sich also ein gedachtes Ziel und fährt in die Richtung, entweder geradeaus über Stock und Stein oder in Schlangenlinien drumrum oder auch mal zurück in der eigenen Spur, bis wieder was geht. Das funktioniert mit dem Navi ein bisschen besser als mit dem Kompass, ist aber im Grunde dasselbe, ob einen Kilometer im heimischen Wald oder 500 Kilometer durch die Libysche Wüste. Nervenzerfetzend sind vielmehr die Diskussionen auf der Basis von Annahmen und Meinungen. Ob es richtig war, zeigt sich am Ende. Bei [[wiki:rally_e_raid|Offroad-Rallys]] sagt man: Der Beifahrer gewinnt das Rennen, der Fahrer verliert es. Der eine sagt, wo es lang geht, und der andere muss dem unbeirrt folgen. Verwirrung bedeutet anhalten.
  
-Wegbeschreibungen entlang einer Route, [[wiki:itinerar|Itinerarien]], waren die frühen Vorläufer der [[wiki:reisefuehrer|Reiseführer]] in der Antike. Anstelle der abstrakten Kartenlinie beschreiben sie konkret, was man sieht, und nennen Punkte, die identifizierbar sind.\\ Erstmals 1973 gab der //Touring Club der Schweiz// TCS eine solche Sammlung von 25 Routenbeschreibungen seiner Mitglieder für Afrika heraus. Die 140seitige Broschüre wurde von ''Klaus Därr'' bis 2003 auf fast tausend Routenbeschreibungen in zwei Bänden in der 11. (und letzten) Auflage von //Durch Afrika// erweitert. Dieses beschreibt eine der unseren parallele Strecke durch die Libysche so: //»… Piste, äußerst schwierig zu befahren, Zahlreiche Militärposten … malerische Landschaft … südlich von Baris militärisches Sperrgebiet … km 234 … Metallstange, sandige Ebene, vereinzelte Felsen … undeutliche Spuren  … Kamelknochen km 256 schwierige Passagen durch Sandmulden mit schwarzen Steinbrocken usw.«//\\ ''Bernd Tesch'', der den ersten alternativen [[wiki:reisefuehrer|Reiseführer]] in deutscher Sprache geschrieben hat ((//Aachen-Kapstadt im VW-Kombi. 27.000 km in sechs Monaten, 18 Staaten.//\\ Afrika-Umdruck für Selbstfahrer. Aachen 1971. 54 getippte A4-Seiten mit Heftklammern)), schreibt zur Routenplanung auf Seite 7:// »Uns ist niemand bekannt, der es seit 1960 geschafft hat, als „Tourist per Auto“ ein Visum für den Sudan zu bekommen«// und beschreibt eine Strecke im östlichen Kongo: //»Gemena – Lisala, 157 km, 1 Tag, kaum befahren: wilde Urwaldstrecke, Piste teils sandig, trocken und triefend nass, ausgefahrene Lehmstrecke, Rinnen bis 1 m Tiefe, hohe Gräser von links und rechts schlagen in der Mitte vor Fenster zusammen. 25 km/h möglich«//.\\  +Wegbeschreibungen entlang einer Route, [[wiki:itinerar|Itinerarien]], waren die frühen Vorläufer der [[wiki:reisefuehrer|Reiseführer]] in der Antike. Anstelle der abstrakten Kartenlinie beschreiben sie konkret, was man sieht, und nennen Punkte, die identifizierbar sind.\\ Erstmals 1973 gab der //Touring Club der Schweiz// TCS eine solche Sammlung von 25 Routenbeschreibungen seiner Mitglieder für Afrika heraus. Die 140seitige Broschüre wurde von ''Klaus Därr'' bis 2003 auf fast tausend Routenbeschreibungen in zwei Bänden in der 11. (und letzten) Auflage von //Durch Afrika// erweitert. Dieses beschreibt eine der unseren parallele Strecke durch die Libysche so: //»… Piste, äußerst schwierig zu befahren, Zahlreiche Militärposten … malerische Landschaft … südlich von Baris militärisches Sperrgebiet … km 234 … Metallstange, sandige Ebene, vereinzelte Felsen … undeutliche Spuren  … Kamelknochen km 256 schwierige Passagen durch Sandmulden mit schwarzen Steinbrocken usw.«//\\ ''Bernd Tesch'', der den ersten alternativen [[wiki:reisefuehrer|Reiseführer]] in deutscher Sprache geschrieben hat ((//Aachen-Kapstadt im VW-Kombi. 27.000 km in sechs Monaten, 18 Staaten.//\\ Afrika-Umdruck für Selbstfahrer. Aachen 1971. 54 getippte A4-Seiten mit Heftklammern)), schreibt zur Routenplanung auf Seite 7://»Uns ist niemand bekannt, der es seit 1960 geschafft hat, als „Tourist per Auto“ ein Visum für den Sudan zu bekommen«// und beschreibt eine Strecke im östlichen Kongo: //»Gemena – Lisala, 157 km, 1 Tag, kaum befahren: wilde Urwaldstrecke, Piste teils sandig, trocken und triefend nass, ausgefahrene Lehmstrecke, Rinnen bis 1 m Tiefe, hohe Gräser von links und rechts schlagen in der Mitte vor Fenster zusammen. 25 km/h möglich«//.\\  
-Vergleichbare Info-Sammlungen gab es bereits etwas früher in England, nämlich //»BIT – the only travel guide to all Africa«//, 64 lose Seiten eng getippt für ein englisches Pfund, hier wird die Strecke von Komanda nach Beni im Osten des Kongo beschrieben:// »four foot deep track grooves with huge mud walls … 15 miles in 3,5 hours«//. Auch ''Tony Wheeler'', Gründer von Lonely Planet, reiste früher mit den Blättern von BIT, einer »Londoner Underground-Selbsthilfeorganisation« ((''Merten Worthmann''\\ //40 Jahre "Lonely Planet": Wir sind nie mehr allein//.\\ 24.01.2013 Die Zeit [[https://www.zeit.de/2013/05/Lonely-Planet-40-Jahre|Online]] )). Dort erinnert man sich: //»1970 ...Yet so successful was it, in the absence of any other source of grass-roots information, that BIT was soon receiving an average of six letters per week from travellers all along the route. These letters, with their valuable up-to-date information, formed the basis of the rapid succession of up-dates and expansions which the guide went through over the next two years. By the time I arrived at BIT to write the ‘72 edition it had grown to such a size that the cost of putting it together demanded that BIT charge a "minimum donation" of £0.50 per copy.«// Dann übernahm ''Tony Wheeler''.+Vergleichbare Info-Sammlungen gab es bereits etwas früher in England, nämlich //»BIT – the only travel guide to all Africa«//, 64 lose Seiten eng getippt für ein englisches Pfund, hier wird die Strecke von Komanda nach Beni im Osten des Kongo beschrieben://»four foot deep track grooves with huge mud walls … 15 miles in 3,5 hours«//. Auch ''Tony Wheeler'', Gründer von Lonely Planet, reiste früher mit den Blättern von BIT, einer »Londoner Underground-Selbsthilfeorganisation« ((''Merten Worthmann''\\ //40 Jahre "Lonely Planet": Wir sind nie mehr allein//.\\ 24.01.2013 Die Zeit [[https://www.zeit.de/2013/05/Lonely-Planet-40-Jahre|Online]] )). Dort erinnert man sich://»1970 ...Yet so successful was it, in the absence of any other source of grass-roots information, that BIT was soon receiving an average of six letters per week from travellers all along the route. These letters, with their valuable up-to-date information, formed the basis of the rapid succession of up-dates and expansions which the guide went through over the next two years. By the time I arrived at BIT to write the ‘72 edition it had grown to such a size that the cost of putting it together demanded that BIT charge a "minimum donation" of £0.50 per copy.«// Dann übernahm ''Tony Wheeler''.
  
 Dort, wo sich die Wege der [[wiki:reisende|Reisenden]] entlang der großen [[wiki:routen|Routen]] kreuzten, gab es neben der persönlichen Begegnung einen umfangreichen Infoaustausch über Schwarze Bretter und die Regale mit abgelegten Reiseinfos, etwa im //Puddingshop// in Istanbul oder in der Jugendherberge von Kairo oder bei Mrs. ''Roche'' in Nairobi oder ebendort am Stamm der Fieberakazie des Stanley-Hotels. Dort, wo nur wenige reisten, wurden Informationen über Deutsche Botschaften oder das Goethe-Institut ausgetauscht. Wieder zuhause führte das Bedürfnis nach Austausch zur Gründung zahlreicher [[wiki:liste_globetrotter-clubs|Clubs]] in Europa, von denen aber nur wenige überlebt haben und öffentlich aktiv sind: Der //Globetrotters‘ Club// in London, die //[[wiki:deutsche_zentrale_fuer_globetrotter_e.v|Deutsche Zentrale für Globetrotter]]// dzg oder //ABM// in Paris.  Dort, wo sich die Wege der [[wiki:reisende|Reisenden]] entlang der großen [[wiki:routen|Routen]] kreuzten, gab es neben der persönlichen Begegnung einen umfangreichen Infoaustausch über Schwarze Bretter und die Regale mit abgelegten Reiseinfos, etwa im //Puddingshop// in Istanbul oder in der Jugendherberge von Kairo oder bei Mrs. ''Roche'' in Nairobi oder ebendort am Stamm der Fieberakazie des Stanley-Hotels. Dort, wo nur wenige reisten, wurden Informationen über Deutsche Botschaften oder das Goethe-Institut ausgetauscht. Wieder zuhause führte das Bedürfnis nach Austausch zur Gründung zahlreicher [[wiki:liste_globetrotter-clubs|Clubs]] in Europa, von denen aber nur wenige überlebt haben und öffentlich aktiv sind: Der //Globetrotters‘ Club// in London, die //[[wiki:deutsche_zentrale_fuer_globetrotter_e.v|Deutsche Zentrale für Globetrotter]]// dzg oder //ABM// in Paris. 
Zeile 83: Zeile 83:
   * ''Allen, G.L.''\\ //From [[wiki:wissen|Knowledge]] to [[wiki:sprachen|Word]] to Wayfinding: Issues in the Production and Comprehension of [[wiki:routen|Route]] [[wiki:orientierung|Directions]].//\\ S. 363–372 in S.C. Hirtle, A.U. Frank (Hg.): Spatial Information Theory. A Theoretical Basis for GIS (International Conference COSIT'97). Berlin-Heidelberg 1997: Springer.    * ''Allen, G.L.''\\ //From [[wiki:wissen|Knowledge]] to [[wiki:sprachen|Word]] to Wayfinding: Issues in the Production and Comprehension of [[wiki:routen|Route]] [[wiki:orientierung|Directions]].//\\ S. 363–372 in S.C. Hirtle, A.U. Frank (Hg.): Spatial Information Theory. A Theoretical Basis for GIS (International Conference COSIT'97). Berlin-Heidelberg 1997: Springer. 
   * ''Anacta, V.J.A.'', ''Schwering, A.'', ''Li, R.'' et al.\\ //[[wiki:orientierung|Orientation]] information in wayfinding instructions: evidences from human verbal and visual instructions.//\\ GeoJournal 82 (2017) 567–583. [[https://doi.org/10.1007/s10708-016-9703-5|DOI]]    * ''Anacta, V.J.A.'', ''Schwering, A.'', ''Li, R.'' et al.\\ //[[wiki:orientierung|Orientation]] information in wayfinding instructions: evidences from human verbal and visual instructions.//\\ GeoJournal 82 (2017) 567–583. [[https://doi.org/10.1007/s10708-016-9703-5|DOI]] 
-  * ''Garling, Tommy'', ''Anders Book'', ''Erik Lindberg''\\ //Cognitive Mapping of Large-Scale Environments.// \\ Environment and Behavior 16.1 (1984) 3-34.+  * ''Renate Delucchi Danhier''\\ //Weganweisungen im Deutschen und Spanischen: Eine Vergleichsanalyse unter Anwendung von Visualisierungen//.\\ 363 S. Diss. Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg 2015 bei Christiane von Stutterheim. [[https://archiv.ub.uni-heidelberg.de/volltextserver/22736/1/DelucchiDanhier-Doktorarbeit.pdf|Online]] 
 +  * ''Garling, Tommy'', ''Anders Book'', ''Erik Lindberg''\\ //Cognitive Mapping of Large-Scale Environments.//\\ Environment and Behavior 16.1 (1984) 3-34.
   * ''R. G. Golledge''\\ //Human wayfinding and cognitive maps.//\\ in: M. Rockman / J. Steele (Hg.): Colonization of unfamiliar Landscapes: The archaeology of adaptation. London ; New York: Routledge, 2003.   * ''R. G. Golledge''\\ //Human wayfinding and cognitive maps.//\\ in: M. Rockman / J. Steele (Hg.): Colonization of unfamiliar Landscapes: The archaeology of adaptation. London ; New York: Routledge, 2003.
   * ''Golledge, Reginald G.''\\ //Wayfinding behavior: cognitive mapping and other spatial processes.//\\ XVIII, 428 S. Baltimore 1999: The Johns Hopkins University Press.   * ''Golledge, Reginald G.''\\ //Wayfinding behavior: cognitive mapping and other spatial processes.//\\ XVIII, 428 S. Baltimore 1999: The Johns Hopkins University Press.
wiki/wegfindung.1721880538.txt.gz · Zuletzt geändert: von 52.230.152.181

Donate Powered by PHP Valid HTML5 Valid CSS Driven by DokuWiki