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wiki:wanderpoeten

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   * Das [[wiki:wissen|Wissen]] über die Vergangenheit, über Mythen und Götter, über das Land und die Menschen ([[wiki:kosmopolit|Kosmopoliten]]) erlaubten tiefere Einsichten, gründlichere Urteile und differenzierte Wertungen, aus denen sich Handlungsempfehlungen ableiten ließen, also Fähigkeiten von `Sehern´ oder `[[wiki:voelva|Seherinnen´]] ((Strabo, Geogr. Buch IV)).   * Das [[wiki:wissen|Wissen]] über die Vergangenheit, über Mythen und Götter, über das Land und die Menschen ([[wiki:kosmopolit|Kosmopoliten]]) erlaubten tiefere Einsichten, gründlichere Urteile und differenzierte Wertungen, aus denen sich Handlungsempfehlungen ableiten ließen, also Fähigkeiten von `Sehern´ oder `[[wiki:voelva|Seherinnen´]] ((Strabo, Geogr. Buch IV)).
   * Der Name des [[wiki:sendung#Im Auftrag des Herren|Keryx]] - griechische Opferpriester - stammt vom  mykenischen //ka-ru-ke// `die Stimme erheben, loben, preisen, willkommen heißen´, aber auch `schelten, jammern´ und verbindet sich etymologisch mit dem altirischen //bard// und ist bedeutungsgleich mit dem altindischen //jaritár//- `Anrufer, Sänger, Preiser´ ((aus idg. Wurzel gʷer(ə)-4, Loblied, Preislied, Lobgesang, davon abgeleitet auch lat. gratia, air. bard `Barde´ u.a. [[https://indogermanisch.org/pokorny-etymologisches-woerterbuch/index.htm|Pokorny]], die Zusammenhänge sind sehr ausführlich beschrieben in ''Essler'': //Zauber, Magie und Hexerei// s.u.)). Der Stab des Opferpriesters [[wiki:stock_stab#Kerykeion und Dikanikion des Patriarchen von Konstantinopel/Byzanz|Kerykeion]] kennzeichnet bis heute den Patriarchen von Konstantinopel.   * Der Name des [[wiki:sendung#Im Auftrag des Herren|Keryx]] - griechische Opferpriester - stammt vom  mykenischen //ka-ru-ke// `die Stimme erheben, loben, preisen, willkommen heißen´, aber auch `schelten, jammern´ und verbindet sich etymologisch mit dem altirischen //bard// und ist bedeutungsgleich mit dem altindischen //jaritár//- `Anrufer, Sänger, Preiser´ ((aus idg. Wurzel gʷer(ə)-4, Loblied, Preislied, Lobgesang, davon abgeleitet auch lat. gratia, air. bard `Barde´ u.a. [[https://indogermanisch.org/pokorny-etymologisches-woerterbuch/index.htm|Pokorny]], die Zusammenhänge sind sehr ausführlich beschrieben in ''Essler'': //Zauber, Magie und Hexerei// s.u.)). Der Stab des Opferpriesters [[wiki:stock_stab#Kerykeion und Dikanikion des Patriarchen von Konstantinopel/Byzanz|Kerykeion]] kennzeichnet bis heute den Patriarchen von Konstantinopel.
-  * Wanderpoeten brachten also einerseits Altes und Bewährtes, schufen andererseits auch etwas [[wiki:neugier|Neues]], dabei nutzt die Sprache [[wiki:liste_reisemetaphern|Metaphern]] mit handwerklich-technischem Bezug: Verse schmieden oder drechseln, Geschichten spinnen, die Rhapsoden `nähten´ ihre Vorträge. Der englische scop und der griechische poiētḗs sind bedeutungsgleich als Former, Gestalter, Erschaffer im ursprünglichen Sinne von [[wiki:techne|techne]].+  * Wanderpoeten brachten also einerseits Altes und Bewährtes, schufen andererseits auch etwas [[wiki:neugier|Neues]], dabei nutzt die Sprache [[wiki:liste_reise-metaphern|Metaphern]] mit handwerklich-technischem Bezug: Verse schmieden oder drechseln, Geschichten spinnen, die Rhapsoden `nähten´ ihre Vorträge. Der englische scop und der griechische poiētḗs sind bedeutungsgleich als Former, Gestalter, Erschaffer im ursprünglichen Sinne von [[wiki:techne|techne]].
   * Priester und Poet brauchen gleichermaßen das Publikum zum Feiern; in den germanischen Erzählungen erfordern heroische Taten immer auch einen ekstatischen Zustand, eine Berauschtheit, also Tanz und Trunkenheit, diesen Zustand bezeichnet protogermanisch //wōþuz// `Wut´ > besessen, außer-sich-sein. Die keltischen Seher vātes (< *wātis) sind verwandt mit den lateinischen //vates// und wurzeln im protoindogermanischen *(H)ueh₂t-i- `Seher´ (([[https://indogermanisch.org/pokorny-etymologisches-woerterbuch/index.htm|Pokorny]]: u̯āt-1, besser u̯ōt-; dazu auch cymr. gwawd `Gedicht´; got. wōds `besessen´, ahd. wuoten, alts. wōdian `wüten, rasend´, ags. wōþ `Gesang, Laut, Stimme, Dichtung´)). \\   * Priester und Poet brauchen gleichermaßen das Publikum zum Feiern; in den germanischen Erzählungen erfordern heroische Taten immer auch einen ekstatischen Zustand, eine Berauschtheit, also Tanz und Trunkenheit, diesen Zustand bezeichnet protogermanisch //wōþuz// `Wut´ > besessen, außer-sich-sein. Die keltischen Seher vātes (< *wātis) sind verwandt mit den lateinischen //vates// und wurzeln im protoindogermanischen *(H)ueh₂t-i- `Seher´ (([[https://indogermanisch.org/pokorny-etymologisches-woerterbuch/index.htm|Pokorny]]: u̯āt-1, besser u̯ōt-; dazu auch cymr. gwawd `Gedicht´; got. wōds `besessen´, ahd. wuoten, alts. wōdian `wüten, rasend´, ags. wōþ `Gesang, Laut, Stimme, Dichtung´)). \\
 Vereinfacht als idealtypische Trinität zeigt sich grob folgende Struktur: Vereinfacht als idealtypische Trinität zeigt sich grob folgende Struktur:
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