wiki:voelva
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| wiki:voelva [2025/03/31 06:28] – ↷ Links angepasst weil Seiten im Wiki verschoben wurden 3.229.164.203 | wiki:voelva [2026/03/19 18:14] (aktuell) – [Vǫlsi, der Pferdephallus] Norbert Lüdtke | ||
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| - | Die nordischen Völva oder Vala waren wandernde Seherinnen, die wegen ihrer außergewöhnlichen [[wiki: | ||
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| - | Das entspricht auch einer etymologischen Untersuchung, die dem Sinnbereich Zauber | + | Die nordischen Völva oder Vala waren wandernde Seherinnen, die wegen ihrer außergewöhnlichen [[wiki: |
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| + | ===== Veleda, Albruna, Gambara ===== | ||
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| - | Die irdischen Völva und die mythischen | + | ===== Valkyren/Walküren, |
| - | ==== Vǫlr, Gandr, Wand & Seiðr ==== | + | Diese Ambivalenz eignet auch den **Walküren**, sie konnten Schutzengel sein und dem Kampfbereiten Waffen bringen oder Todesengel, die ihn zur Walhalla begleiteten, also als Psychopompos Begleiter ins Jenseits wie die [[wiki: |
| - | Als Stabträger bezeichnet werden | + | |
| - | In der Edda und anderen Schriften findet sich wiederholt der [[wiki: | + | Die irdischen Völva |
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| - | Als Werkzeug war der //vǫlr// eine massive Stange und der //gandr// ein dünner Stab. Beide konnten | + | * '' |
| + | * Walküren, Irland: Die Bodb, Das ‚Ritual der Aussetzung‘ im keltischen Hispanien, Etrurien: Vanth, Furien, Erinyen, Harpyien | ||
| - | ==== Völundr, der weise Wanderschmied | + | ===== Vǫlr, Gandr, Wand & Seiðr ===== |
| - | Die Weissagung einer //vǫlva// bildet das erste Lied // | + | |
| - | Die // | + | Als [[Stabträger|Stabträger]] bezeichnet werden die Völva, aber auch die mythische Walküre Göndul/ |
| - | Am 3. Mai 2002 legten Archäologen von Wessex Archaeology ein Doppelgrab frei, drei Meilen nah an Stonehenge. Ein Mann, 35 bis 45 Jahre alt, kräftig gebaut und mit verschobener Kniescheibe links, in Hockstellung begraben nach Norden blickend, wegen des beigelegten Bogens //Amesbury Archer// genannt. Dieses Grab ist mit rund 100 Grabbeigaben das reichste jemals in England gefundene bronzezeitliche Grab und das älteste, welches Goldobjekte (Haarschmuck) enthält. Eine Isotopenanalyse des Zahnschmelzes zeigt, dass der Mann nördlich der Alpen aufgewachsen ist, etwa im Raum der Schweiz oder der angrenzenden österreichischen | + | In der Edda und anderen Schriften findet sich wiederholt |
| - | Dass der Mann ehrenvoll und reich begraben wurde, belegt die Wertschätzung und macht einen entsprechenden kulturellen Austausch wahrscheinlich. Das um 3.000 BC begonnene Stonehenge wurde um 2.300 BC mit den heute noch sichtbaren 20-Tonnen-Megalithen ausgebaut, zeitgleich finden sich erstmals Gold und Kupfer in Britannien. Das Gold der Grabbeigabe wurde auf 2.470 BC datiert - der älteste Goldfund in Britannien, die beiden Toten wurden übereinstimmend auf 2400-2200 BC datiert; Glockenbecher erscheinen in Europa ab 2.400 BC.\\ | + | * '' |
| - | Es entsteht das Bild eines Schmiedes beim Übergang von der Stein- zur Bronzezeit: körperlich kräftig, reich und angesehen, überregional unterwegs und vermutlich willkommen wegen seines Know-Hows, denn körperlich war er ein Krüppel, unfähig zur Jagd und zur Arbeit - außer | + | * '' |
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| - | Für Norwegen ließ sich zeigen, dass alle größeren Siedlungen in der Nähe von Eisenvorkommen lagen und umgekehrt fehlen solche Siedlungen in Regionen ohne Eisenerzvorkommen. (('' | + | Als Werkzeug war der //vǫlr// eine massive Stange und der //gandr// ein dünner Stab. Beide konnten zur tödlichen Waffe werden |
| - | Die Oberharzer Bergbaustadt // | + | |
| - | Eisen als wichtigster Rohstoff, Schmied als wichtigster Beruf und Seherin als spirituelle Instanz waren über den eisernen Stab miteinander verbunden; die Rolle des Schmiedes im Zusammenhang mit der »landname« wird dargestellt auf dem Stein Arde VIII aus dem [[wiki: | + | Besondere Eisenstangen |
| - | * '' | + | ===== Vǫlsi, der Pferdephallus ===== |
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| + | Das (!) Vǫlsi erscheint im übertragenen Sinne als `Bindeglied´ zwischen männlichem und weiblichem Prinzip, daher sächlich – es ist das Andere, das Dritte ((Merrill Kaplan)). Es verbindet die Seherin '' | ||
| - | ==== Vǫlsi, der Pferdephallus ==== | + | //Völsi// ist auch Beiname Odins `Sohn der Pferdevulva´ und darüber vergleichbar mit dem russischen/ |
| Die sprachlichen Wurzeln führen zu //vǫlr// `Stab, Stange´, zum Adjektiv `rund´ und zu verschiedenen Tätigkeiten des kraftübertragenden Bewegens wie stoßen, rollen, spalten, drehen, winden, wälzen. | Die sprachlichen Wurzeln führen zu //vǫlr// `Stab, Stange´, zum Adjektiv `rund´ und zu verschiedenen Tätigkeiten des kraftübertragenden Bewegens wie stoßen, rollen, spalten, drehen, winden, wälzen. | ||
| - | Davon abgeleitet ist die Bezeichnung //vǫlsi// ((Auch volsi, uolse. Als Völski eine Gottheit in der //Ásmundur flagðagæfa// | + | Davon abgeleitet ist die Bezeichnung //vǫlsi// ((Auch volsi, uolse. Als Völski eine Gottheit in der //Ásmundur flagðagæfa// |
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| - | Das (!) Vǫlsi erscheint im übertragenen Sinne als `Bindeglied´ zwischen männlichem und weiblichem Prinzip, daher sächlich – es ist das Andere, das Dritte ((Heads and tales: Mímir, Völsi, and the pursuit of prophecy Merrill Kaplan )). Es verbindet die Seherin '' | + | ==== Verweise ==== |
| - | //Völsi// ist auch Beiname Odins `Sohn der Pferdevulva´ und darüber vergleichbar mit dem russischen/ | ||
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| - | * //Waller//, Wallfahrt, Wallfahrer\\ `Stabträger´ aus derselben Wurzel, doch ist die Bedeutung von Macht oder Magie dem Pilger abhanden gekommen. | + | * //[[wallern|Waller]]//, Wallfahrt, Wallfahrer\\ `Stabträger´ aus derselben Wurzel, doch ist die Bedeutung von Macht oder Magie dem [[pilger|Pilger]] abhanden gekommen. |
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