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   Peter Rosegger: Nixnutzig Volk, 1914   Peter Rosegger: Nixnutzig Volk, 1914
  
-  * //**[[https://www.rdklabor.de/wiki/Buchs,_Buchsbaum|Buchsbaumholz]]**//(Buxus sempervirens) für **Grabstöcke**, denn er hat das härteste europäische Holz. Bekannt sind 171.000 Jahre alte Grabstöcke, von Neandertalern hergestellt (( ''Biancamaria Aranguren'' etal.\\//Wooden tools and fire technology in the early Neanderthal site of Poggetti Vecchi//(Italy)\\ In: PNAS. Vorab veröffentlicht am 5. Februar 2018, doi:10.1073/pnas.1716068115 )). Später wurden aus Buchs (engl. boxtree) auch "Büchsen" gemacht.\\ Der immergrüne Buchs gilt als Lebensbaum, er ist pharmazeutisch hochwirksam und giftig; die Pfeile ''Amors'' bestehen daraus. Er ist Attribut von ''Merkur'', war dem ''Hades'' und der ''Kybele'' geweiht.\\ Ersatzweise://Eichen, Wacholder, Eschen//.+  * //**[[https://www.rdklabor.de/wiki/Buchs,_Buchsbaum|Buchsbaumholz]]**//(Buxus sempervirens) für **Grabstöcke**, denn er hat das härteste europäische Holz. Bekannt sind 171.000 Jahre alte Grabstöcke, von Neandertalern hergestellt (( ''Biancamaria Aranguren'' etal.\\ //Wooden tools and fire technology in the early Neanderthal site of Poggetti Vecchi//(Italy)\\ In: PNAS. Vorab veröffentlicht am 5. Februar 2018, doi:10.1073/pnas.1716068115 )). Später wurden aus Buchs (engl. boxtree) auch "Büchsen" gemacht.\\ Der immergrüne Buchs gilt als Lebensbaum, er ist pharmazeutisch hochwirksam und giftig; die Pfeile ''Amors'' bestehen daraus. Er ist Attribut von ''Merkur'', war dem ''Hades'' und der ''Kybele'' geweiht.\\ Ersatzweise://Eichen, Wacholder, Eschen//.
   * **Edelkastanie**  (Castanea sativa, engl. chestnut) für **Pilgerstöcke**, denn das Holz ist äußerst witterungsbeständig, die Frucht ein Grundnahrungsmittel.\\ Die Kastanie steht in der christlichen Symbolik für Güte, Keuschheit und Stärke gegen die Versuchung; in der Antike war sie ''Zeus'' geweiht.   * **Edelkastanie**  (Castanea sativa, engl. chestnut) für **Pilgerstöcke**, denn das Holz ist äußerst witterungsbeständig, die Frucht ein Grundnahrungsmittel.\\ Die Kastanie steht in der christlichen Symbolik für Güte, Keuschheit und Stärke gegen die Versuchung; in der Antike war sie ''Zeus'' geweiht.
   * **Eberesche** (Sorbus aucuparia, engl. Rowan, auch: wayfarer's, [[wiki:baum_der_reisenden|traveler's tree]]) fürs Kälberquicken mit dem **Spieß** oder dem [[http://fwb-online.de/go/partholz.s.2n_1573745141|Partholz]], denn das Holz ist sehr dicht, hochfest mit hoher Elastizität.\\ Die Vogelbeere oder//Quitsche, Quecke,//`lebendig, schnell´ ist keine Esche, galt aber als  **Lebensrute**, vermutlich weil sie im Frühjahr zu den ersten sich belaubenden Baumarten zählt und damit zum Symbol des Wiedererwachens nach dem Winter wurde.\\ ''Thor'' rettete sich mit Hilfe einer Eberesche aus dem Fluss, sie symbolisiert den Blitz ((`Eberesche´ < gall. eburos ‚Eibe‘ < idg. *erebʰ- ‚ dunkelrötlich, bräunlich‘ wegen der Rinden- und Beerenfarbe; für Werkzeugstiele, Schlitten, Baseballschläger, Billard-Queues, Wagnerei und Schiffbau: Maste, Bäume, Pinnen.)).\\ Ersatzweise://Kreuzdorn, Weißdorn, Kranewittbir (Wacholder)//.   * **Eberesche** (Sorbus aucuparia, engl. Rowan, auch: wayfarer's, [[wiki:baum_der_reisenden|traveler's tree]]) fürs Kälberquicken mit dem **Spieß** oder dem [[http://fwb-online.de/go/partholz.s.2n_1573745141|Partholz]], denn das Holz ist sehr dicht, hochfest mit hoher Elastizität.\\ Die Vogelbeere oder//Quitsche, Quecke,//`lebendig, schnell´ ist keine Esche, galt aber als  **Lebensrute**, vermutlich weil sie im Frühjahr zu den ersten sich belaubenden Baumarten zählt und damit zum Symbol des Wiedererwachens nach dem Winter wurde.\\ ''Thor'' rettete sich mit Hilfe einer Eberesche aus dem Fluss, sie symbolisiert den Blitz ((`Eberesche´ < gall. eburos ‚Eibe‘ < idg. *erebʰ- ‚ dunkelrötlich, bräunlich‘ wegen der Rinden- und Beerenfarbe; für Werkzeugstiele, Schlitten, Baseballschläger, Billard-Queues, Wagnerei und Schiffbau: Maste, Bäume, Pinnen.)).\\ Ersatzweise://Kreuzdorn, Weißdorn, Kranewittbir (Wacholder)//.
-  * **[[https://www.rdklabor.de/wiki/Eibe|Eibe]]**  (Taxus baccata, engl. yew) für **Spieße**, **Speere**, **Lanzen** und **Bögen**, denn das Eibenholz ist schwer und fäulnisresistent und vereint rotes, hartes, auf Druck belastbares Kernholz mit hellem, elastischem, auf Zug belastbarem Splintholz. Bekannt ist ein rund 120.000 Jahre alter Speer, mit dem Neandertaler jagten ((Ein 2,38 m langer Speer aus Eibenholz (»Lehringer Lanze«) bewies erstmalig, dass vor etwa 128.000 bis 115.000 Jahren Neandertaler mit Waffen jagten. »Dieser ist am dünneren Ende scharf zugespitzt und im Feuer gehärtet. Der Schwerpunkt liegt hinter der Mitte, was auf seine Verwendung als Stoßwaffe hinweist.«\\ ''Karl Dietrich Adam''\\//Der Waldelefant von Lehringen – eine Jagdbeute des diluvialen Menschen//\\ Quartär 5, 1951, S. 79–92, [[http://www.quartaer.eu/pdfs/1951/1951_05_adam.pdf|pdf]]\\ //Die Lanze von Lehringen//, [[https://www.spiegel.de/spiegel/print/d-31969194.html|Der Spiegel 09.02.1955]]) )).\\ Odins Speer//Gungnir//, die Heilige Lanze des Römischen Reiches und die irischen Bischofstäbe bestehen aus Eibe ((→ Literaturliste [[wiki:literaturliste_stock_stab|Stock und Stab]]: ''Griffin Murray''2007))\\ Die Eibe verbindet in vielen Kulturen Diesseits und Jenseits, hängt mit Tod und Wiedergeburt zusammen und ist vermutlich identisch mit dem Weltenbaum Yggdrasil aus der germanischen Mythologie (( ''F. Hageneder''\\//Die Weisheit der Bäume//. Franckh-Kosmos Verlags-GmbH, Stuttgart 2006, S. 198-205\\ ''E. Zürcher'' etal\\ Schweizerische Forstzeitschrift für Forstwesen 5/1998 (//Themenheft zur Eibe//). Schweizerischer Forstverein, Zürich, S. 313-327//"Die Eibe in der Mythologie und Volkskultur"//)), sie war der heilige Baum der ''Hekate''.+  * **[[https://www.rdklabor.de/wiki/Eibe|Eibe]]**  (Taxus baccata, engl. yew) für **Spieße**, **Speere**, **Lanzen** und **Bögen**, denn das Eibenholz ist schwer und fäulnisresistent und vereint rotes, hartes, auf Druck belastbares Kernholz mit hellem, elastischem, auf Zug belastbarem Splintholz. Bekannt ist ein rund 120.000 Jahre alter Speer, mit dem Neandertaler jagten ((Ein 2,38 m langer Speer aus Eibenholz (»Lehringer Lanze«) bewies erstmalig, dass vor etwa 128.000 bis 115.000 Jahren Neandertaler mit Waffen jagten. »Dieser ist am dünneren Ende scharf zugespitzt und im Feuer gehärtet. Der Schwerpunkt liegt hinter der Mitte, was auf seine Verwendung als Stoßwaffe hinweist.«\\ ''Karl Dietrich Adam''\\ //Der Waldelefant von Lehringen – eine Jagdbeute des diluvialen Menschen//\\ Quartär 5, 1951, S. 79–92, [[http://www.quartaer.eu/pdfs/1951/1951_05_adam.pdf|pdf]]\\ //Die Lanze von Lehringen//, [[https://www.spiegel.de/spiegel/print/d-31969194.html|Der Spiegel 09.02.1955]]) )).\\ Odins Speer//Gungnir//, die Heilige Lanze des Römischen Reiches und die irischen Bischofstäbe bestehen aus Eibe ((→ Literaturliste [[wiki:literaturliste_stock_stab|Stock und Stab]]: ''Griffin Murray''2007))\\ Die Eibe verbindet in vielen Kulturen Diesseits und Jenseits, hängt mit Tod und Wiedergeburt zusammen und ist vermutlich identisch mit dem Weltenbaum Yggdrasil aus der germanischen Mythologie (( ''F. Hageneder''\\ //Die Weisheit der Bäume//. Franckh-Kosmos Verlags-GmbH, Stuttgart 2006, S. 198-205\\ ''E. Zürcher'' etal\\ Schweizerische Forstzeitschrift für Forstwesen 5/1998 (//Themenheft zur Eibe//). Schweizerischer Forstverein, Zürich, S. 313-327//"Die Eibe in der Mythologie und Volkskultur"//)), sie war der heilige Baum der ''Hekate''.
   * **[[https://www.rdklabor.de/wiki/Esche,_Eschenholz|Esche]]** (Fraxinus excelsior, engl. ash) für die **Tragstange** (furca) der römischen Soldaten ebenso wie für Ballettstangen, denn sie liefert eines der wertvollsten hemischen Edellaubhölzer wegen ihrer Dauerhaftigkeit, Elastizität, Biegsamkeit, Festigkeit, Splitterfreiheit,\\ In der griechischen Mythologie das Holz für den Speer des [[liste_anthropomorpher_mischwesen|Kentauren]] ''Chiron'', mit dem ''Achilles'' in der Schlacht von Troja ''Hektor'' tötete. In der germanischen Mythologie wird aus der Esche der Mann (Ask), aus der Ulme die Frau (Embla) gezeugt. Der Weltenbaum Yggdrasil ist eine Esche.   * **[[https://www.rdklabor.de/wiki/Esche,_Eschenholz|Esche]]** (Fraxinus excelsior, engl. ash) für die **Tragstange** (furca) der römischen Soldaten ebenso wie für Ballettstangen, denn sie liefert eines der wertvollsten hemischen Edellaubhölzer wegen ihrer Dauerhaftigkeit, Elastizität, Biegsamkeit, Festigkeit, Splitterfreiheit,\\ In der griechischen Mythologie das Holz für den Speer des [[liste_anthropomorpher_mischwesen|Kentauren]] ''Chiron'', mit dem ''Achilles'' in der Schlacht von Troja ''Hektor'' tötete. In der germanischen Mythologie wird aus der Esche der Mann (Ask), aus der Ulme die Frau (Embla) gezeugt. Der Weltenbaum Yggdrasil ist eine Esche.
   * **Hainbuchen** (Carpinus betulus, engl. hornbeam) für **Spieße** ((http://www.woerterbuchnetz.de/DWB?lemma=spieszstange)), denn sie liefert das dichteste Holz aller heimischen Nutzholzarten und ist nur schwer spaltbar: »Er ist von Hainbuchen, woran man die Schweinspiesse schäftet« ((K.F.W. Wander, Deutsches Sprichwörter-Lexicon)).\\ Im [[wiki:zeitleiste_reisegenerationen#Der Blick zurück: Das Mittelalter als Epoche| Mittelalter ]] galt sie als das »Holz der weisen Frauen«, wohl weil die »Hagenbuche« als Hecke (Einfriedung) zur [[wiki:wildnis|Wildnis]] angebaut wurde und die Hagazussa (Heckenreiterin, Hexe) als [[wiki:grenzgaenger|Grenzgänger]] in diesem Bereich zuhause war.   * **Hainbuchen** (Carpinus betulus, engl. hornbeam) für **Spieße** ((http://www.woerterbuchnetz.de/DWB?lemma=spieszstange)), denn sie liefert das dichteste Holz aller heimischen Nutzholzarten und ist nur schwer spaltbar: »Er ist von Hainbuchen, woran man die Schweinspiesse schäftet« ((K.F.W. Wander, Deutsches Sprichwörter-Lexicon)).\\ Im [[wiki:zeitleiste_reisegenerationen#Der Blick zurück: Das Mittelalter als Epoche| Mittelalter ]] galt sie als das »Holz der weisen Frauen«, wohl weil die »Hagenbuche« als Hecke (Einfriedung) zur [[wiki:wildnis|Wildnis]] angebaut wurde und die Hagazussa (Heckenreiterin, Hexe) als [[wiki:grenzgaenger|Grenzgänger]] in diesem Bereich zuhause war.
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   * **Wacholderbäumchen** (Juniperus) als **Knotenstock**:\\ Sein Wachstum ließ ihn als »Lebensbaum« erscheinen: immergrün, jung, kräftig, frisch, lebendig, daher auch: Quechholder, Queke; aus ihm bestand auch die Lebensrute der //Holda// (Frau Holle). Wacholderstäbe sind äußerst witterungsbeständig. »Vor einem Kranawetstrauch (Wacholder) soll man den Hut abnehmen, vor einem Hollerbüschen niederknien« ((K. F. W. Wander, Deutsches Sprichwörter-Lexicon)).    * **Wacholderbäumchen** (Juniperus) als **Knotenstock**:\\ Sein Wachstum ließ ihn als »Lebensbaum« erscheinen: immergrün, jung, kräftig, frisch, lebendig, daher auch: Quechholder, Queke; aus ihm bestand auch die Lebensrute der //Holda// (Frau Holle). Wacholderstäbe sind äußerst witterungsbeständig. »Vor einem Kranawetstrauch (Wacholder) soll man den Hut abnehmen, vor einem Hollerbüschen niederknien« ((K. F. W. Wander, Deutsches Sprichwörter-Lexicon)). 
   * **Weißdorn**  (Crataegus, engl. hawthorn, quickthorn), denn das Holz ist sehr hart und elastisch. Er steht oft in der Nähe von Quellen, blüht weiß im Mai und manchmal ein zweites Mal im Dezember.\\ Wohl  daher werden ihm schützende magische Kräfte zugeschrieben. Dem Mythos nach der Wanderstab des ''Joseph von Arimathäa'' ((''Claudia Schülke''\\ //Wilde Träume, starkes Herz//\\ FAZ 05.07.2019)).    * **Weißdorn**  (Crataegus, engl. hawthorn, quickthorn), denn das Holz ist sehr hart und elastisch. Er steht oft in der Nähe von Quellen, blüht weiß im Mai und manchmal ein zweites Mal im Dezember.\\ Wohl  daher werden ihm schützende magische Kräfte zugeschrieben. Dem Mythos nach der Wanderstab des ''Joseph von Arimathäa'' ((''Claudia Schülke''\\ //Wilde Träume, starkes Herz//\\ FAZ 05.07.2019)). 
-  * Ahornbrett & Lindenbohrer, Efeubrett & Ulmenbohrer, Athragene (Waldrebe) & Lorbeerbohrer, Pappelbrett & Haselbohrer zum [[wiki:lagerfeuer|Feuerreiben]]; der Vorgang des **Feuerbohrens** //pyreia// mit Stock (trepanon) und Bogen wird von ''Theophrast'' und ''Plinius'' genau beschrieben ((''Wolfgang Habermann''\\  Brennstoffe im griechisch-römischen Ägypten (und darüber hinaus) I: Brennholz\\ in:  "... vor dem Papyrus sind alle Gleich!":\\ papyrologische Beiträge zu Ehren von Bärbel Kramer (P. Kramer)\\  +  * Ahornbrett & Lindenbohrer, Efeubrett & Ulmenbohrer, Athragene (Waldrebe) & Lorbeerbohrer, Pappelbrett & Haselbohrer zum [[wiki:lagerfeuer|Feuerreiben]]; der Vorgang des **Feuerbohrens** //pyreia// mit Stock (trepanon) und Bogen wird von ''Theophrast'' und ''Plinius'' genau beschrieben ((''Wolfgang Habermann''\\ Brennstoffe im griechisch-römischen Ägypten (und darüber hinaus) I: Brennholz\\ in:  "... vor dem Papyrus sind alle Gleich!":\\ papyrologische Beiträge zu Ehren von Bärbel Kramer (P. Kramer)\\  
-Archiv für Papyrusforschung und verwandte Gebiete, Beiheft 27\\  Hg.: Raimar Eberhard, Holger Kockelmann, Stefan Pfeiffer, Maren Schentuleit\\ Walter de Gruyter, 2009, S. 32-71, hier: S. 57, Fußnote 62\\ → Literaturliste [[wiki:literaturliste_stock_stab|Stock und Stab]]: ''Frank Trommer, Angela Holdermann'' 2015)) +Archiv für Papyrusforschung und verwandte Gebiete, Beiheft 27\\ Hg.: Raimar Eberhard, Holger Kockelmann, Stefan Pfeiffer, Maren Schentuleit\\ Walter de Gruyter, 2009, S. 32-71, hier: S. 57, Fußnote 62\\ → Literaturliste [[wiki:literaturliste_stock_stab|Stock und Stab]]: ''Frank Trommer, Angela Holdermann'' 2015)) 
  
-Die Namen von Kornelkirsche, Hasel, Esche und Mistel verweisen mit ihrer indogermanischen Sprachwurzel auf ein Alter von mindestens 3.000 Jahren ((Helmut Genaust\\ Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen\\ Basel : Birkhäuser, 1983. S. 12)). Tatsachenerfahrungen wurden leichter tradiert, wenn sie in Geschichten weitergegeben werden konnten. Das Wissen zu speichern war Sache von Druiden oder weisen Frauen. ((''Max Höfler''\\ //Volksmedizinische Botanik der Germanen//\\ Quellen und Forschungen zur deutschen Volkskunde Band 5\\ Ludwig, Wien 1908\\ ''Stefan Steinbrecher''\\ //Der Baum in der altwestnordischen Literatur//\\ Masterarbeit an der Universität Wien 2018 [[http://othes.univie.ac.at/50904/1/53482.pdf|pdf]]\\ ''M. Beuchert''\\//Symbolik der Pflanzen//\\ Insel Frankfurt am Main 1995\\ ''S. Fischer-Rizzi''\\//Blätter von Bäumen//\\ Hugendubel  München 1993 \\ ''H. E.Hengel''\\//Heilpflanze Baum//\\ Orac Wien 1987\\ ''D. Laudert''\\//Mythos Baum//\\ BLV München 2003\\ ''Vincenz Jacob von Zuccalmaglio''\\//Die deutschen Volksfeste, Volksbräuche und deutscher Volksglaube in Sagen, Märlein und Volksliedern ...//\\ Bädeker , Iserlohn u. Elberfeld 1858, [[http://mdz-nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bvb:12-bsb10002288-4 |Digitalisat]] S. 148 ff. »Heilige Sträucher und Bäume)). Umfangreiche vorwissenschaftliche Erfahrungen wurden in der Kultur verankert als Vorstellungen über die spirituelle »Kraft«, in Erzählungen und Mythen. So oder so: Die technische Analyse oder das Anwenden traditioneller Methoden führen zu ähnlichen Ergebnissen.+Die Namen von Kornelkirsche, Hasel, Esche und Mistel verweisen mit ihrer indogermanischen Sprachwurzel auf ein Alter von mindestens 3.000 Jahren ((Helmut Genaust\\ Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen\\ Basel : Birkhäuser, 1983. S. 12)). Tatsachenerfahrungen wurden leichter tradiert, wenn sie in Geschichten weitergegeben werden konnten. Das Wissen zu speichern war Sache von Druiden oder weisen Frauen. ((''Max Höfler''\\ //Volksmedizinische Botanik der Germanen//\\ Quellen und Forschungen zur deutschen Volkskunde Band 5\\ Ludwig, Wien 1908\\ ''Stefan Steinbrecher''\\ //Der Baum in der altwestnordischen Literatur//\\ Masterarbeit an der Universität Wien 2018 [[http://othes.univie.ac.at/50904/1/53482.pdf|pdf]]\\ ''M. Beuchert''\\ //Symbolik der Pflanzen//\\ Insel Frankfurt am Main 1995\\ ''S. Fischer-Rizzi''\\ //Blätter von Bäumen//\\ Hugendubel  München 1993\\ ''H. E.Hengel''\\ //Heilpflanze Baum//\\ Orac Wien 1987\\ ''D. Laudert''\\ //Mythos Baum//\\ BLV München 2003\\ ''Vincenz Jacob von Zuccalmaglio''\\ //Die deutschen Volksfeste, Volksbräuche und deutscher Volksglaube in Sagen, Märlein und Volksliedern ...//\\ Bädeker , Iserlohn u. Elberfeld 1858, [[http://mdz-nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bvb:12-bsb10002288-4 |Digitalisat]] S. 148 ff. »Heilige Sträucher und Bäume)). Umfangreiche vorwissenschaftliche Erfahrungen wurden in der Kultur verankert als Vorstellungen über die spirituelle »Kraft«, in Erzählungen und Mythen. So oder so: Die technische Analyse oder das Anwenden traditioneller Methoden führen zu ähnlichen Ergebnissen.
  
 === Das Anfertigen === === Das Anfertigen ===
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-| dynamisch| Schlagen | Masse ^ Keule |Mörserkeule \\ Knoten-, Schlagstock\\ Knüttel, Knüppel, Prügel |+| dynamisch| Schlagen | Masse ^ Keule |Mörserkeule\\ Knoten-, Schlagstock\\ Knüttel, Knüppel, Prügel |
 | dynamisch| Schlagen | Elastizität ^ Rute | Lebens-, Zuchtrute| | dynamisch| Schlagen | Elastizität ^ Rute | Lebens-, Zuchtrute|
 | dynamisch| Werfen | Auftriebsform ^ Wurfholz | Lagobolon, Bumerang | | dynamisch| Werfen | Auftriebsform ^ Wurfholz | Lagobolon, Bumerang |
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   Georg Christoph Lichtenberg (1742 - 1799) Sudelbuch E   Georg Christoph Lichtenberg (1742 - 1799) Sudelbuch E
  
-Der natürliche Rohrstock pseudoverholzender Gewächse heißt in vielen Sprachen //cane// (engl.), //canne// (frz.), //canna// (lat.) bis hin zur indogerman. Wurzel //kanna//. Erstaunlicherweise hat er in den semitischen Sprachen ebenfalls die Wurzel q-n ((ebl. ga-nu-wu, ga-nu-um, qanûm, akk. qanû, ug. QNY, gnh, pun. qnh, he. qānæh, aram. qanjā, ar. qana(n) aus: ''Mohammad Ali Hajouz'' \\ //Der Wortschatz der Ebla-Texte// \\ Morphologische und lexikalische Analyse\\ Diss. Universität Jena 2013, hier S. 554f.)) immer als `Rohr, Schilfrohr´ und verweist damit auf ein sehr hohes Alter ((''Isaac Mozeson''\\ //The Word//\\ The dictionary that reveals the Hebrew source of English\\ SPI Books, New York 2015, hier S. 40 `cane´)). Dem entspricht griechisches calamos mit indogermanischer Wurzel und lateinisches arundo, für das altägyptische Entlehnung möglich erscheint (arum > Aronstab). +Der natürliche Rohrstock pseudoverholzender Gewächse heißt in vielen Sprachen //cane// (engl.), //canne// (frz.), //canna// (lat.) bis hin zur indogerman. Wurzel //kanna//. Erstaunlicherweise hat er in den semitischen Sprachen ebenfalls die Wurzel q-n ((ebl. ga-nu-wu, ga-nu-um, qanûm, akk. qanû, ug. QNY, gnh, pun. qnh, he. qānæh, aram. qanjā, ar. qana(n) aus: ''Mohammad Ali Hajouz''\\ //Der Wortschatz der Ebla-Texte//\\ Morphologische und lexikalische Analyse\\ Diss. Universität Jena 2013, hier S. 554f.)) immer als `Rohr, Schilfrohr´ und verweist damit auf ein sehr hohes Alter ((''Isaac Mozeson''\\ //The Word//\\ The dictionary that reveals the Hebrew source of English\\ SPI Books, New York 2015, hier S. 40 `cane´)). Dem entspricht griechisches calamos mit indogermanischer Wurzel und lateinisches arundo, für das altägyptische Entlehnung möglich erscheint (arum > Aronstab). 
  
 Ein solches Rohr unterscheidet sich vom Stock durch besondere Eigenschaften, denn:  Ein solches Rohr unterscheidet sich vom Stock durch besondere Eigenschaften, denn: 
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 Entwicklungsgeschichtlich sind Stöcke und Stäbe wesentlich durch die natürlichen Eigenschaften und Wuchsformen verholzender (Bäume, Sträucher, Stauden) und pseudo-verholzender (Steckenkräuter, Bambus) Gewächse bestimmt.  Es ist daher anzunehmen, dass die frühe Nutzung von Stäben durch //»function follows form«// geprägt wurde, gefolgt von einer durch die Erfahrung geprägte Optimierung natürlicher Formen und spielerisch erprobter Zweckentfremdung (»exaptation«), bevor es zu Erfindungen wie der Schäftung kam, bei dem sich technisches Denken in //»form follows function«// spiegelt ((''Ronald A. Finke, Thomas B. Ward, Steven M. Smith''\\ //Creative Cognition//\\ Theory, Research and Applications.\\ MIT Press, Cambridge 1996.)).\\  Entwicklungsgeschichtlich sind Stöcke und Stäbe wesentlich durch die natürlichen Eigenschaften und Wuchsformen verholzender (Bäume, Sträucher, Stauden) und pseudo-verholzender (Steckenkräuter, Bambus) Gewächse bestimmt.  Es ist daher anzunehmen, dass die frühe Nutzung von Stäben durch //»function follows form«// geprägt wurde, gefolgt von einer durch die Erfahrung geprägte Optimierung natürlicher Formen und spielerisch erprobter Zweckentfremdung (»exaptation«), bevor es zu Erfindungen wie der Schäftung kam, bei dem sich technisches Denken in //»form follows function«// spiegelt ((''Ronald A. Finke, Thomas B. Ward, Steven M. Smith''\\ //Creative Cognition//\\ Theory, Research and Applications.\\ MIT Press, Cambridge 1996.)).\\ 
-Dabei können Knochen, Hörner und Geweihstangen Vorbild nicht nur für Formen geliefert haben, denn was sich mit einem Gehörn alles bewerkstelligen lässt, zeigen wilde Tiere dem Beobachter kämpfend, im Boden wühlend, stoßend und reibend.\\  +Dabei können Knochen, Hörner und Geweihstangen Vorbild nicht nur für Formen geliefert haben, denn was sich mit einem Gehörn alles bewerkstelligen lässt, zeigen wilde Tiere dem Beobachter kämpfend, im Boden wühlend, stoßend und reibend.\\ 
 Mineralstäbe gibt es in Form von //Fulguriten//, zerbrechlichen glasartigen Blitzröhren, die im Sand durch Blitzeinschlag entstanden. Auch manche Minerale (insbesondere Quarzite und Calcite) können stabähnliche Kristalle bilden wie etwa Bergkristall. Mineralstäbe gibt es in Form von //Fulguriten//, zerbrechlichen glasartigen Blitzröhren, die im Sand durch Blitzeinschlag entstanden. Auch manche Minerale (insbesondere Quarzite und Calcite) können stabähnliche Kristalle bilden wie etwa Bergkristall.
  
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 | **Lagobolon** | | dünner werdend | ᴧ-Form\\ verdickt| Pan, Wurfstock, Amtsstab| etrusk., griech. | | **Lagobolon** | | dünner werdend | ᴧ-Form\\ verdickt| Pan, Wurfstock, Amtsstab| etrusk., griech. |
 | **(Ast-)gabel**\\ lat. furca | | | ∪-Form | Heu-, Mistgabel | phön. Moloch | | **(Ast-)gabel**\\ lat. furca | | | ∪-Form | Heu-, Mistgabel | phön. Moloch |
-| **Dreizack**\\ lat. tridens \\ gr. θρῖναξ  | | | Ψ-Form |ind. Trishula | ind. Lokapala, ägypt. Serapis\\ gr. Poseidon, Triton, röm. Neptun |+| **Dreizack**\\ lat. tridens\\ gr. θρῖναξ  | | | Ψ-Form |ind. Trishula | ind. Lokapala, ägypt. Serapis\\ gr. Poseidon, Triton, röm. Neptun |
 | **»Blitz«**\\ lat. fulmen, fulgur| | Astform | ℘\\ gezwirbelt  |Vorform für Caduceus | etrusk. Turms\\ Blitzsymbol | | **»Blitz«**\\ lat. fulmen, fulgur| | Astform | ℘\\ gezwirbelt  |Vorform für Caduceus | etrusk. Turms\\ Blitzsymbol |
 | **Wünschelrute**\\ lat. virgula divina | | | Y-Form | | | | **Wünschelrute**\\ lat. virgula divina | | | Y-Form | | |
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 Diese Typologie differenziert nach den //Formen// des Stabes, daher zeigen sich ursprüngliche Eigenschaften des Materials oder der Kräfte nur angedeutet oder indirekt. Äußerlichkeiten wie Krümme oder Knoten lassen ursprünglich auf ein biegsames Material oder ein hohles Rohr schließen, sie können jedoch auch konstruktiv bedingt sein, etwa indem eine Krümme auf ein Rohr aufgesetzt wurde.  Diese Typologie differenziert nach den //Formen// des Stabes, daher zeigen sich ursprüngliche Eigenschaften des Materials oder der Kräfte nur angedeutet oder indirekt. Äußerlichkeiten wie Krümme oder Knoten lassen ursprünglich auf ein biegsames Material oder ein hohles Rohr schließen, sie können jedoch auch konstruktiv bedingt sein, etwa indem eine Krümme auf ein Rohr aufgesetzt wurde. 
  
-Griechischer Kerykeion ((→ Literaturliste [[wiki:literaturliste_stock_stab|Stock und Stab]]: ''Franz Beotzkes''1913 )) und römischer [[http://www.rdklabor.de/wiki/Caduceus|caduceus]] ((hebräisch kados `heilig´, siehe ''F. Nork''\\//Vergleichende Mythologie zum nähern Verständniss vieler Bibelstelllen//Leipzig 1836)) sind im Prinzip identisch, werden jedoch über die [[wiki:zeitleiste_reisegenerationen|Jahrhunderte]] äußerst unterschiedlich dargestellt. Je nach Genauigkeit einer Darstellung ist es schwer oder auch unmöglich ähnliche Symbole zu unterscheiden: zwei Spitzen könnten Triebe sein, eine Mondsichel, stilisierte Schlangen ((''Percy Preston''\\ Metzler Lexikon antiker Bildmotive\\ Metzler, Stuttgart, Weimar 1997)). Die Darstellung mit zwei Schlangen - bis heute Zeichen der heilenden Berufe - ist die jüngste und vieldeutigste, sie vereint: den Äskulapstab, den Patriarchenstab//Kerykeion//, den Bischofstab von ''Otto von Bamberg'', den//Caduceus//von Hermes, Merkur, Turms, die Stäbe von//Moses//und//Aaron//, die Stäbe der ägyptischen Pharaos und Magier. Ob der Schlangenstab in Ägypten (dem Mutterland der Magie und Chemie) wurzelt oder in Mesopotamien ((''A.L. Frothingham''\\//The Babylonian Origin of Hermes the Snake-God, and of the Caduceus//\\ AJA 20.2 (1916) 175‐211)) sei dahingestellt. Allerdings ähnelt das Keilschriftzeichen für Schlange (BU) dem WAS-Zepter; die gegabelte Spitze stellt deutlich eine doppelzüngige Schlange dar.\\  +Griechischer Kerykeion ((→ Literaturliste [[wiki:literaturliste_stock_stab|Stock und Stab]]: ''Franz Beotzkes''1913 )) und römischer [[http://www.rdklabor.de/wiki/Caduceus|caduceus]] ((hebräisch kados `heilig´, siehe ''F. Nork''\\ //Vergleichende Mythologie zum nähern Verständniss vieler Bibelstelllen//Leipzig 1836)) sind im Prinzip identisch, werden jedoch über die [[wiki:zeitleiste_reisegenerationen|Jahrhunderte]] äußerst unterschiedlich dargestellt. Je nach Genauigkeit einer Darstellung ist es schwer oder auch unmöglich ähnliche Symbole zu unterscheiden: zwei Spitzen könnten Triebe sein, eine Mondsichel, stilisierte Schlangen ((''Percy Preston''\\ Metzler Lexikon antiker Bildmotive\\ Metzler, Stuttgart, Weimar 1997)). Die Darstellung mit zwei Schlangen - bis heute Zeichen der heilenden Berufe - ist die jüngste und vieldeutigste, sie vereint: den Äskulapstab, den Patriarchenstab//Kerykeion//, den Bischofstab von ''Otto von Bamberg'', den//Caduceus//von Hermes, Merkur, Turms, die Stäbe von//Moses//und//Aaron//, die Stäbe der ägyptischen Pharaos und Magier. Ob der Schlangenstab in Ägypten (dem Mutterland der Magie und Chemie) wurzelt oder in Mesopotamien ((''A.L. Frothingham''\\ //The Babylonian Origin of Hermes the Snake-God, and of the Caduceus//\\ AJA 20.2 (1916) 175‐211)) sei dahingestellt. Allerdings ähnelt das Keilschriftzeichen für Schlange (BU) dem WAS-Zepter; die gegabelte Spitze stellt deutlich eine doppelzüngige Schlange dar.\\  
-Ältere Darstellungen zeigen Halbkreise und Kreise, die sich als Sichel, Mond, Sonne oder Acht deuten ließen. Die Vielzahl der Caduceus-Formen hat ''de Waele'' zusammengestellt und geordnet ((''Ferdinand Joseph M. de Waele''\\ //The magic staff or rod in graeco-italian antiquity// \\ Erasmus, Gent 1927\\ Die archaichste Form des Stabes erinnert an eine ebenfalls alte Darstellung des »Blitzbündels« durch den Gott ''Adad'' auf einem nicht datierten babylonischen [[https://ia902702.us.archive.org/14/items/lightfromeastor00ballgoog/lightfromeastor00ballgoog.pdf|Rollsiegel]], siehe:\\ ''Charles J. Ball''\\//Light from the east or the witness of the monuments//\\: an introduction to the study of biblical archaeology.\\ London : Eyre & Spottiswoode, 1899, S. 12)) und führt die abstrahierten geometrischen Formen letztlich zurück auf den `gegabelten Ast´, dessen lange Zweigspitzen mehr oder weniger gekrümmt, gebogen, verzwirbelt wachsen oder so geformt werden. Stäbe, denen diese natürliche Form des Astes noch anzusehen ist, führt der etruskische [[wiki:reisegoetter|Reisegott]] ''Trums'' und selten sind sie auch in griechischen Motiven zu finden ((z.B. ''Anneliese Peschlow-Bindokat''\\//Demeter und Persephone in der Attischen Kunst des 6. bis 4.  +Ältere Darstellungen zeigen Halbkreise und Kreise, die sich als Sichel, Mond, Sonne oder Acht deuten ließen. Die Vielzahl der Caduceus-Formen hat ''de Waele'' zusammengestellt und geordnet ((''Ferdinand Joseph M. de Waele''\\ //The magic staff or rod in graeco-italian antiquity//\\ Erasmus, Gent 1927\\ Die archaichste Form des Stabes erinnert an eine ebenfalls alte Darstellung des »Blitzbündels« durch den Gott ''Adad'' auf einem nicht datierten babylonischen [[https://ia902702.us.archive.org/14/items/lightfromeastor00ballgoog/lightfromeastor00ballgoog.pdf|Rollsiegel]], siehe:\\ ''Charles J. Ball''\\ //Light from the east or the witness of the monuments//\\ : an introduction to the study of biblical archaeology.\\ London : Eyre & Spottiswoode, 1899, S. 12)) und führt die abstrahierten geometrischen Formen letztlich zurück auf den `gegabelten Ast´, dessen lange Zweigspitzen mehr oder weniger gekrümmt, gebogen, verzwirbelt wachsen oder so geformt werden. Stäbe, denen diese natürliche Form des Astes noch anzusehen ist, führt der etruskische [[wiki:reisegoetter|Reisegott]] ''Trums'' und selten sind sie auch in griechischen Motiven zu finden ((z.B. ''Anneliese Peschlow-Bindokat''\\ //Demeter und Persephone in der Attischen Kunst des 6. bis 4.  
-[[wiki:zeitleiste_reisegenerationen#Die griechisch-römische Antike|Jahrhunderts]] v. Chr.//,\\ Sonderdruck des Deutschen Archäologischen Instituts, Band 87, 1972; Berlin, Walter de Gruyter, S. 61-157, hier S. 96 ''Hermes'' mit Astgabel in einer sehr archaischen Szene, bei der ''Persephone'' aus dem Boden wächst und ''Pane'' tanzen)). Die verzwirbelte Astgabel dient oft auch als Symbol für den Blitz ((''Bonnechère, Pierre'' 1964-\\//Ἀρχή and δῖνος: Vortices As Cosmogonic Powers and Cosmic Regulators.//\\ Study Case: The Whirling Lightning Bolt of Zeus.\\ Archiv Für Religionsgeschichte, vol. 21/22.1, 2020, pp. 449-478)).+[[wiki:zeitleiste_reisegenerationen#Die griechisch-römische Antike|Jahrhunderts]] v. Chr.//,\\ Sonderdruck des Deutschen Archäologischen Instituts, Band 87, 1972; Berlin, Walter de Gruyter, S. 61-157, hier S. 96 ''Hermes'' mit Astgabel in einer sehr archaischen Szene, bei der ''Persephone'' aus dem Boden wächst und ''Pane'' tanzen)). Die verzwirbelte Astgabel dient oft auch als Symbol für den Blitz ((''Bonnechère, Pierre'' 1964-\\ //Ἀρχή and δῖνος: Vortices As Cosmogonic Powers and Cosmic Regulators.//\\ Study Case: The Whirling Lightning Bolt of Zeus.\\ Archiv Für Religionsgeschichte, vol. 21/22.1, 2020, pp. 449-478)).
 ==== Zweckoptimierte Formen am Beispiel von Gerätestielen ==== ==== Zweckoptimierte Formen am Beispiel von Gerätestielen ====
-Eschenholz wird für die Stiele von Schaufeln, Hacken und Hämmer verwendet, also für große Kräfte. Aus leichtem Lindenholz werden Stiele für Besen, Rechen und andere Geräte mit geringem Krafteinsatz gefertigt. Linde, Buche, Esche eignen sich nicht für den ständigen Einsatz im Außenbereich. Krafteinleitung, Ergonomie und Materialeigenschaften führen zu zweckoptimierten Formen und Dimensionen sowie zu unterschiedlichen Schäftungen. \\  +Eschenholz wird für die Stiele von Schaufeln, Hacken und Hämmer verwendet, also für große Kräfte. Aus leichtem Lindenholz werden Stiele für Besen, Rechen und andere Geräte mit geringem Krafteinsatz gefertigt. Linde, Buche, Esche eignen sich nicht für den ständigen Einsatz im Außenbereich. Krafteinleitung, Ergonomie und Materialeigenschaften führen zu zweckoptimierten Formen und Dimensionen sowie zu unterschiedlichen Schäftungen.\\ 
 //Hinweise zur Tabelle//:\\ D Durchmesser, Maße in mm, Knopf: Verdickung der Handhabe, Konus: Verdickung im Schuss //Hinweise zur Tabelle//:\\ D Durchmesser, Maße in mm, Knopf: Verdickung der Handhabe, Konus: Verdickung im Schuss
 ^ Werkzeugstiel ^ Handhabe ^ Schuss ^ Zwinge ^ Länge ^ D\\ Handhabe^ D\\ max^ ^ Werkzeugstiel ^ Handhabe ^ Schuss ^ Zwinge ^ Länge ^ D\\ Handhabe^ D\\ max^
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 === Virga, die Lebensrute === === Virga, die Lebensrute ===
 Der Gebrauch der Lebensrute als Mittel, die Kraft der Pflanze zu übertragen, findet sich auch in anderen Begriffen für Stäbe: Der Gebrauch der Lebensrute als Mittel, die Kraft der Pflanze zu übertragen, findet sich auch in anderen Begriffen für Stäbe:
-  * Im sizilianischen Dialekt bedeutet `verga´ heute noch `Hirtenstab´. Die Ähnlichkeit von `Virga´ mit `virgo´ (Jungfrau), `vir´ (Mann), `viridere´ (grün) führt zu einer gemeinsamen ursprünglichen Bedeutung `jung, grün, lebendig´, so dass `verga´ nichts anderes ist als der junge und noch grüne Stock, der sich biegen lässt ((sehr ausführlich diskutiert [[https://latin.stackexchange.com/questions/5455/are-vir-and-virgo-etymologically-relatedhier]];\\ ''Romain Garnier''\\//Sur l’étymologie du latin virgō « vierge «//\\ Studia Etymologica Cracoviensia, 2014, 19, 2, S. 59-70 )). Aarons blühender Stab - der Mandelzweig (Num 17,18) - wurde lateinisch mit `virga´ übersetzt und galt im [[wiki:zeitleiste_reisegenerationen#Der Blick zurück: Das Mittelalter als Epoche| Mittelalter ]] als Symbol der wunderbaren Geburt Christi aus der Jungfrau Maria.  Es fällt auf, dass der Krummstock nie als Waffe benannt wurde. +  * Im sizilianischen Dialekt bedeutet `verga´ heute noch `Hirtenstab´. Die Ähnlichkeit von `Virga´ mit `virgo´ (Jungfrau), `vir´ (Mann), `viridere´ (grün) führt zu einer gemeinsamen ursprünglichen Bedeutung `jung, grün, lebendig´, so dass `verga´ nichts anderes ist als der junge und noch grüne Stock, der sich biegen lässt ((sehr ausführlich diskutiert [[https://latin.stackexchange.com/questions/5455/are-vir-and-virgo-etymologically-relatedhier]];\\ ''Romain Garnier''\\ //Sur l’étymologie du latin virgō « vierge «//\\ Studia Etymologica Cracoviensia, 2014, 19, 2, S. 59-70 )). Aarons blühender Stab - der Mandelzweig (Num 17,18) - wurde lateinisch mit `virga´ übersetzt und galt im [[wiki:zeitleiste_reisegenerationen#Der Blick zurück: Das Mittelalter als Epoche| Mittelalter ]] als Symbol der wunderbaren Geburt Christi aus der Jungfrau Maria.  Es fällt auf, dass der Krummstock nie als Waffe benannt wurde. 
   * Das griechische Narthex könnte mit //[[https://www.sanskritdictionary.com/?q=nartaka|nartaka]]//verwandt sein, welches im Sanskrit vieldeutig bezeichnet: Schilfrohr, eine Waffe aus dem Mythos, einen Herold, eine Tänzerin, die sich bewegt wie ein Schilfrohr im Wind und führt zur indogermanischen Wurzel [[https://indogermanisch.org/pokorny-etymologisches-woerterbuch/index.htm|ner-1(t)-, ]] also  ('magische) Lebenskraft';  `Mann', zu der auch die Namen `Nero´ und Nerthus, eine germanische Göttin, gehören.   * Das griechische Narthex könnte mit //[[https://www.sanskritdictionary.com/?q=nartaka|nartaka]]//verwandt sein, welches im Sanskrit vieldeutig bezeichnet: Schilfrohr, eine Waffe aus dem Mythos, einen Herold, eine Tänzerin, die sich bewegt wie ein Schilfrohr im Wind und führt zur indogermanischen Wurzel [[https://indogermanisch.org/pokorny-etymologisches-woerterbuch/index.htm|ner-1(t)-, ]] also  ('magische) Lebenskraft';  `Mann', zu der auch die Namen `Nero´ und Nerthus, eine germanische Göttin, gehören.
 ==== Wortwurzeln der Begriffe ====  ==== Wortwurzeln der Begriffe ==== 
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 Wird das Vergleichen mit Zahlen kombiniert, so wird aus einem regelmäßigen Abzählen ein [[wiki:messen|Messen]]. Spätestens beim Verteilen von Feldern und beim Bauen wird ein systematisches Messen und die Organisation des Wissens erforderlich ((''Jürgen Renn, Wilhelm Osthues, Hermann Schlimme''\\ Wissensgeschichte der Architektur\\ Bd. 1 Vom Neolithikum bis zum Alten Orient; Bd. 2 Vom Alten Ägypten bis zum Antiken Rom, Berlin [u.a.] Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte [u.a.] 2014)). Das ausgewachsene Rohr stabiler pseudoverholzender Gewächse (Steckenkräuter, Papyrus, Bambus) wird durch Knoten regelmäßig unterteilt in abzählbare Abschnitte, deren Länge zum Vergleichen genutzt werden kann. Wird das Vergleichen mit Zahlen kombiniert, so wird aus einem regelmäßigen Abzählen ein [[wiki:messen|Messen]]. Spätestens beim Verteilen von Feldern und beim Bauen wird ein systematisches Messen und die Organisation des Wissens erforderlich ((''Jürgen Renn, Wilhelm Osthues, Hermann Schlimme''\\ Wissensgeschichte der Architektur\\ Bd. 1 Vom Neolithikum bis zum Alten Orient; Bd. 2 Vom Alten Ägypten bis zum Antiken Rom, Berlin [u.a.] Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte [u.a.] 2014)). Das ausgewachsene Rohr stabiler pseudoverholzender Gewächse (Steckenkräuter, Papyrus, Bambus) wird durch Knoten regelmäßig unterteilt in abzählbare Abschnitte, deren Länge zum Vergleichen genutzt werden kann.
  
-»Und es wurde mir ein Rohr gegeben, einem Messstab gleich, und mir wurde gesagt: Steh auf und miss den Tempel Gottes und den Altar und die dort anbeten.« ((Off. 11:1)) »Und der mit mir redete, hatte einen Messstab, ein goldenes Rohr, um die Stadt zu messen und ihre Tore und ihre Mauer. Und die Stadt ist viereckig angelegt und ihre Länge ist so groß wie die Breite. Und er maß die Stadt mit dem Rohr: zwölftausend Stadien. Die Länge und die Breite und die Höhe der Stadt sind gleich. Und er maß ihre Mauer: hundertvierundvierzig Ellen nach Menschenmaß, das der Engel gebrauchte.« ((Off. 21:15 f.)) Geplante Siedlungen mit Bauten und Feldern bedürfen der vorherigen Ausmessung. Die indischen //Veden// (2. Jahrtausend v. Chr.) kennen ursprünglich vier //Richtungs//gottheiten (Dikpala, Lokapala) wie ''Agni'' (Süden, āgneya), ''Kubera'' (Norden, uttera), ''Yama'', ''Indra''. Zu deren Attributen gehören auch Stäbe (danda, shakta) und Seile (pasam, pasa), die sich als Messwerkzeuge deuten lassen. Auch der babylonische Gott ''Marduk'' trägt Messseil und Messstab ((''Fritz Scheidegger''\\ //Aus der Geschichte der Bautechnik//\\ Birkhäuser, Basel  1994; S. 12, 15.\\ ''Uwe Sievertsen''\\ //Bauwissen im Alten Orient.//\\ S. 131–280 in: Jürgen Renn, Wilhelm Osthues and Hermann Schlimme (Hrsg.): Wissensgeschichte der Architektur : Band I: Vom Neolithikum bis zum Alten Orient. Berlin 2014: Neopubli [[https://www.mprl-series.mpg.de/media/studies/3/5/stud3ch5.pdf|Online]]; S. 249 Fn. 385–387 mit zahlreichen Quellen, insbes.: ''Ess, M. van''://Bautechnische Beobachtungen in Uruk.//In: Uruk. 5000 Jahre Megacity. Hrsg. von N. Crüsemann, M. van Ess, M. Hilgert und B. Salje. Petersberg: Imhof, 232–233.\\ ''Bonatz, D.''://Stelen der Gudea- und Ur III-Zeit. Bildliche Wege des Wissenstransfers im Alten Orient.//S. 307–326 in: H. Neumann (Hg.): Wissenskultur im Alten Orient. Weltanschauung, Wissenschaften, Techniken, Technologien. 4. Internationales Colloquium der Deutschen Orient-Gesellschaft 20.–22. Februar 2002, Münster. Wiesbaden 2012: Harrassowitz.)), wobei das Messseil durch Knoten in Abschnitte unterteilt wurde ((»Ägyptisches Dreieck«: Ein in sich geschlossenes Seilstück mit 12 Knoten ergibt immer ein rechtwinkliges Dreieck, wenn die Seiten 3-4-5 Knoten aufweisen.)).\\ Das sumerische `gin´ mit dem Ideogramm »Halm« war ein (Schilf-)rohr als **Längenmaß** mit einer definierten Länge von etwa drei Metern, gelangte über das akkadische//qanu//und das hebräische קנה (kane, als Messrute von 6 Ellen in Hesekiel 40,5) ins Griechische//xaváv//und schließlich als//kanon//ins Griechische (`Lineal´) und Lateinische mit der bis heute gleichbleibenden Bedeutung, nämlich als verbindlicher Maßstab, als strenge Vorgabe ((''Adalbert Kutz''\\//Musikgeschichte und Tonsystematik//\\ Studien zur Entwicklung der Musik in der Stadtkultur\\ Junker und Dünnhaupt, Berlin 1943\\ ''Hans Gerd Tuchel''\\//Studien zur italienischen Phytotoponomastik//\\ Diss. Universität Köln 1961\\ = Kölner romanistische Arbeiten, Neue Folge 23\\ ''Ernst Wasserzieher, Werner Betz''\\//Woher? Ableitendes Wörterbuch der deutschen Sprache//\\ F. Dümmler, Bonn 1962 )). Als//canna//blieb es bis in die Neuzeit ein italienisches Längenmaß von etwa 2 m und als//canne// ein französisches Längenmaß etwa 2,3 m.+»Und es wurde mir ein Rohr gegeben, einem Messstab gleich, und mir wurde gesagt: Steh auf und miss den Tempel Gottes und den Altar und die dort anbeten.« ((Off. 11:1)) »Und der mit mir redete, hatte einen Messstab, ein goldenes Rohr, um die Stadt zu messen und ihre Tore und ihre Mauer. Und die Stadt ist viereckig angelegt und ihre Länge ist so groß wie die Breite. Und er maß die Stadt mit dem Rohr: zwölftausend Stadien. Die Länge und die Breite und die Höhe der Stadt sind gleich. Und er maß ihre Mauer: hundertvierundvierzig Ellen nach Menschenmaß, das der Engel gebrauchte.« ((Off. 21:15 f.)) Geplante Siedlungen mit Bauten und Feldern bedürfen der vorherigen Ausmessung. Die indischen //Veden// (2. Jahrtausend v. Chr.) kennen ursprünglich vier //Richtungs//gottheiten (Dikpala, Lokapala) wie ''Agni'' (Süden, āgneya), ''Kubera'' (Norden, uttera), ''Yama'', ''Indra''. Zu deren Attributen gehören auch Stäbe (danda, shakta) und Seile (pasam, pasa), die sich als Messwerkzeuge deuten lassen. Auch der babylonische Gott ''Marduk'' trägt Messseil und Messstab ((''Fritz Scheidegger''\\ //Aus der Geschichte der Bautechnik//\\ Birkhäuser, Basel  1994; S. 12, 15.\\ ''Uwe Sievertsen''\\ //Bauwissen im Alten Orient.//\\ S. 131–280 in: Jürgen Renn, Wilhelm Osthues and Hermann Schlimme (Hrsg.): Wissensgeschichte der Architektur : Band I: Vom Neolithikum bis zum Alten Orient. Berlin 2014: Neopubli [[https://www.mprl-series.mpg.de/media/studies/3/5/stud3ch5.pdf|Online]]; S. 249 Fn. 385–387 mit zahlreichen Quellen, insbes.: ''Ess, M. van''://Bautechnische Beobachtungen in Uruk.//In: Uruk. 5000 Jahre Megacity. Hrsg. von N. Crüsemann, M. van Ess, M. Hilgert und B. Salje. Petersberg: Imhof, 232–233.\\ ''Bonatz, D.''://Stelen der Gudea- und Ur III-Zeit. Bildliche Wege des Wissenstransfers im Alten Orient.//S. 307–326 in: H. Neumann (Hg.): Wissenskultur im Alten Orient. Weltanschauung, Wissenschaften, Techniken, Technologien. 4. Internationales Colloquium der Deutschen Orient-Gesellschaft 20.–22. Februar 2002, Münster. Wiesbaden 2012: Harrassowitz.)), wobei das Messseil durch Knoten in Abschnitte unterteilt wurde ((»Ägyptisches Dreieck«: Ein in sich geschlossenes Seilstück mit 12 Knoten ergibt immer ein rechtwinkliges Dreieck, wenn die Seiten 3-4-5 Knoten aufweisen.)).\\ Das sumerische `gin´ mit dem Ideogramm »Halm« war ein (Schilf-)rohr als **Längenmaß** mit einer definierten Länge von etwa drei Metern, gelangte über das akkadische//qanu//und das hebräische קנה (kane, als Messrute von 6 Ellen in Hesekiel 40,5) ins Griechische//xaváv//und schließlich als//kanon//ins Griechische (`Lineal´) und Lateinische mit der bis heute gleichbleibenden Bedeutung, nämlich als verbindlicher Maßstab, als strenge Vorgabe ((''Adalbert Kutz''\\ //Musikgeschichte und Tonsystematik//\\ Studien zur Entwicklung der Musik in der Stadtkultur\\ Junker und Dünnhaupt, Berlin 1943\\ ''Hans Gerd Tuchel''\\ //Studien zur italienischen Phytotoponomastik//\\ Diss. Universität Köln 1961\\ = Kölner romanistische Arbeiten, Neue Folge 23\\ ''Ernst Wasserzieher, Werner Betz''\\ //Woher? Ableitendes Wörterbuch der deutschen Sprache//\\ F. Dümmler, Bonn 1962 )). Als//canna//blieb es bis in die Neuzeit ein italienisches Längenmaß von etwa 2 m und als//canne// ein französisches Längenmaß etwa 2,3 m.
  
 Die Rohrabschnitte wurden als **Behälter für Flüssigkeiten** genutzt, etwa als `Kanne´. Ein Riesenfenchelstängel von 3 Metern Länge und mit 4 Zentimetern Innendurchmesser hat ein Volumen von 3,7 Litern, darauf könnten alte Maße beruhen: z.b. altägyptisches Heqat 4,75 l; hebräisches הִין hîn etwa 3,7l (( Ex 29,40; Ex 30,24; Lev 19,36; Lev 23,13; Num 15,4-10; Num 28,5-14; Ez 4,11; Ez 45,24; Ez 46,5-14)). Die Rohrabschnitte wurden als **Behälter für Flüssigkeiten** genutzt, etwa als `Kanne´. Ein Riesenfenchelstängel von 3 Metern Länge und mit 4 Zentimetern Innendurchmesser hat ein Volumen von 3,7 Litern, darauf könnten alte Maße beruhen: z.b. altägyptisches Heqat 4,75 l; hebräisches הִין hîn etwa 3,7l (( Ex 29,40; Ex 30,24; Lev 19,36; Lev 23,13; Num 15,4-10; Num 28,5-14; Ez 4,11; Ez 45,24; Ez 46,5-14)).
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   * Äquidistante Kerben lassen sich als Maßstab zum Messen deuten.   * Äquidistante Kerben lassen sich als Maßstab zum Messen deuten.
   * Strukturierte Anordnungen von Kerben können Dekoration (Symbol) sein oder auf eine Systematik hinweisen.    * Strukturierte Anordnungen von Kerben können Dekoration (Symbol) sein oder auf eine Systematik hinweisen. 
-  * Kerbanordnungen in Spalten und Zeilen können entweder\\ als Beobachtungsprotokoll gedeutet werden (z.B. Tage zwischen den Mondphasen oder Menstruationszyklen), dann stehen Kerbe & Nichtkerbe für Ja & Nein auf einem Zeitstrahl und die Gruppe für Tage oder Vollmondzyklen;\\ oder als Rechenwerkzeug (z.B. Additionstabelle), dann entsprechen den Kerbengruppen Ziffern.\\+  * Kerbanordnungen in Spalten und Zeilen können entweder\\ als Beobachtungsprotokoll gedeutet werden (z.B. Tage zwischen den Mondphasen oder Menstruationszyklen), dann stehen Kerbe & Nichtkerbe für Ja & Nein auf einem Zeitstrahl und die Gruppe für Tage oder Vollmondzyklen;\\ oder als Rechenwerkzeug (z.B. Additionstabelle), dann entsprechen den Kerbengruppen Ziffern.\\ 
     * ''Kelley, D. H.'', ''Milone, E. F.''\\ //Exploring ancient skies: An encyclopedic survey of archaeoastronomy.//\\ New York 2005: Springer. S. 74-77     * ''Kelley, D. H.'', ''Milone, E. F.''\\ //Exploring ancient skies: An encyclopedic survey of archaeoastronomy.//\\ New York 2005: Springer. S. 74-77
  
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   K.F.W. Wander, Deutsches Sprichwörter-Lexcon   K.F.W. Wander, Deutsches Sprichwörter-Lexcon
 Auf Glaubenssysteme und spirituelle Aspekte weisen Handlungen in unterschiedlichem Grade hin, etwa: Auf Glaubenssysteme und spirituelle Aspekte weisen Handlungen in unterschiedlichem Grade hin, etwa:
-  * als **Abwehr- oder Gegenzauber**\\ Eine bestimmte Rute zum Schutz vor »bösen Geistern« im Stall, über der Haustür, auf dem Misthaufen.\\ Noch im [[wiki:zeitleiste_reisegenerationen#Der Blick zurück: Das Mittelalter als Epoche| Mittelalter ]] kämpften die italienischen //Benandanti// (( ''Patrick Bahners''\\ [[https://www.faz.net/-gr0-6q2pt|Der Jäger des verlorenen Sagenschatzes]]\\ FAZ 15.04.1999\\ Rezension über\\  ''Carlo Ginzburg''\\//Die Benandanti. Feldkulte und Hexenwesen im [[wiki:zeitleiste_reisegenerationen#Ab dem 16. Jahrhundert|16.]] und [[wiki:zeitleiste_reisegenerationen#Ab dem 17. Jahrhundert|17. Jahrhundert]]//\\ übers. v. Karl F. Hauber. Syndikat, Frankfurt am Main 1980, ISBN 3-8108-0160-7\\ ''Ippolito Marmai''\\//Benandanti - Balavants Antropologia Dello Sciamanesimo Tra Le Alpi E Il Caucaso//\\ Lulu Press 2016 ISBN 9781326880767; ausführliche antike Quellen zur Ferula S. 135 )) als Boten des Guten mit den Stängeln des Riesenfenchels gegen Hexen.\\ als **Lebensrute**\\ zum//Beschwören//der Fruchtbarkeit von Vieh und Feld ((''Wilhem Mannhardt''\\//Wald- und Feldkulte//. Erster Teil: Der Baumkultus der Germanen und Ihrer Nachbarstämme. Zweiter Teil: Antike Wald- und Feldkulte aus Nordeuropäischer Überlieferung. Berlin 1875/77: Gebrüder Borntraeger. Lebensrute S. 251 ff\\ ''O. Weise''\\//Der Schlag mit der Lebensrute und seine mundartlichen Bezeichnungen//\\ In: Zeitschrift für Deutsche Mundarten. 5. Jahrgang, 1910, S. 113–116.\\ Kuhn S. 186 f.\\ Außerhalb Deutschlands: tschech.//pomlázka, karabáč//, slovak.//korbáč//, ung.//siba, korbács//)) vor und nach dem Winter von Knecht Ruprecht zu Sankt Martin oder am Walburgiabend schützt das Vieh über den Winter bis zum Frühjahr, dann erfolgt das Austreiben mit derselben Rute. +  * als **Abwehr- oder Gegenzauber**\\ Eine bestimmte Rute zum Schutz vor »bösen Geistern« im Stall, über der Haustür, auf dem Misthaufen.\\ Noch im [[wiki:zeitleiste_reisegenerationen#Der Blick zurück: Das Mittelalter als Epoche| Mittelalter ]] kämpften die italienischen //Benandanti// (( ''Patrick Bahners''\\ [[https://www.faz.net/-gr0-6q2pt|Der Jäger des verlorenen Sagenschatzes]]\\ FAZ 15.04.1999\\ Rezension über\\ ''Carlo Ginzburg''\\ //Die Benandanti. Feldkulte und Hexenwesen im [[wiki:zeitleiste_reisegenerationen#Ab dem 16. Jahrhundert|16.]] und [[wiki:zeitleiste_reisegenerationen#Ab dem 17. Jahrhundert|17. Jahrhundert]]//\\ übers. v. Karl F. Hauber. Syndikat, Frankfurt am Main 1980, ISBN 3-8108-0160-7\\ ''Ippolito Marmai''\\ //Benandanti - Balavants Antropologia Dello Sciamanesimo Tra Le Alpi E Il Caucaso//\\ Lulu Press 2016 ISBN 9781326880767; ausführliche antike Quellen zur Ferula S. 135 )) als Boten des Guten mit den Stängeln des Riesenfenchels gegen Hexen.\\ als **Lebensrute**\\ zum//Beschwören//der Fruchtbarkeit von Vieh und Feld ((''Wilhem Mannhardt''\\ //Wald- und Feldkulte//. Erster Teil: Der Baumkultus der Germanen und Ihrer Nachbarstämme. Zweiter Teil: Antike Wald- und Feldkulte aus Nordeuropäischer Überlieferung. Berlin 1875/77: Gebrüder Borntraeger. Lebensrute S. 251 ff\\ ''O. Weise''\\ //Der Schlag mit der Lebensrute und seine mundartlichen Bezeichnungen//\\ In: Zeitschrift für Deutsche Mundarten. 5. Jahrgang, 1910, S. 113–116.\\ Kuhn S. 186 f.\\ Außerhalb Deutschlands: tschech.//pomlázka, karabáč//, slovak.//korbáč//, ung.//siba, korbács//)) vor und nach dem Winter von Knecht Ruprecht zu Sankt Martin oder am Walburgiabend schützt das Vieh über den Winter bis zum Frühjahr, dann erfolgt das Austreiben mit derselben Rute. 
-  * als **Grabbeigabe**:\\  Hacke, Keule, Speer, Stab, Waage. +  * als **Grabbeigabe**:\\ Hacke, Keule, Speer, Stab, Waage. 
-  * als **Kultgerät** (instrumental)\\ wie //Pilum// im Geburtsritus, //Lituus//, //Bacchos// (eleusinische Mysten) und //Thyrsos// (Dionysien) für die Teilnehmer; //hasta fetialis//, mit der die römischen Priester (Fetialen) einen Krieg erklärten; als **Zerschmetterer** wie die Mörserkeule (pilum) als Blitzsymbol des Jupiter (`Der Zerschmetterer´) und des Blitzgottes Pistor (`Der Zerstampfer´) ((''Thomas Köves-Zulauf''\\ //Römische Geburtsriten//\\ C.H.Beck, München 1990\\ hier Kapitel II. Intercidona, Pilumnus, Deverra; insbesondere S. 108-109\\+  * als **Kultgerät** (instrumental)\\ wie //Pilum// im Geburtsritus, //Lituus//, //Bacchos// (eleusinische Mysten) und //Thyrsos// (Dionysien) für die Teilnehmer; //hasta fetialis//, mit der die römischen Priester (Fetialen) einen Krieg erklärten; als **Zerschmetterer** wie die Mörserkeule (pilum) als Blitzsymbol des Jupiter (`Der Zerschmetterer´) und des Blitzgottes Pistor (`Der Zerstampfer´) ((''Thomas Köves-Zulauf''\\ //Römische Geburtsriten//\\ C.H.Beck, München 1990\\ hier Kapitel II. Intercidona, Pilumnus, Deverra; insbesondere S. 108-109\\ 
 ''R. Meringer''\\ //Die Werkzeuge der pinsere-Reihe und ihre Namen//\\ (Keule, Stampfe, Hammer, Anke)\\ in: Wörter und Sachen I, 1909)). ''R. Meringer''\\ //Die Werkzeuge der pinsere-Reihe und ihre Namen//\\ (Keule, Stampfe, Hammer, Anke)\\ in: Wörter und Sachen I, 1909)).
   * als **Kultobjekt** (Identifikation mit dem Heiligen):\\ die Hacke ((''Georg Sauer''\\ //Die Hacke als Kultgegenstand//\\ in: Der orientalische Mensch und seine Beziehungen zur Umwelt.\\ Grazer morgenländische Studien Band 2. Graz 1989, S. 33-39)); der Speer als Kultgegenstand ((''Marie Delcourt''\\ //La Légende de Kaineus//\\ Presses Universitaires de France, Paris 1953.)).   * als **Kultobjekt** (Identifikation mit dem Heiligen):\\ die Hacke ((''Georg Sauer''\\ //Die Hacke als Kultgegenstand//\\ in: Der orientalische Mensch und seine Beziehungen zur Umwelt.\\ Grazer morgenländische Studien Band 2. Graz 1989, S. 33-39)); der Speer als Kultgegenstand ((''Marie Delcourt''\\ //La Légende de Kaineus//\\ Presses Universitaires de France, Paris 1953.)).
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 Außergewöhnliche Stäbe kennzeichneten jedoch die germanischen Seherinnen, die daher auch als [[wiki:voelva|völva]] `Stabträgerin´ bezeichnet wurden.\\  Außergewöhnliche Stäbe kennzeichneten jedoch die germanischen Seherinnen, die daher auch als [[wiki:voelva|völva]] `Stabträgerin´ bezeichnet wurden.\\ 
-Sprachlich verwandt damit ist der altfriesische //walu-berа// `//Stabträger´// ((auch: walubora; urgerm.*buran-m. ’Träger, Bringer’)), ein »Fahrender Mann, Wanderer, [[wiki:pilger|Pilger]], Wallfahrter« oder  [[http://www.woerterbuchnetz.de/Lexer?lemma=wallaere|Waller]], daher auch `Wallfahrt´. `[[https://onp.ku.dk/onp/onp.php?o88474|vǫlr]]´ und got. //walus// `Stab´ führen zu einer gemeinsamen indogermanischen Wurzel `u̯el-7, also ´rollen´ > `runder Stab' ((Mittelirisch fethid ’geht, macht seinen Weg’, althochdeutsch wadal ̄on, wall ̄on ’umhergehen, wandern; umherwogen’, altenglisch wacuma ’Woge, Welle’, wacol ’Vollmond’, und Verwandtes, S. 277-314 in: Die Indogermanistik und ihre Anrainer. Dritte Tagung der Vergleichenden Sprachwissenschaftler der Neuen Länder. Stattgehabt an der Ernst-Moritz-Arndt-Universität zu Greifswald in Pommern am 19. und 20. Mai 2000, hrsg. von Thorwald POSCHENRIEDER (= IBS Bd. 114), Innsbruck 2004 )).\\+Sprachlich verwandt damit ist der altfriesische //walu-berа// `//Stabträger´// ((auch: walubora; urgerm.*buran-m. ’Träger, Bringer’)), ein »Fahrender Mann, Wanderer, [[wiki:pilger|Pilger]], Wallfahrter« oder  [[http://www.woerterbuchnetz.de/Lexer?lemma=wallaere|Waller]], daher auch `Wallfahrt´. `[[https://onp.ku.dk/onp/onp.php?o88474|vǫlr]]´ und got. //walus// `Stab´ führen zu einer gemeinsamen indogermanischen Wurzel `u̯el-7, also ´rollen´ > `runder Stab' ((Mittelirisch fethid ’geht, macht seinen Weg’, althochdeutsch wadal ̄on, wall ̄on ’umhergehen, wandern; umherwogen’, altenglisch wacuma ’Woge, Welle’, wacol ’Vollmond’, und Verwandtes, S. 277-314 in: Die Indogermanistik und ihre Anrainer. Dritte Tagung der Vergleichenden Sprachwissenschaftler der Neuen Länder. Stattgehabt an der Ernst-Moritz-Arndt-Universität zu Greifswald in Pommern am 19. und 20. Mai 2000, hrsg. von Thorwald POSCHENRIEDER (= IBS Bd. 114), Innsbruck 2004 )).\\ 
 Der ostfriesische //wālrīder//, //wōlrīder//, der im Saterland als weibliche //walriderske// und in Westfalen als //walrieske// ist analog zu walubera ein '//stockreiter//', ein Nachtgespenst. Der ostfriesische //wālrīder//, //wōlrīder//, der im Saterland als weibliche //walriderske// und in Westfalen als //walrieske// ist analog zu walubera ein '//stockreiter//', ein Nachtgespenst.
  
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 ==== Der Lituus: hethitisch, etruskisch, römisch ==== ==== Der Lituus: hethitisch, etruskisch, römisch ====
-Der //Lituus// des römischen Kaisers war ein stark gekrümmter bis spiralförmig endender Kultstab __ohne__ Knoten mit leicht verdickter Handhabe ((''Erika Simon'' \\ //The Religion of the Etruscans//\\ Nancy Thomson de Grummond (Hg.)\\ University of Texas 2009  S. 38, Abb. 111.13)). Dieser Stab stand für weltliche Herrschaft aber auch für die Eigenschaft des Herrschers als Augur ((''Günter Neumann''\\ //Zur Etymologie von lat. augur//\\ Würzburger Jahrbücher für die Altertumswissenschaft 1976,  219-230)) zur Deutung des Vogelflugs ((''Edwin Flinck''\\ //Auguralia und Verwandtes//\\ in: Ann. Acad. Scient. Fenn. Ser. B tom. XI, 10, Helsinki 1921\\ identisch in: Commentationes in honorem F. Gustafsson, Helsinki 1921)). Unter Kaiser Augustus wurde er zum häufigsten religiösen Symbol und verdrängte den Thyrsos ((''Victoria Györi''\\ //The Lituus and Augustan provincial coinage//\\ Acta  Ant.  Hung. 55, 2015, 45–60)). Etymologisch wird `lituus´ auf `krümmen, biegen´, aber auch `verbergen´ zurückgeführt ((''Rosemarie Lühr'' (Hg.)\\ //Etymologisches Wörterbuch des Althochdeutschen//, Band 5, Vandenhoeck & Ruprecht, 2014; Stichwort Lituus\\ ''Gertraud Breyer''\\ //Etruskisches Sprachgut im Lateinischen unter Ausschluss des spezifisch onomastischen Bereiches//\\ Peeters Publishers, 1993, Vergleich der Deutungen S. 139-140: möglicherweise nicht etruskischen Ursprungs.)). Der Sage nach soll der Stadtgründer Romulus damit die Bezirke der Stadt gekennzeichnet haben ((Plutarch, Camillus 32)). Tatsächlich übernahmen die Römer diesen Stab von den Etruskern, deren Wurzeln zu den Hethitern führen ((''Claus Ambos, Ingrid Krauskopf''\\ //The Curved Staff in the Ancient Near East as a Predecessor of the Etruscan Lituus//\\ In: Lammert Bouke van der Meer (Hrsg.): Material aspects of Etruscan religion (= Babesch. Supplementband 16). Peeters, Leuven 2010, ISBN 978-90-429-2366-9, S. 127–153\\ ''S. Alp''\\ //La désignation du Lituus en Hittite//\\ Journal of Cuneiform Studies Vol. 1, No. 2 (1947), S. 164-175\\ The University of Chicago Press\\  DOI: 10.2307/1359263, https://www.jstor.org/stable/1359263\\ ''S. Alp''\\//Hitit Metinlerinde GIŠkalmuş "lituus" ve ḪUB.BI "küpe" GIŠkalmuş "Lituus" and ḪUB.BI "earring" in the Hittite texts//\\ in: Belleten 12 301-319, 320-324)). In der etruskischen Religion diente der Lituus als Kultstab zum Bestimmen der [[wiki:orientierung#Richtung und Himmelsrichtungen|Himmelsrichtungen]], nach denen die Tempel und Felder ausgerichtet wurden. Er könnte dabei als Werkzeug gedient haben. Die Lituus-Funde in Kalkriese könnten so gedeutet werden ((''Wiegels, Rainer''.//Krummstäbe: Rätselhafte Fundstücke Aus Kalkriese//. Archäologie in Deutschland, 2015, pp. 49–52. JSTOR, www.jstor.org/stable/26321971. Accessed 29 Oct. 2020.)).+Der //Lituus// des römischen Kaisers war ein stark gekrümmter bis spiralförmig endender Kultstab __ohne__ Knoten mit leicht verdickter Handhabe ((''Erika Simon''\\ //The Religion of the Etruscans//\\ Nancy Thomson de Grummond (Hg.)\\ University of Texas 2009  S. 38, Abb. 111.13)). Dieser Stab stand für weltliche Herrschaft aber auch für die Eigenschaft des Herrschers als Augur ((''Günter Neumann''\\ //Zur Etymologie von lat. augur//\\ Würzburger Jahrbücher für die Altertumswissenschaft 1976,  219-230)) zur Deutung des Vogelflugs ((''Edwin Flinck''\\ //Auguralia und Verwandtes//\\ in: Ann. Acad. Scient. Fenn. Ser. B tom. XI, 10, Helsinki 1921\\ identisch in: Commentationes in honorem F. Gustafsson, Helsinki 1921)). Unter Kaiser Augustus wurde er zum häufigsten religiösen Symbol und verdrängte den Thyrsos ((''Victoria Györi''\\ //The Lituus and Augustan provincial coinage//\\ Acta  Ant.  Hung. 55, 2015, 45–60)). Etymologisch wird `lituus´ auf `krümmen, biegen´, aber auch `verbergen´ zurückgeführt ((''Rosemarie Lühr'' (Hg.)\\ //Etymologisches Wörterbuch des Althochdeutschen//, Band 5, Vandenhoeck & Ruprecht, 2014; Stichwort Lituus\\ ''Gertraud Breyer''\\ //Etruskisches Sprachgut im Lateinischen unter Ausschluss des spezifisch onomastischen Bereiches//\\ Peeters Publishers, 1993, Vergleich der Deutungen S. 139-140: möglicherweise nicht etruskischen Ursprungs.)). Der Sage nach soll der Stadtgründer Romulus damit die Bezirke der Stadt gekennzeichnet haben ((Plutarch, Camillus 32)). Tatsächlich übernahmen die Römer diesen Stab von den Etruskern, deren Wurzeln zu den Hethitern führen ((''Claus Ambos, Ingrid Krauskopf''\\ //The Curved Staff in the Ancient Near East as a Predecessor of the Etruscan Lituus//\\ In: Lammert Bouke van der Meer (Hrsg.): Material aspects of Etruscan religion (= Babesch. Supplementband 16). Peeters, Leuven 2010, ISBN 978-90-429-2366-9, S. 127–153\\ ''S. Alp''\\ //La désignation du Lituus en Hittite//\\ Journal of Cuneiform Studies Vol. 1, No. 2 (1947), S. 164-175\\ The University of Chicago Press\\ DOI: 10.2307/1359263, https://www.jstor.org/stable/1359263\\ ''S. Alp''\\ //Hitit Metinlerinde GIŠkalmuş "lituus" ve ḪUB.BI "küpe" GIŠkalmuş "Lituus" and ḪUB.BI "earring" in the Hittite texts//\\ in: Belleten 12 301-319, 320-324)). In der etruskischen Religion diente der Lituus als Kultstab zum Bestimmen der [[wiki:orientierung#Richtung und Himmelsrichtungen|Himmelsrichtungen]], nach denen die Tempel und Felder ausgerichtet wurden. Er könnte dabei als Werkzeug gedient haben. Die Lituus-Funde in Kalkriese könnten so gedeutet werden ((''Wiegels, Rainer''.//Krummstäbe: Rätselhafte Fundstücke Aus Kalkriese//. Archäologie in Deutschland, 2015, pp. 49–52. JSTOR, www.jstor.org/stable/26321971. Accessed 29 Oct. 2020.)).
  
-Im Hethitischen wird ein dem Lituus ähnlicher Stab als `Kalmus´ bezeichnet. Im Hieroglyphenluwischen (wie das Hethische zur anatolischen Sprachengruppe gehörig) ist der Lituus als Hieroglyphe HH 378 eines der frühesten Zeichen ((''Rieken, Elisabeth''\\ //Bemerkungen zum Ursprung einiger Merkmale der Anatolischen Hieroglyphenschrift//\\ Die Welt Des Orients 45.2 (2015) 216–231, hier 217. [[https://www.jstor.org/stable/43857899|Online]] )). Das Zeichen selbst ist ungedeutet, findet sich jedoch beteiligt an den Begriffen für//Auge, Pupille, beobachten, bewachen, kennen, finden, sehen//und wird mit den Hieroglyphen für Oculus (Auge), Caelum (vom Himmel), Avis (Vogel) kombiniert, dann vereinzelt mit Bezug auf Augenheilung und den Sturmgott ((''Manu Raster''\\//Hieroglyphenluwisches Lexikon//\\ Münster, 2007 [[http://pielinguistics.org/pdf/hluwlex.pdf|Online]]\\ [[https://www.ediana.gwi.uni-muenchen.de/dictionary.php?lemma=233|eDiAna]] )).+Im Hethitischen wird ein dem Lituus ähnlicher Stab als `Kalmus´ bezeichnet. Im Hieroglyphenluwischen (wie das Hethische zur anatolischen Sprachengruppe gehörig) ist der Lituus als Hieroglyphe HH 378 eines der frühesten Zeichen ((''Rieken, Elisabeth''\\ //Bemerkungen zum Ursprung einiger Merkmale der Anatolischen Hieroglyphenschrift//\\ Die Welt Des Orients 45.2 (2015) 216–231, hier 217. [[https://www.jstor.org/stable/43857899|Online]] )). Das Zeichen selbst ist ungedeutet, findet sich jedoch beteiligt an den Begriffen für//Auge, Pupille, beobachten, bewachen, kennen, finden, sehen//und wird mit den Hieroglyphen für Oculus (Auge), Caelum (vom Himmel), Avis (Vogel) kombiniert, dann vereinzelt mit Bezug auf Augenheilung und den Sturmgott ((''Manu Raster''\\ //Hieroglyphenluwisches Lexikon//\\ Münster, 2007 [[http://pielinguistics.org/pdf/hluwlex.pdf|Online]]\\ [[https://www.ediana.gwi.uni-muenchen.de/dictionary.php?lemma=233|eDiAna]] )).
  
 Es gibt keinen Hinweis, dass sich der Lituus von einem Hirtenstab ableiten lässt: als funktionales Werkzeug ist er dafür zu kurz und die Krümme ist zu stark. Etymologisch sind Name und Hieroglyphe sehr stabil und weisen gleichermaßen auf eine Bedeutung um `Vorhersehen, Deuten, Erkennen´. Es gibt keinen Hinweis, dass sich der Lituus von einem Hirtenstab ableiten lässt: als funktionales Werkzeug ist er dafür zu kurz und die Krümme ist zu stark. Etymologisch sind Name und Hieroglyphe sehr stabil und weisen gleichermaßen auf eine Bedeutung um `Vorhersehen, Deuten, Erkennen´.
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 Zu den fünf königlichen Insignie der babylonischen Herrscher gehörten neben Krone und Bogen drei Stäbe: eine Keule, ein Zepter (ḫaṭṭu) und ein einfacher, langer und gerader Stab (šibirru) ((''Walther Sallaberger und Katharina Schmidt''\\ //Insignien des Königs oder Insignien des Gottes?//\\ Ein neuer Blick auf die kultische Königskrönung beim babylonischen Neujahrsfest\\ in: Stories of long ago. Festschrift für Michael D. Roaf. Herausgegeben von Heather Baker, Kai Kaniuth und Adelheid Otto, Ugarit Verlag 2012, S. 567-594)). Zu den fünf königlichen Insignie der babylonischen Herrscher gehörten neben Krone und Bogen drei Stäbe: eine Keule, ein Zepter (ḫaṭṭu) und ein einfacher, langer und gerader Stab (šibirru) ((''Walther Sallaberger und Katharina Schmidt''\\ //Insignien des Königs oder Insignien des Gottes?//\\ Ein neuer Blick auf die kultische Königskrönung beim babylonischen Neujahrsfest\\ in: Stories of long ago. Festschrift für Michael D. Roaf. Herausgegeben von Heather Baker, Kai Kaniuth und Adelheid Otto, Ugarit Verlag 2012, S. 567-594)).
  
-Der akkadische //Gamlu//, [[http://oracc.iaas.upenn.edu/epsd2/cbd/sux/o0027814.html|Gamlum]] (sumer. gam, zubi, zubu) war zwar auch Zeichen für Herrscher und für Götter, gleichzeitig aber auch Waffe und Werkzeug. Ein Siegel zeigt das Symbol//kalbum//, einen Hund mit Krummstab `gamlu´. Dieser zeigt zwar die typischen Knotenringe des Rohrstabes und am Übergang von Krümme und Schuss einen (verbindenden?) Doppelring, doch bedeutet akkadisch//gamlu// `Krummholz´. Das Symbol steht für magische  Kraft, weil die  Heilgöttinnen (z.B. Nininsina oder Ninkarak) auch als Beschwörerinnen auftraten; der Hund mit Stab ist das Symboltier der Gula und des Marduk ((Ethymologisch ausführlich diskutiert von:\\   +Der akkadische //Gamlu//, [[http://oracc.iaas.upenn.edu/epsd2/cbd/sux/o0027814.html|Gamlum]] (sumer. gam, zubi, zubu) war zwar auch Zeichen für Herrscher und für Götter, gleichzeitig aber auch Waffe und Werkzeug. Ein Siegel zeigt das Symbol//kalbum//, einen Hund mit Krummstab `gamlu´. Dieser zeigt zwar die typischen Knotenringe des Rohrstabes und am Übergang von Krümme und Schuss einen (verbindenden?) Doppelring, doch bedeutet akkadisch//gamlu// `Krummholz´. Das Symbol steht für magische  Kraft, weil die  Heilgöttinnen (z.B. Nininsina oder Ninkarak) auch als Beschwörerinnen auftraten; der Hund mit Stab ist das Symboltier der Gula und des Marduk ((Ethymologisch ausführlich diskutiert von:\\  
-''Elisabeth Rieken''\\ //Untersuchungen zur nominalen Stammbildung des Hethitischen//\\ Otto Harrassowitz Verlag, 1999 \\ +''Elisabeth Rieken''\\ //Untersuchungen zur nominalen Stammbildung des Hethitischen//\\ Otto Harrassowitz Verlag, 1999\\ 
 ''Aïcha Rahmouni''\\ //Divine Epithets in the Ugaritic Alphabetic Texts//\\ Brill, 2008\\ S. 102-105: Epithet 30: b'l gml »possessor of the gamlu-staff«, Epithet of hll. Dort mit ausführlicher Diskussion auch auf die Mehrfachdeutung und -verwendung des Stabes als Zeichen für Herrscher, für Götter, als sichelförmige Waffe und Werkzeug (Hirtenstab).\\  ''Aïcha Rahmouni''\\ //Divine Epithets in the Ugaritic Alphabetic Texts//\\ Brill, 2008\\ S. 102-105: Epithet 30: b'l gml »possessor of the gamlu-staff«, Epithet of hll. Dort mit ausführlicher Diskussion auch auf die Mehrfachdeutung und -verwendung des Stabes als Zeichen für Herrscher, für Götter, als sichelförmige Waffe und Werkzeug (Hirtenstab).\\ 
 ''Gisela Stiehler-Alegría''\\ //Siegeleigentümerinnen in der Kassitenzeit//\\ in: Isimu 20-21 (2017-2018), 321-343, ISSN 1575-3492 zeigt S. 336-337, Fußnote 51\\  ''Gisela Stiehler-Alegría''\\ //Siegeleigentümerinnen in der Kassitenzeit//\\ in: Isimu 20-21 (2017-2018), 321-343, ISSN 1575-3492 zeigt S. 336-337, Fußnote 51\\ 
-''Manfried Dietrich''\\ //Ex Mesopotamia et Syria lux//\\ Festschrift für Manfried Dietrich zu seinem 65. Geburtstag\\ Ugarit-Verlag, 2002, darin: \\ die altbabylonische Göttin Ninisina (=Gula) mit Hund und Stab S. 160-163; ein Gott mit Krummstab und Peitsche S. 375)). Der Gamlu kennzeichnet Exorzisten, die mit ihrem Gamlu als ğiš-­búr erlösend wirken. Sehr eingehend werden die vorderasiatischen Krummstäbe von ''Ambos & Krauskopf'' diskutiert und mit den etruskischen verglichen ((''Claus Ambos, Ingrid Krauskopf''\\ //The Curved Staff in the Ancient Near East as a Predecessor of the Etruscan Lituus//\\ In: Lammert Bouke van der Meer (Hrsg.): Material aspects of Etruscan religion (= Babesch. Supplementband 16). Peeters, Leuven 2010, ISBN 978-90-429-2366-9, S. 127–153)).+''Manfried Dietrich''\\ //Ex Mesopotamia et Syria lux//\\ Festschrift für Manfried Dietrich zu seinem 65. Geburtstag\\ Ugarit-Verlag, 2002, darin:\\ die altbabylonische Göttin Ninisina (=Gula) mit Hund und Stab S. 160-163; ein Gott mit Krummstab und Peitsche S. 375)). Der Gamlu kennzeichnet Exorzisten, die mit ihrem Gamlu als ğiš-­búr erlösend wirken. Sehr eingehend werden die vorderasiatischen Krummstäbe von ''Ambos & Krauskopf'' diskutiert und mit den etruskischen verglichen ((''Claus Ambos, Ingrid Krauskopf''\\ //The Curved Staff in the Ancient Near East as a Predecessor of the Etruscan Lituus//\\ In: Lammert Bouke van der Meer (Hrsg.): Material aspects of Etruscan religion (= Babesch. Supplementband 16). Peeters, Leuven 2010, ISBN 978-90-429-2366-9, S. 127–153)).
  
 ==== Hüter, Hirte, Herrscher: Krummstab ==== ==== Hüter, Hirte, Herrscher: Krummstab ====
 Der Stab mit Krümme (lat. volute, curvatura) ist ursprünglich ein Werkzeug und seiner Herkunft nach ein //Hirtenstab// (baculum pastorale), dessen Krümme dazu diente, die Tiere an den Beinen oder Hörnern zu halten und zu lenken. In der Heraldik ist der //Schäferstab// eine »Gemeine Figur«. Etwa mannshoch zeigt er als Funktionsteil eine Schaufel und einen abgerundeten Haken zum Ziehen. Die Ziege als ältestes Nutztier wurde im Zagrosgebirge (Iran/Irak) vor rund 11.000 Jahren aus der Bezoarziege domestiziert; das Schaf aus dem armenischen Mufflon vor rund 8.000 Jahren; dort dürfte also auch der Hirtenstab als Werkzeug entwickelt worden sein. Als solcher wird er in der Bibel erwähnt ((1 Sam.17:40; Mich.7:14; Sach.11:10.14; Ps. 23:4)) und auch zum Zählen des Viehs genutzt (3 Mos. 27:32). Der Stock erscheint hauptsächlich als Schlagwaffe (Keule) (Num 22,27; Jes 9,3; Sam 17,34f.), während der Stab als multifunktionales Werkzeug des Hirten (Ps 23,4; Mi 7,14; Sach 11,7; Lev 27,32) erscheint. Davon metaphorisch übertragen wird er zum Zeichen der Wanderschaft (Mk 6,8) und Sicherheit (Ps 23,4d), als Zeichen des richtenden Herrschers (Jes 11,4) und für Gerechtigkeit (Hebr 1,8), als Insignie (Ps 110,2) und Zepter des Herrschers (Gen 49,10), der damit auch Wunder vollbringt (Ex 4,17;7,17–21); zum Bestrafen von Völkern (Jes 14,29) und Gottlosen (Ps 125,3). Diese Bedeutungen finden sich in Ägypten ebenso wie im sumerischen Raum. ((→ Literaturliste [[wiki:literaturliste_stock_stab|Stock und Stab]]: ''Lore-Marie Liebert'' 2021 )) Der Stab mit Krümme (lat. volute, curvatura) ist ursprünglich ein Werkzeug und seiner Herkunft nach ein //Hirtenstab// (baculum pastorale), dessen Krümme dazu diente, die Tiere an den Beinen oder Hörnern zu halten und zu lenken. In der Heraldik ist der //Schäferstab// eine »Gemeine Figur«. Etwa mannshoch zeigt er als Funktionsteil eine Schaufel und einen abgerundeten Haken zum Ziehen. Die Ziege als ältestes Nutztier wurde im Zagrosgebirge (Iran/Irak) vor rund 11.000 Jahren aus der Bezoarziege domestiziert; das Schaf aus dem armenischen Mufflon vor rund 8.000 Jahren; dort dürfte also auch der Hirtenstab als Werkzeug entwickelt worden sein. Als solcher wird er in der Bibel erwähnt ((1 Sam.17:40; Mich.7:14; Sach.11:10.14; Ps. 23:4)) und auch zum Zählen des Viehs genutzt (3 Mos. 27:32). Der Stock erscheint hauptsächlich als Schlagwaffe (Keule) (Num 22,27; Jes 9,3; Sam 17,34f.), während der Stab als multifunktionales Werkzeug des Hirten (Ps 23,4; Mi 7,14; Sach 11,7; Lev 27,32) erscheint. Davon metaphorisch übertragen wird er zum Zeichen der Wanderschaft (Mk 6,8) und Sicherheit (Ps 23,4d), als Zeichen des richtenden Herrschers (Jes 11,4) und für Gerechtigkeit (Hebr 1,8), als Insignie (Ps 110,2) und Zepter des Herrschers (Gen 49,10), der damit auch Wunder vollbringt (Ex 4,17;7,17–21); zum Bestrafen von Völkern (Jes 14,29) und Gottlosen (Ps 125,3). Diese Bedeutungen finden sich in Ägypten ebenso wie im sumerischen Raum. ((→ Literaturliste [[wiki:literaturliste_stock_stab|Stock und Stab]]: ''Lore-Marie Liebert'' 2021 ))
  
-Als auet-Zepter (heqa, ḥq3) ist der Hirtenstab altägyptische Insigne seit dem Alten Reich (2707–2216 v. Chr.) bekannt ((''Satzinger, Helmut'' 1938-\\ //Der Heilige Stab als Kraftquelle des Königs//\\ Versuch einer Funktionsbestimmung der ägyptischen Stabträger-Statuen.\\ Wien: Schroll, 1982)) und steht für die Bedeutung des Hirten als Vorbild eines Herrschers und des Viehs als wirtschaftlicher Basis. //heqa// ḥq3 ist die altägyptische Bezeichnung für Herrschaft und bezeichnete ursprünglich  als `Hyksos´  ausländische Herrscher der Hirtenvölker aus dem vorderasiatischen Raum ((Zum Hirtenvolk der //Hyksos// siehe\\ ''Manfred Bietak''\\ //Hyksos//. In: Kathryn A. Bard (Hrsg.): Encyclopedia of the Archaeology of Ancient Egypt. Routledge, London 1999, ISBN 0-415-18589-0, S. 377)).\\ Das mit heqa fast identische Zeichen //heka// ḥk3 steht für `Magie´ und wird durch das //was-Zepter// symbolisiert, einen »Schlangenstab«, wie er seit etwa 3.600 v. Chr. belegt ist. ((Dazu ausführlich\\ ''Frank Förster''\\ //Der Abu Ballas-Weg: Eine pharaonische Karawanenroute durch die Libysche Wüste//\\ 28 Africa Praehistorica, Heinrich-Barth-Institut, Köln 2015, S. 265-266, dort auch Belege für die Funktion als Gerät zum Schlangen fangen\\ ''William J. Cherf''\\//The Function of the Egyptian Forked Staff and the Forked Bronze Butt. A Proposal//\\ In: Zeitschrift für Ägyptische Sprache und Altertumskunde. 109, 1982, ISSN 0044-216X, S. 86–97.)). Seiner Funktion nach (Schlangen fangen) ist er älter als der Hirtenstab (Ziegen fangen).+Als auet-Zepter (heqa, ḥq3) ist der Hirtenstab altägyptische Insigne seit dem Alten Reich (2707–2216 v. Chr.) bekannt ((''Satzinger, Helmut'' 1938-\\ //Der Heilige Stab als Kraftquelle des Königs//\\ Versuch einer Funktionsbestimmung der ägyptischen Stabträger-Statuen.\\ Wien: Schroll, 1982)) und steht für die Bedeutung des Hirten als Vorbild eines Herrschers und des Viehs als wirtschaftlicher Basis. //heqa// ḥq3 ist die altägyptische Bezeichnung für Herrschaft und bezeichnete ursprünglich  als `Hyksos´  ausländische Herrscher der Hirtenvölker aus dem vorderasiatischen Raum ((Zum Hirtenvolk der //Hyksos// siehe\\ ''Manfred Bietak''\\ //Hyksos//. In: Kathryn A. Bard (Hrsg.): Encyclopedia of the Archaeology of Ancient Egypt. Routledge, London 1999, ISBN 0-415-18589-0, S. 377)).\\ Das mit heqa fast identische Zeichen //heka// ḥk3 steht für `Magie´ und wird durch das //was-Zepter// symbolisiert, einen »Schlangenstab«, wie er seit etwa 3.600 v. Chr. belegt ist. ((Dazu ausführlich\\ ''Frank Förster''\\ //Der Abu Ballas-Weg: Eine pharaonische Karawanenroute durch die Libysche Wüste//\\ 28 Africa Praehistorica, Heinrich-Barth-Institut, Köln 2015, S. 265-266, dort auch Belege für die Funktion als Gerät zum Schlangen fangen\\ ''William J. Cherf''\\ //The Function of the Egyptian Forked Staff and the Forked Bronze Butt. A Proposal//\\ In: Zeitschrift für Ägyptische Sprache und Altertumskunde. 109, 1982, ISSN 0044-216X, S. 86–97.)). Seiner Funktion nach (Schlangen fangen) ist er älter als der Hirtenstab (Ziegen fangen).
  
 Die Bibel erhöht den Krummstab vom Herrscherstab zum Gottesstab beim Kampf von Moses und Aaron gegen die pharaonischen Magier vor dem Auszug aus Ägypten. Die Bibelexegeten sind sich uneins, wie viel Stäbe dabei nun eigentlich im Spiel waren; die Bibelübersetzer zogen sich meist aus der Affäre, indem sie die hebräischen Umschreibungen meist als `Stab´ vereinheitlichten. Dennoch zieht sich ein erkennbarer Dualismus der Stäbe von den ägyptischen Stäben Ober- und Unterägyptens über Moses und Aaron zu den jeweils zwei Stäben der zwei Oberhäupter der christlichen Kirchen: Die Bibel erhöht den Krummstab vom Herrscherstab zum Gottesstab beim Kampf von Moses und Aaron gegen die pharaonischen Magier vor dem Auszug aus Ägypten. Die Bibelexegeten sind sich uneins, wie viel Stäbe dabei nun eigentlich im Spiel waren; die Bibelübersetzer zogen sich meist aus der Affäre, indem sie die hebräischen Umschreibungen meist als `Stab´ vereinheitlichten. Dennoch zieht sich ein erkennbarer Dualismus der Stäbe von den ägyptischen Stäben Ober- und Unterägyptens über Moses und Aaron zu den jeweils zwei Stäben der zwei Oberhäupter der christlichen Kirchen:
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 === Die Stäbe von Moses und Aaron === === Die Stäbe von Moses und Aaron ===
-Hirtenstab und Ferula finden ihre biblischen Vorbilder in den Stäben von ''Moses'' ((''Klaus Magnoli, Franka Foresti''\\ //Mose - Stab und Schlange: Eine objektbasierte Untersuchung zu seiner Person und zum Exodus//\\ BoD 2015\\ ''Carl Friedrich Keil''\\ Biblisc//her Commentar über die Bücher Mose's//\\ Dörffling und Franke, 1861, u.a. S. 314)) und ''Aaron'' ((''Heinrich Valentin''\\ //Aaron: eine Studie zur vorpriesterlichen Aaron-Überlieferung//\\ Universitätsverlag, 1978\\ ''W.H. Propp''\\ //The Rod of Aaron and the Sin of Moses//\\ JBL 107, 1988, 19-26 )), die  mit ihren Stäben gegen die beiden ägyptischen Zauberer ''Jannes'' (der von Gott Gesandte) und ''Jambres'' (der Widerspenstige) (2 Tim., 3,8) und deren Stäbe kämpfen. Alle vier haben ähnliche Eigenschaften, sind vergleichbar stark und können ihre Stäbe in Schlangen verwandeln und zurück ((''Hans Egli''\\ //Das Schlangensymbol: Geschichte, Märchen, Mythos//\ Patmos, 2003\\ ''Karl-Heinz Hunger''\\ //Der Äskulapstab: zur Funktion präsentativer Symbole in der Kommunikation//\\ Spiess, 1978 )). Moses ist wie Jannes von Gott gesandt, [[https://www.bibelwissenschaft.de/stichwort/11012/|Aaron]] und Jambres sind `widerspenstig´. Alle vier treten als Magier auf, also als `Wissende´, Heiler, Priester. Letztlich siegt Moses mit dem von Gott erhaltenen Hirtenstab (2 Mose 4,2-5). Dieser ist stärker als die `heidnischen´ Schlangenstäbe der Magier ((Magische Praxis wurde in Israel ausgeübt, siehe S. 181 in: \\ ''Heinrich Valentin''\\//Aaron: eine Studie zur vorpriesterlichen Aaron-Überlieferung//\\ Universitätsverlag, 1978)).+Hirtenstab und Ferula finden ihre biblischen Vorbilder in den Stäben von ''Moses'' ((''Klaus Magnoli, Franka Foresti''\\ //Mose - Stab und Schlange: Eine objektbasierte Untersuchung zu seiner Person und zum Exodus//\\ BoD 2015\\ ''Carl Friedrich Keil''\\ Biblisc//her Commentar über die Bücher Mose's//\\ Dörffling und Franke, 1861, u.a. S. 314)) und ''Aaron'' ((''Heinrich Valentin''\\ //Aaron: eine Studie zur vorpriesterlichen Aaron-Überlieferung//\\ Universitätsverlag, 1978\\ ''W.H. Propp''\\ //The Rod of Aaron and the Sin of Moses//\\ JBL 107, 1988, 19-26 )), die  mit ihren Stäben gegen die beiden ägyptischen Zauberer ''Jannes'' (der von Gott Gesandte) und ''Jambres'' (der Widerspenstige) (2 Tim., 3,8) und deren Stäbe kämpfen. Alle vier haben ähnliche Eigenschaften, sind vergleichbar stark und können ihre Stäbe in Schlangen verwandeln und zurück ((''Hans Egli''\\ //Das Schlangensymbol: Geschichte, Märchen, Mythos//\ Patmos, 2003\\ ''Karl-Heinz Hunger''\\ //Der Äskulapstab: zur Funktion präsentativer Symbole in der Kommunikation//\\ Spiess, 1978 )). Moses ist wie Jannes von Gott gesandt, [[https://www.bibelwissenschaft.de/stichwort/11012/|Aaron]] und Jambres sind `widerspenstig´. Alle vier treten als Magier auf, also als `Wissende´, Heiler, Priester. Letztlich siegt Moses mit dem von Gott erhaltenen Hirtenstab (2 Mose 4,2-5). Dieser ist stärker als die `heidnischen´ Schlangenstäbe der Magier ((Magische Praxis wurde in Israel ausgeübt, siehe S. 181 in:\\ ''Heinrich Valentin''\\ //Aaron: eine Studie zur vorpriesterlichen Aaron-Überlieferung//\\ Universitätsverlag, 1978)).
  
 Zwar siegt der Gottesstab (Hirtenstab, virga) des Moses über die Magierstäbe (Schlangenstäbe), doch führt Aaron weiterhin den Magierstab als Hohepriester: Herrscher und Hohepriester besetzen zwei Ämter. Der Stab des Pharao wurde nach seinem Tod  __vor__ dem Sarkophag abgelegt. Der Stab des Hohepriesters Aaron wurde __vor__ der Bundeslade abgelegt; die Stäbe von Papst (Ferula) und Patriarch (Kerykeion) werden ihnen vorangetragen - anders als der Krummstab. Der Vorgang lässt sich so deuten, dass die Personalunion von Herrscher und Hohepriester, die der Pharao verkörpert, getrennt wird: Der gekrümmte Hirtenstab kennzeichnet den Herrscher und Beschützer, die hohle Ferula den Magier und den Hohepriester.  Zwar siegt der Gottesstab (Hirtenstab, virga) des Moses über die Magierstäbe (Schlangenstäbe), doch führt Aaron weiterhin den Magierstab als Hohepriester: Herrscher und Hohepriester besetzen zwei Ämter. Der Stab des Pharao wurde nach seinem Tod  __vor__ dem Sarkophag abgelegt. Der Stab des Hohepriesters Aaron wurde __vor__ der Bundeslade abgelegt; die Stäbe von Papst (Ferula) und Patriarch (Kerykeion) werden ihnen vorangetragen - anders als der Krummstab. Der Vorgang lässt sich so deuten, dass die Personalunion von Herrscher und Hohepriester, die der Pharao verkörpert, getrennt wird: Der gekrümmte Hirtenstab kennzeichnet den Herrscher und Beschützer, die hohle Ferula den Magier und den Hohepriester. 
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   * seinen primären Zweck als lat. //pedum//, also `Krücke, Stütze´ ((κορύνη, Theoc. 7.43 s. William Smith: A Dictionary of Greek and Roman Antiquities 1890))   * seinen primären Zweck als lat. //pedum//, also `Krücke, Stütze´ ((κορύνη, Theoc. 7.43 s. William Smith: A Dictionary of Greek and Roman Antiquities 1890))
   * seine Werkzeugform als lat. //baculus retortus//, also `krummer Stab´   * seine Werkzeugform als lat. //baculus retortus//, also `krummer Stab´
-  * und gr. //καμπύλη//, also `krummer Stab´ ((''Franz Bock''\\ //Geschichte der liturgischen Gewänder des Mittelalters//\\ Band 2, Cohen, Bonn 1866. Kap. [[https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/bock1866bd2/0234|Der bischöfliche Stab]] S. 218-231 mit speziellen Literaturhinweisen\\ ''Brinkmeyer''\\//Glossarium diplomaticum zur Erläuterung schwieriger ... Wörter und Formen//\\ Band 1 Wolfenbüttel 1856))+  * und gr. //καμπύλη//, also `krummer Stab´ ((''Franz Bock''\\ //Geschichte der liturgischen Gewänder des Mittelalters//\\ Band 2, Cohen, Bonn 1866. Kap. [[https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/bock1866bd2/0234|Der bischöfliche Stab]] S. 218-231 mit speziellen Literaturhinweisen\\ ''Brinkmeyer''\\ //Glossarium diplomaticum zur Erläuterung schwieriger ... Wörter und Formen//\\ Band 1 Wolfenbüttel 1856))
   * sowie seine Herstellungsweise als //cambuta// ((cambutta, cambuca, cambucca, gambutta, gabuta, cambotta, camputa, camboca, sambuca - siehe [[http://ducange.enc.sorbonne.fr/CAMBUTA|Glossen]] )), also aus indogermanisch//kam-p-// `biegen'   * sowie seine Herstellungsweise als //cambuta// ((cambutta, cambuca, cambucca, gambutta, gabuta, cambotta, camputa, camboca, sambuca - siehe [[http://ducange.enc.sorbonne.fr/CAMBUTA|Glossen]] )), also aus indogermanisch//kam-p-// `biegen'
  
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 === Die Ferula des Papstes der römischen Kirche === === Die Ferula des Papstes der römischen Kirche ===
-Der Stab des Papstes wird im [[wiki:zeitleiste_reisegenerationen#9. und 10. Jahrhundert|10. Jahrhundert]]//»ferula quam manu gestabat«// ((''Franz Xaver Kraus, Joseph  Sauer''\\ //Geschichte der christlichen Kunst//\\ Herder Freiburg im Breisgau 1896, S. 500 - 501)) genannt und ist __kein__ Hirtenstab wie ihn die Bischöfe tragen sondern eine Ferula "ex apparatu imperiali", also vom römischen Kaiser übernommen. Der Papst bedient sich des Bischofsstabes nur dann, wenn er sich auf dem Gebiet der Diözese Trier befindet, also dort wohin der Legende nach ''Petrus'' seinen Hirtenstab an ''Eucharius'' - den ersten Bischof von Trier -  übergeben hat. Dieser //Petrusstab// wird heute im Limburger Domschatz aufbewahrt ((Überlegungen dazu bei Innocenz III., lib. I, de Mysterio Missae, cap. 62, und beim hl. Thomas von Aquin (q. 3, a. 3, d. 24, lib. IV. Sent.\\  ''Rolf Lauer''\\ //Stab// (sogenannter Petrusstab). In: Peter van den Brink, Sarvenaz Ayooghi (Hrsg.): Karl der Große – Charlemagne. Karls Kunst.\\ Katalog der Sonderausstellung Karls Kunst vom 20. Juni bis 21. September 2014 im Centre Charlemagne, Aachen.\\ Sandstein, Dresden 2014, ISBN 978-3-95498-093-2, S. 200–202.\\ ''Franz Bock''\\ //Geschichte der liturgischen Gewänder des Mittelalters//\\ Band 2, Cohen, Bonn 1866\\ Kap. //[[https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/bock1866bd2/0234|Der bischöfliche Stab]]//S. 218-231 mit speziellen Literaturhinweisen\\ ''Philippe Depreux''\\//Der Petrusstab als Legitimationsmittel//. Zu Kommunikation, Erinnerungskultur und Autorität im [[wiki:zeitleiste_reisegenerationen#Der Blick zurück: Das Mittelalter als Epoche| Mittelalter ]] \\ in: Geschichtsvorstellungen. Bilder, Texte und Begriffe aus dem Mittelalter.\\ Festschrift für Hans-Werner Goetz zum 65. Geburtstag, hrsg. von Steffen Patzold, Anja Rathmann-Lutz und Volker Scior,\\ Wien [u. a.] 2012, S. 412–430)). Tatsächlich nutzte der Papst den Krummstab noch bis um 1200 ((''Franz Xaver Kraus, Joseph  Sauer''\\//Geschichte der christlichen Kunst//\\ Herder Freiburg im Breisgau 1896, S. 500 - 501 )).+Der Stab des Papstes wird im [[wiki:zeitleiste_reisegenerationen#9. und 10. Jahrhundert|10. Jahrhundert]]//»ferula quam manu gestabat«// ((''Franz Xaver Kraus, Joseph  Sauer''\\ //Geschichte der christlichen Kunst//\\ Herder Freiburg im Breisgau 1896, S. 500 - 501)) genannt und ist __kein__ Hirtenstab wie ihn die Bischöfe tragen sondern eine Ferula "ex apparatu imperiali", also vom römischen Kaiser übernommen. Der Papst bedient sich des Bischofsstabes nur dann, wenn er sich auf dem Gebiet der Diözese Trier befindet, also dort wohin der Legende nach ''Petrus'' seinen Hirtenstab an ''Eucharius'' - den ersten Bischof von Trier -  übergeben hat. Dieser //Petrusstab// wird heute im Limburger Domschatz aufbewahrt ((Überlegungen dazu bei Innocenz III., lib. I, de Mysterio Missae, cap. 62, und beim hl. Thomas von Aquin (q. 3, a. 3, d. 24, lib. IV. Sent.\\ ''Rolf Lauer''\\ //Stab// (sogenannter Petrusstab). In: Peter van den Brink, Sarvenaz Ayooghi (Hrsg.): Karl der Große – Charlemagne. Karls Kunst.\\ Katalog der Sonderausstellung Karls Kunst vom 20. Juni bis 21. September 2014 im Centre Charlemagne, Aachen.\\ Sandstein, Dresden 2014, ISBN 978-3-95498-093-2, S. 200–202.\\ ''Franz Bock''\\ //Geschichte der liturgischen Gewänder des Mittelalters//\\ Band 2, Cohen, Bonn 1866\\ Kap. //[[https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/bock1866bd2/0234|Der bischöfliche Stab]]//S. 218-231 mit speziellen Literaturhinweisen\\ ''Philippe Depreux''\\ //Der Petrusstab als Legitimationsmittel//. Zu Kommunikation, Erinnerungskultur und Autorität im [[wiki:zeitleiste_reisegenerationen#Der Blick zurück: Das Mittelalter als Epoche| Mittelalter ]]\\ in: Geschichtsvorstellungen. Bilder, Texte und Begriffe aus dem Mittelalter.\\ Festschrift für Hans-Werner Goetz zum 65. Geburtstag, hrsg. von Steffen Patzold, Anja Rathmann-Lutz und Volker Scior,\\ Wien [u. a.] 2012, S. 412–430)). Tatsächlich nutzte der Papst den Krummstab noch bis um 1200 ((''Franz Xaver Kraus, Joseph  Sauer''\\ //Geschichte der christlichen Kunst//\\ Herder Freiburg im Breisgau 1896, S. 500 - 501 )).
  
 Statt des Krummstabes ist die »Ferula« (lat. Gerte, Rute, Stock) gerade und in den ältesten Darstellungen oben kugelförmig verdickt ((''Pierre Salmon''\\ //Mitra und Stab. Die Pontifikalinsignien im römischen Ritus//\\ Mainz, 1960 S. 96 f. )) - so wie der Petrusstab. Zum //Kreuzstab// wurde die Ferula erst später, zumal das Kreuzzeichen als christliches Symbol sich erst im angehenden [[wiki:zeitleiste_reisegenerationen#Der Blick zurück: Das Mittelalter als Epoche| Mittelalter ]] entwickelte. Formal entspricht die Ferula des Papstes als Oberhaupt der Westkirche dem //Kerykeion// des Patriarchen als Oberhaupt der Ostkirche. Beide sind //Rohrstöcke//, weil sie ursprünglich aus einer pseudo-verholzenden Pflanze hergestellt wurden, etwa aus Riesenfenchel (ferula communis) (( //Il Calamo E La Ferula: Collana Di Letteratura//\\ Chieti: Solfanelli, 1989)). Statt des Krummstabes ist die »Ferula« (lat. Gerte, Rute, Stock) gerade und in den ältesten Darstellungen oben kugelförmig verdickt ((''Pierre Salmon''\\ //Mitra und Stab. Die Pontifikalinsignien im römischen Ritus//\\ Mainz, 1960 S. 96 f. )) - so wie der Petrusstab. Zum //Kreuzstab// wurde die Ferula erst später, zumal das Kreuzzeichen als christliches Symbol sich erst im angehenden [[wiki:zeitleiste_reisegenerationen#Der Blick zurück: Das Mittelalter als Epoche| Mittelalter ]] entwickelte. Formal entspricht die Ferula des Papstes als Oberhaupt der Westkirche dem //Kerykeion// des Patriarchen als Oberhaupt der Ostkirche. Beide sind //Rohrstöcke//, weil sie ursprünglich aus einer pseudo-verholzenden Pflanze hergestellt wurden, etwa aus Riesenfenchel (ferula communis) (( //Il Calamo E La Ferula: Collana Di Letteratura//\\ Chieti: Solfanelli, 1989)).
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 Die altgriechische Stabbezeichnung //Kerykeion// (κηρύκειον kērýkeion) leitet sich mythologisch ab von einem Priestergeschlecht Kerykes, das von ''Keryx'' abstammt, dem  Sohn des ''Hermes''  (daher auch κῆρυξ kēryx `Herold´) und der ''Pandrosos'' und bezeichnete ursprünglich das Amt der Opferschlächter ((''Pierer''\\ //Universal-Lexikon der Gegenwart und Vergangenheit//\\ Band 8, 1851\\ ''Otto Adalbert Hoffmann''\\ //[[https://sammlungen.ulb.uni-muenster.de/hd/content/pageview/5865958|Hermes und Kerykeion]]//\\ Studie zur Urbedeutung des Hermes\\ 52 S., N.G. Elwert Marburg 1890)). Der Stab des Hermes ist der `Caduceus´, also ein Tau-Stab; auf den ältesten Abbildungen noch ohne die später typischen Schlangen. Die altgriechische Stabbezeichnung //Kerykeion// (κηρύκειον kērýkeion) leitet sich mythologisch ab von einem Priestergeschlecht Kerykes, das von ''Keryx'' abstammt, dem  Sohn des ''Hermes''  (daher auch κῆρυξ kēryx `Herold´) und der ''Pandrosos'' und bezeichnete ursprünglich das Amt der Opferschlächter ((''Pierer''\\ //Universal-Lexikon der Gegenwart und Vergangenheit//\\ Band 8, 1851\\ ''Otto Adalbert Hoffmann''\\ //[[https://sammlungen.ulb.uni-muenster.de/hd/content/pageview/5865958|Hermes und Kerykeion]]//\\ Studie zur Urbedeutung des Hermes\\ 52 S., N.G. Elwert Marburg 1890)). Der Stab des Hermes ist der `Caduceus´, also ein Tau-Stab; auf den ältesten Abbildungen noch ohne die später typischen Schlangen.
  
-Die griechische Stabbezeichnung //Dikanikion// verweist vielleicht auf ''Dike'', die Göttin der Gerechtigkeit, die ihren Stab zum Züchtigen einsetzte ((''Pausanias'' 5, 18, 1)), ist vielleicht auch zu verstehen über [[wiki:sendung|angelos]] = diakonos. Diesen »Stab des Patriarchen« - also des Oberhauptes der Ostkirche - führte dieser __neben__ dem Hirtenstab ((''Heinrich August Pierer''\\ //Universallexikon der Gegenwart und Vergangenheit//\\ Bände 7-8, 1841\\ //Allgemeine Realencyklopädie//, oder Conversationslexikon für alle Stände\\ Band 4 Georg Joseph Manz, Regensburg 1867\\ ''Frank Kämpfer''\\ //Dikanikion - posox: Some Considerations on the Royal Staff in Muscovy//, in: FOG 24(1978) 9-19)). Dieser Stab zeigt ([[http://pandektis.ekt.gr/pandektis/handle/10442/64740|Abb]].) oben zwei gegeneinander gerichtete Schlangen (die oft auf eine T-Form reduziert sind) ((''Ernst Benz''\\//Patriarchen und Einsiedler: der tausendjährige Athos und die Zukunft der Ostkirche//\\ E. Diederichs, 1964)) sowie sechs »Knöpfe« (Verdickungen, Knoten) auf seiner ganze Länge, die auf einen Rohrstock wie die Ferula hinweisen.+Die griechische Stabbezeichnung //Dikanikion// verweist vielleicht auf ''Dike'', die Göttin der Gerechtigkeit, die ihren Stab zum Züchtigen einsetzte ((''Pausanias'' 5, 18, 1)), ist vielleicht auch zu verstehen über [[wiki:sendung|angelos]] = diakonos. Diesen »Stab des Patriarchen« - also des Oberhauptes der Ostkirche - führte dieser __neben__ dem Hirtenstab ((''Heinrich August Pierer''\\ //Universallexikon der Gegenwart und Vergangenheit//\\ Bände 7-8, 1841\\ //Allgemeine Realencyklopädie//, oder Conversationslexikon für alle Stände\\ Band 4 Georg Joseph Manz, Regensburg 1867\\ ''Frank Kämpfer''\\ //Dikanikion - posox: Some Considerations on the Royal Staff in Muscovy//, in: FOG 24(1978) 9-19)). Dieser Stab zeigt ([[http://pandektis.ekt.gr/pandektis/handle/10442/64740|Abb]].) oben zwei gegeneinander gerichtete Schlangen (die oft auf eine T-Form reduziert sind) ((''Ernst Benz''\\ //Patriarchen und Einsiedler: der tausendjährige Athos und die Zukunft der Ostkirche//\\ E. Diederichs, 1964)) sowie sechs »Knöpfe« (Verdickungen, Knoten) auf seiner ganze Länge, die auf einen Rohrstock wie die Ferula hinweisen.
  
  
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  betont, denn der Sage nach soll ''Prometheus'' den Menschen das Feuer in einem Fenchelstängel gebracht haben: //»Iápetos’ Sohn (Prometheus), der berühmte, stahl dem allweisen Zeus nun dieses zurück für die Menschen in einem hohlen//Narthex//, dem Donnerfrohen verborgen.«// ((''Hesiod'', Werke und Tage; 567; ''Plinius'' Nat. 7,198)).   betont, denn der Sage nach soll ''Prometheus'' den Menschen das Feuer in einem Fenchelstängel gebracht haben: //»Iápetos’ Sohn (Prometheus), der berühmte, stahl dem allweisen Zeus nun dieses zurück für die Menschen in einem hohlen//Narthex//, dem Donnerfrohen verborgen.«// ((''Hesiod'', Werke und Tage; 567; ''Plinius'' Nat. 7,198)). 
 Tatsächlich läßt sich das trockene innere Mark entzünden und glimmt dann stundenlang ohne das Rohr zu beschädigen. So diente es unter anderem den Seeleuten als Feuerzeug.   Tatsächlich läßt sich das trockene innere Mark entzünden und glimmt dann stundenlang ohne das Rohr zu beschädigen. So diente es unter anderem den Seeleuten als Feuerzeug.  
-((''Fritz Hommel''\\ //Ethnologie und Geographie des alten Orients//\\ Band 2 C. H. Beck, 1904, //Das „Reis“ des Gilgamis// S. 726\\ verbindet den Kult mit dem `Vorherwisser´ Prometheus, der das Feuer im Narthexstängel brachte, mit dem sumerischen `Vorherwisser´ Gilgamesch, der die Pflanze [[http://oracc.ub.uni-muenchen.de/dcclt/cbd/akk/x00000820.html|ildakku]]/nisdakku als Behälter benutzte und verbindet es mit talm.//nastik//und//nartik//`Büchse´. Dagegen wird die Deutung als `Vorherwisser´ heute als volksetymologisch abgelehnt. Stattdessen wird eine Prtoindoeuropäische Wurzel für `stehlen´ postuliert, die sich auch im Vedischen pra math erhalten hat. Pramantha heißt das Werkzeug zum Feuermachen. Siehe: ''Fortson, Benjamin W.''\\//Indo-European Language and Culture: An Introduction.//\\ Blackwell Publishing 2004, S. 27.\\ ''Dougherty, Carol''\\//Prometheus.//\\ London 2006: Routledge S. 4. \\ Ein weiterer Deutungsansatz führt nach Indien, denn im Sanskrit steht//[[https://www.sanskritdictionary.com/?q=nartaka|nartaka]]// vieldeutig für: Schilfrohr, eine Waffe aus der Mythologie, einen Herold, eine Tänzerin, die sich bewegt wie ein Schilfrohr im Wind und führt zur indogermanischen Wurzel [[https://indogermanisch.org/pokorny-etymologisches-woerterbuch/index.htm|ner-1(t)-, ]] also  ('magische) Lebenskraft';  `Mann', zu der auch die Namen `Nero´ und Nerthus, eine germanische Göttin, gehören.\\ Zu einer vergleichbaren Bedeutung führt auch `virga´.)).  +((''Fritz Hommel''\\ //Ethnologie und Geographie des alten Orients//\\ Band 2 C. H. Beck, 1904, //Das „Reis“ des Gilgamis// S. 726\\ verbindet den Kult mit dem `Vorherwisser´ Prometheus, der das Feuer im Narthexstängel brachte, mit dem sumerischen `Vorherwisser´ Gilgamesch, der die Pflanze [[http://oracc.ub.uni-muenchen.de/dcclt/cbd/akk/x00000820.html|ildakku]]/nisdakku als Behälter benutzte und verbindet es mit talm.//nastik//und//nartik//`Büchse´. Dagegen wird die Deutung als `Vorherwisser´ heute als volksetymologisch abgelehnt. Stattdessen wird eine Prtoindoeuropäische Wurzel für `stehlen´ postuliert, die sich auch im Vedischen pra math erhalten hat. Pramantha heißt das Werkzeug zum Feuermachen. Siehe: ''Fortson, Benjamin W.''\\ //Indo-European Language and Culture: An Introduction.//\\ Blackwell Publishing 2004, S. 27.\\ ''Dougherty, Carol''\\ //Prometheus.//\\ London 2006: Routledge S. 4.\\ Ein weiterer Deutungsansatz führt nach Indien, denn im Sanskrit steht//[[https://www.sanskritdictionary.com/?q=nartaka|nartaka]]// vieldeutig für: Schilfrohr, eine Waffe aus der Mythologie, einen Herold, eine Tänzerin, die sich bewegt wie ein Schilfrohr im Wind und führt zur indogermanischen Wurzel [[https://indogermanisch.org/pokorny-etymologisches-woerterbuch/index.htm|ner-1(t)-, ]] also  ('magische) Lebenskraft';  `Mann', zu der auch die Namen `Nero´ und Nerthus, eine germanische Göttin, gehören.\\ Zu einer vergleichbaren Bedeutung führt auch `virga´.)).  
-Dies zeigt an, dass der Narthex etwas Neues war, das die üblichen griechischen Begriffe für `Behälter´ nicht vermittelten, also etwa der Rohrstängel als Glutbehälter: //»Zu  den  Wundern  Ägyptens ge­hört  ein Kraut, das man//al Dis //((»drei Grasarten« s. Siggel, S. 36)) nennt. ... es wird wie die Kerze angezündet, dann löscht man es aus und es bleibt so die ganze  Nacht. Wollen sie es benutzen, so nehmen sie sein Ende und drehen es um wie ein//Michrâq//(miḫrāq, Spielschwert) und es brennte«// (( ''Eilhard  Wiedemann''\\ Beiträge zur Geschichte der Naturwissenschaften VI.\\ //Zur Mechanik und Technik bei den Arabern//\\ Erlangen: Junge, 1906 , 1- 56, hier S. 54. Der zitierte ''Ibn al Faqih'' beschreibt die Eigenschaften des Narthex als Rohr, Feuerzeug und zum Schlagen, ist aber vermutlich holprig übersetzt.)). Schon die vorchristlichen hebräischen Schriften wie Talmud und Targum erwähnen wiederholt den //Narthek// als `Lichtbehälter´, δηπη ((''Paulus Stephanus Cassel''\\ //Aus der Hagia Sophia//\\ ... \\ Erfurt, 1856, darin Kap. 3 `Narthex´, S. 20)). »Das Sumerogramm GIBIL6, bestehend aus GI „Rohr“ und BIL „Brennen“ wird auch als Götternamen d-GIBIL4  gelesen und als das vergöttlichte „brennende Rohr“, „das brennende Schilf“ gedeutet« ((''Mohammad Ali Hajouz'' \\ //Der Wortschatz der Ebla-Texte// \\ Morphologische und lexikalische Analyse\\ Diss. Universität Jena 2013, hier S. 80)).+Dies zeigt an, dass der Narthex etwas Neues war, das die üblichen griechischen Begriffe für `Behälter´ nicht vermittelten, also etwa der Rohrstängel als Glutbehälter: //»Zu  den  Wundern  Ägyptens ge­hört  ein Kraut, das man//al Dis //((»drei Grasarten« s. Siggel, S. 36)) nennt. ... es wird wie die Kerze angezündet, dann löscht man es aus und es bleibt so die ganze  Nacht. Wollen sie es benutzen, so nehmen sie sein Ende und drehen es um wie ein//Michrâq//(miḫrāq, Spielschwert) und es brennte«// (( ''Eilhard  Wiedemann''\\ Beiträge zur Geschichte der Naturwissenschaften VI.\\ //Zur Mechanik und Technik bei den Arabern//\\ Erlangen: Junge, 1906 , 1- 56, hier S. 54. Der zitierte ''Ibn al Faqih'' beschreibt die Eigenschaften des Narthex als Rohr, Feuerzeug und zum Schlagen, ist aber vermutlich holprig übersetzt.)). Schon die vorchristlichen hebräischen Schriften wie Talmud und Targum erwähnen wiederholt den //Narthek// als `Lichtbehälter´, δηπη ((''Paulus Stephanus Cassel''\\ //Aus der Hagia Sophia//\\ ...\\ Erfurt, 1856, darin Kap. 3 `Narthex´, S. 20)). »Das Sumerogramm GIBIL6, bestehend aus GI „Rohr“ und BIL „Brennen“ wird auch als Götternamen d-GIBIL4  gelesen und als das vergöttlichte „brennende Rohr“, „das brennende Schilf“ gedeutet« ((''Mohammad Ali Hajouz''\\ //Der Wortschatz der Ebla-Texte//\\ Morphologische und lexikalische Analyse\\ Diss. Universität Jena 2013, hier S. 80)).
  
 === Die Säfte der Steckenkräuter: Silphium und Galbanum === === Die Säfte der Steckenkräuter: Silphium und Galbanum ===
 Das [[https://www.bibelwissenschaft.de/stichwort/20593/|Galbanum]] (auch: Galmum) der Bibel (Ex 30:34; Sir 24:27) ist ein Harz, das aus »Silphium« gewonnen  Das [[https://www.bibelwissenschaft.de/stichwort/20593/|Galbanum]] (auch: Galmum) der Bibel (Ex 30:34; Sir 24:27) ist ein Harz, das aus »Silphium« gewonnen 
-((''Else Strantz''\\ //Zur Silphionfrage//\\  Diss. Zürich : C. Brügel, Ansbach 1909; Eine umfassende Analyse, auch gute Abbildungen der Münzen mit dem Silphium\\ +((''Else Strantz''\\ //Zur Silphionfrage//\\ Diss. Zürich : C. Brügel, Ansbach 1909; Eine umfassende Analyse, auch gute Abbildungen der Münzen mit dem Silphium\\ 
 ''G.A. Zwanziger''\\ //Culturgeschichtliche Beiträge zur Pflanzenkunde//\\ VI: das Silphium (lat. Laserpitium) von Cyrenaica, in: Carinthia, Band 67, Kleinmayr, Klagenfurt 1877, S. 218-219\\ ''Macé, Antonin''\\ //LES VOYAGEURS MODERNES DANS LA CYRÉNAÏQUE ET LE SILPHIUM DES ANCIENS//\\ Revue Archéologique, vol. 14, no. 1, 1857, pp. 143–160. JSTOR, www.jstor.org/stable/41744479. Accessed 10 Oct. 2020.)) wurde. Die Silphiumpflanze ist aus antiker Zeit als Ferula überliefert und durch Abbildungsvergleiche als solche bestätigt worden (( ''J.L. Tatman''\\ //Silphium, Silver and Strife: A History of Kyrenaika and Its Coinage//\\ Celator 14.10 October 2000:6–24\\ ''Riddle, John M., Amigues, Suzanne''\\ //Le silphium - État de la question//\\ Journal des Savants 2, 2004: 191–226. doi:10.3406/jds.2004.1685\\ ''A.C. Oerstedt''\\ //Beitrag zur Deutung der Silphium-Pflanze//\\ in: Zeitschrift für Ethnologie und ... Hrsg. von A(dolph) Bastian und R(obert) Hartmann, Band 3 Berlin 1871, S. 197- 203 mit bebilderten Vergleichen verschiedener Pflanzenarten und den antiken Abbildungen auf Münzen. )).  ''G.A. Zwanziger''\\ //Culturgeschichtliche Beiträge zur Pflanzenkunde//\\ VI: das Silphium (lat. Laserpitium) von Cyrenaica, in: Carinthia, Band 67, Kleinmayr, Klagenfurt 1877, S. 218-219\\ ''Macé, Antonin''\\ //LES VOYAGEURS MODERNES DANS LA CYRÉNAÏQUE ET LE SILPHIUM DES ANCIENS//\\ Revue Archéologique, vol. 14, no. 1, 1857, pp. 143–160. JSTOR, www.jstor.org/stable/41744479. Accessed 10 Oct. 2020.)) wurde. Die Silphiumpflanze ist aus antiker Zeit als Ferula überliefert und durch Abbildungsvergleiche als solche bestätigt worden (( ''J.L. Tatman''\\ //Silphium, Silver and Strife: A History of Kyrenaika and Its Coinage//\\ Celator 14.10 October 2000:6–24\\ ''Riddle, John M., Amigues, Suzanne''\\ //Le silphium - État de la question//\\ Journal des Savants 2, 2004: 191–226. doi:10.3406/jds.2004.1685\\ ''A.C. Oerstedt''\\ //Beitrag zur Deutung der Silphium-Pflanze//\\ in: Zeitschrift für Ethnologie und ... Hrsg. von A(dolph) Bastian und R(obert) Hartmann, Band 3 Berlin 1871, S. 197- 203 mit bebilderten Vergleichen verschiedener Pflanzenarten und den antiken Abbildungen auf Münzen. )). 
 Deren Saft war wohlriechend (odos), wohlschmeckend und neutralisierte viele Gifte  Deren Saft war wohlriechend (odos), wohlschmeckend und neutralisierte viele Gifte 
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 Die Region um Cyrene wurde damit reich, denn das Harz wurde nach ''Plinius'' mit Silber aufgewogen. Der Stängel dieser pharmazeutisch und ökonomisch wertvollen Pflanze wurde so zum Symbol für die Macht des Heilens und zum Kennzeichen der guten Magie. Beschränkt auf den medizinischen Aspekt wurde er zum Äskulapstab (Caduceus) mit den zwei Schlangen und als hohler Rohrstängel (Ferula) zum zylindrischen Behälter (Narthex) für Wein, Arzneien (Narthecium), gerollte Dokumente und als Feuerzeug; er diente zur Vertreibung böser Kräfte insbesondere nach dem Ende des Winters in Bacchanalien, Dionysien und im Karneval, war Lebensrute und Zuchtrute. Die Region um Cyrene wurde damit reich, denn das Harz wurde nach ''Plinius'' mit Silber aufgewogen. Der Stängel dieser pharmazeutisch und ökonomisch wertvollen Pflanze wurde so zum Symbol für die Macht des Heilens und zum Kennzeichen der guten Magie. Beschränkt auf den medizinischen Aspekt wurde er zum Äskulapstab (Caduceus) mit den zwei Schlangen und als hohler Rohrstängel (Ferula) zum zylindrischen Behälter (Narthex) für Wein, Arzneien (Narthecium), gerollte Dokumente und als Feuerzeug; er diente zur Vertreibung böser Kräfte insbesondere nach dem Ende des Winters in Bacchanalien, Dionysien und im Karneval, war Lebensrute und Zuchtrute.
  
-  * Hebräisch //Chelbeneh// > griechisch //Chelbane// ((Theophrast)), //Chalbane// > //Galbanum// erklärt sich aus hebr. //chelb// `Milch, Schleim, Gummi´ und könnte durch lateinisches //galbanus// `grüngelb´´ geformt worden sein (( ''Ludwig August Kraus''\\ //Kritisch-etymologisches medicinisches Lexikon oder Erklärung des Ursprungs der aus dem Griechischen, dem Lateinischen und aus den Oriental. Sprachen in die Medicin// ...\\  Deuerlich & Dieterich, Göttingen 1844, S. 403 f.\\ ''Helmut Genaust''\\ //Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen//\\  Birkhäuser, Basel/Stuttgart 1976, S. 175 )).+  * Hebräisch //Chelbeneh// > griechisch //Chelbane// ((Theophrast)), //Chalbane// > //Galbanum// erklärt sich aus hebr. //chelb// `Milch, Schleim, Gummi´ und könnte durch lateinisches //galbanus// `grüngelb´´ geformt worden sein (( ''Ludwig August Kraus''\\ //Kritisch-etymologisches medicinisches Lexikon oder Erklärung des Ursprungs der aus dem Griechischen, dem Lateinischen und aus den Oriental. Sprachen in die Medicin// ...\\ Deuerlich & Dieterich, Göttingen 1844, S. 403 f.\\ ''Helmut Genaust''\\ //Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen//\\ Birkhäuser, Basel/Stuttgart 1976, S. 175 )).
   * Die Griechen nannten die der Petersilie ähnlichen Blätter `maspetum, maspeton´; Stängel/Wurzel `magydaris´, die Pflanze `metopium´.   * Die Griechen nannten die der Petersilie ähnlichen Blätter `maspetum, maspeton´; Stängel/Wurzel `magydaris´, die Pflanze `metopium´.
   * Die Römer nannten den Saft //Laserpitium// und das Harz //Laser//.   * Die Römer nannten den Saft //Laserpitium// und das Harz //Laser//.
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 so dass zwar weiterhin Galbanum angeboten wurde, jedoch waren diese Sorten nicht identisch mit dem antiken Galbanum  so dass zwar weiterhin Galbanum angeboten wurde, jedoch waren diese Sorten nicht identisch mit dem antiken Galbanum 
 (( ''ʻAbd Allâh ibn Aḥmad al-Mālaqī Abū Muḥammad Ibn al-Bayṭār; Joseph von Sontheimer''\\ //Grosse Zusammenstellung über die Kräfte der bekannten einfachen Heil- und Nahrungsmittel// von Abu Mohammed Abdallah Ben Ahmed aus Malaga bekannt unter dem Namen Ebn Baithar\\ Hallberger'sche Verlagshandlung, Stuttgart 1840-1843, 2 Bde.\\ hier:\\ //Sikbinadsch//, ein Harz aus der Ferula Persica\\  (( ''ʻAbd Allâh ibn Aḥmad al-Mālaqī Abū Muḥammad Ibn al-Bayṭār; Joseph von Sontheimer''\\ //Grosse Zusammenstellung über die Kräfte der bekannten einfachen Heil- und Nahrungsmittel// von Abu Mohammed Abdallah Ben Ahmed aus Malaga bekannt unter dem Namen Ebn Baithar\\ Hallberger'sche Verlagshandlung, Stuttgart 1840-1843, 2 Bde.\\ hier:\\ //Sikbinadsch//, ein Harz aus der Ferula Persica\\ 
-//Kinnah// (=Elkinnat) oder Baderd, Bubon, Metopion, persisch Barzat, griechisch Chalbane \\ +//Kinnah// (=Elkinnat) oder Baderd, Bubon, Metopion, persisch Barzat, griechisch Chalbane\\ 
 //Kana// für die Ferula communis, im westlichen Afrika Elkalch, bei den Griechen Nardex und Mathobium )).  //Kana// für die Ferula communis, im westlichen Afrika Elkalch, bei den Griechen Nardex und Mathobium )). 
 Es ist daher nicht offensichtlich, welche Bezeichnungen sich wann und wo auf welche Ferualaart oder welches Harz beziehen  Es ist daher nicht offensichtlich, welche Bezeichnungen sich wann und wo auf welche Ferualaart oder welches Harz beziehen 
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   * arabisches Kalh, assyrisches Qanna, Qanu (assyr.), Käneh (hebr.)   * arabisches Kalh, assyrisches Qanna, Qanu (assyr.), Käneh (hebr.)
   * Asal (( akk. ašlu(m) „Binse, Seil“, ar. asal „Rohr, Binse“, aram. ašlā, syr. īšlā „Seil“, s. S. 83:\\    * Asal (( akk. ašlu(m) „Binse, Seil“, ar. asal „Rohr, Binse“, aram. ašlā, syr. īšlā „Seil“, s. S. 83:\\ 
- ''Mohammad Ali Hajouz'' \\ //Der Wortschatz der Ebla-Texte// \\ Morphologische und lexikalische Analyse\\ Diss. Universität Jena  2013)) al-quinna `Galbanumhonig´ mit röm. Laserpitium als flüssigem Galbanum `qinna sā‘ ila´+ ''Mohammad Ali Hajouz''\\ //Der Wortschatz der Ebla-Texte//\\ Morphologische und lexikalische Analyse\\ Diss. Universität Jena  2013)) al-quinna `Galbanumhonig´ mit röm. Laserpitium als flüssigem Galbanum `qinna sā‘ ila´
  
 === Namen, Produkte und Pflanzenarten === === Namen, Produkte und Pflanzenarten ===
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 ^ Kalh (1) | Kelakha كلخة | Pflanze| [[http://legacy.tropicos.org/Name/1700089 |Ferula communis L.]],  Apiaceae\\ Riesenfenchel, Giant Fennel| ^ Kalh (1) | Kelakha كلخة | Pflanze| [[http://legacy.tropicos.org/Name/1700089 |Ferula communis L.]],  Apiaceae\\ Riesenfenchel, Giant Fennel|
-^ L-fasuh| Fassoukh | Harz, »falsches\\ gummi arabicum« | Ferula communis \\ aus dem Maghreb| +^ L-fasuh| Fassoukh | Harz, »falsches\\ gummi arabicum« | Ferula communis\\ aus dem Maghreb| 
-| | sukk| Parfum, »mixture\\ employeé en magie« ((V. Loubignac\\ Textes arabes des Zaër\\  transcription, traduction, notes et lexique, Paris 1952))| Oberbegriff?|+| | sukk| Parfum, »mixture\\ employeé en magie« ((V. Loubignac\\ Textes arabes des Zaër\\ transcription, traduction, notes et lexique, Paris 1952))| Oberbegriff?|
 ^zarī´ aθu `il kalhu| sīsālīyus?| Same | Kalh| ^zarī´ aθu `il kalhu| sīsālīyus?| Same | Kalh|
 ^ Kelkh(a) | berb. Zekelak | der trockene Stängel| | ^ Kelkh(a) | berb. Zekelak | der trockene Stängel| |
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 | ^ Wandeln\\ Verändern ^ Transportieren\\ Übertragen ^ Speichern ^ | ^ Wandeln\\ Verändern ^ Transportieren\\ Übertragen ^ Speichern ^
-^ Stoff| Mörserkeule\\ Grabstock\\ Spieß| Tragstange| Korb aus Weidenruten\\  Rohr|+^ Stoff| Mörserkeule\\ Grabstock\\ Spieß| Tragstange| Korb aus Weidenruten\\ Rohr|
 ^ Energie| Feuerbohrer| Narthex | Narthex | ^ Energie| Feuerbohrer| Narthex | Narthex |
 ^  | Hebel\\ Quirl| Handspindel\\ Töpferwelle\\ Bogenspannung > Pfeil| Hebel m. Gegengewicht\\ (Brunnen-)schwengel\\ Schwingbaum\\ Stabfeder (Bogenspannung) | ^  | Hebel\\ Quirl| Handspindel\\ Töpferwelle\\ Bogenspannung > Pfeil| Hebel m. Gegengewicht\\ (Brunnen-)schwengel\\ Schwingbaum\\ Stabfeder (Bogenspannung) |
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   * Der sechs Meter lange **Pultstock** diente in den Marschen an der Nordsee zum Überspringen der zahlreichen Wassergräben (niederländisch Polsstok, dänisch Klyverstav); im Brauchtum //Fierljeppen// genannt.   * Der sechs Meter lange **Pultstock** diente in den Marschen an der Nordsee zum Überspringen der zahlreichen Wassergräben (niederländisch Polsstok, dänisch Klyverstav); im Brauchtum //Fierljeppen// genannt.
   * Die vier Meter lange **Lanza o astia** (auch Lata, Garrote) diente im vulkanisch geklüfteten Gelände der Kanaren den Hirten zur Fortbewegung über Felsblöcke und Stufen; im Brauchtum //Salto del Pastor// genannt.   * Die vier Meter lange **Lanza o astia** (auch Lata, Garrote) diente im vulkanisch geklüfteten Gelände der Kanaren den Hirten zur Fortbewegung über Felsblöcke und Stufen; im Brauchtum //Salto del Pastor// genannt.
-  * Die bis zu drei Meter lange Alpenstange (auch Bergstock, Alpenstock; mit Metallspitze auch Spornstab, Stachelstock, Staxlstecken; mit Haken auch Jägerstecken, Hakenstock) aus Hasel oder Esche war das Werkzeug der Bergbauern und Gemsenjäger bevor sie Ende des 18. Jahrhunderts touristisch von Bergwanderern übernommen wurde, wie ein [[https://de.wikipedia.org/wiki/Marquard_Wocher#/media/Datei:Mont_Blanc_Wocher.jpg|Gemälde]] von der Besteigung des Montblanc durch ''Ferdinand Mongin de Saussure'' 1787 zeigt. Die hohe praktische Bedeutung brachte den »Alpenstock« als Fremdwort ins Italienische, Englische, Französische, Spanische - er war nicht nur Stütze am Hang, sondern Sicherungsmittel an Spalten, Sonde im Schnee, »gehendes Geländer« (barrière ambulante), diente zum Ziehen und Schieben, als Hebel beim Springen und half steuernd und bremsend beim Abfahren ((''Martin Scharfe''\\//Berg-Sucht. Eine Kulturgeschichte des frühen Alpinismus 1750 – 1850.//\\ 382 S. Ill. Wien 2007: Böhlau [[https://d-nb.info/984254714/04|Inhalt]] S. 207–224.\\ ''Christoph Höbenreich''\\ //Über Stock und Stab//.\\ berg und steigen 116 (2021) )). Der Langpickel verdrängte die Alpenstange etwa ab 1870.+  * Die bis zu drei Meter lange Alpenstange (auch Bergstock, Alpenstock; mit Metallspitze auch Spornstab, Stachelstock, Staxlstecken; mit Haken auch Jägerstecken, Hakenstock) aus Hasel oder Esche war das Werkzeug der Bergbauern und Gemsenjäger bevor sie Ende des 18. Jahrhunderts touristisch von Bergwanderern übernommen wurde, wie ein [[https://de.wikipedia.org/wiki/Marquard_Wocher#/media/Datei:Mont_Blanc_Wocher.jpg|Gemälde]] von der Besteigung des Montblanc durch ''Ferdinand Mongin de Saussure'' 1787 zeigt. Die hohe praktische Bedeutung brachte den »Alpenstock« als Fremdwort ins Italienische, Englische, Französische, Spanische - er war nicht nur Stütze am Hang, sondern Sicherungsmittel an Spalten, Sonde im Schnee, »gehendes Geländer« (barrière ambulante), diente zum Ziehen und Schieben, als Hebel beim Springen und half steuernd und bremsend beim Abfahren ((''Martin Scharfe''\\ //Berg-Sucht. Eine Kulturgeschichte des frühen Alpinismus 1750 – 1850.//\\ 382 S. Ill. Wien 2007: Böhlau [[https://d-nb.info/984254714/04|Inhalt]] S. 207–224.\\ ''Christoph Höbenreich''\\ //Über Stock und Stab//.\\ berg und steigen 116 (2021) )). Der Langpickel verdrängte die Alpenstange etwa ab 1870.
  
 **Der Stab zur Energieerzeugung:**\\  **Der Stab zur Energieerzeugung:**\\ 
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 Wiederholt lässt sich beobachten, wie sich ein einfaches Werkzeug über eine vielfach optimierte Waffe zum Symbol und zum Kultstab ausdifferenzierte: Wiederholt lässt sich beobachten, wie sich ein einfaches Werkzeug über eine vielfach optimierte Waffe zum Symbol und zum Kultstab ausdifferenzierte:
  
-**Die symmetrische Mörserkeule** mit der Handhabe in der Mitte war ein Werkzeug vornehmlich der Küche und der bäuerlichen Selbstversorgung ((''Marcus Porcius Cato'', Censorius; ''Paul Thielscher''\\ //Des Marcus Cato Belehrung über die Landwirtschaft// [De re rustica]\\ Duncker & Humblot, Berlin 1963; hier: S. 184 bis 186 Schwierigkeiten der Deutung und Übersetzung des Begriffsfeldes um Mörser und Mörserkeule, pilus/pilum, mortarium)) und perfekt zum Stampfen der Getreidekörner (( [[http://www.perseus.tufts.edu/hopper/text?doc=Perseus:text:1999.04.0063:entry=mortarium-cn&highlight=mortarium|mortarium]], in: A Dictionary of Greek and Roman Antiquities. William Smith, LLD. William Wayte. G. E. Marindin. Albemarle Street, London. John Murray. 1890 )), daher auch dem Hausgott//Pilumnus//zugeordnet. Dennoch wurde sie auch zur archaischen Waffe der Salii. Werkzeug und Waffe hießen `pilum´ ((https://www.heinrich-tischner.de/22-sp/2wo/wort/idg/ital/p/pilum.htm\\ ''Adolf Schulten'' \\ //Der Ursprung des Pilums//\\ Rheinisches Museum für Philologie, N.F. ; 66, 1911)), ebenso wie der spätere Kurzspieß der römischen Legionäre ((''Gerhard Kropatscheck''\\ //Mörserkeulen und Pila muralia//\\ Berlin Reimer 1909\\ Sonderdruck aus: Jahrbuch des Kaiserlich Deutschen Archäologischen Instituts 23/2 (1908).Seiten 79-94 ; 181-184 )). Schließlich wurde das //pilum// zum Kultstab im Geburtsritus `pilo ferire´ zur Abwehr des Waldgottes ''Silvanus'' ((''Thomas Köves-Zulauf''\\ //Römische Geburtsriten//\\ C.H.Beck, München 1990\\ hier Kapitel II. Intercidona, Pilumnus, Deverra\\ +**Die symmetrische Mörserkeule** mit der Handhabe in der Mitte war ein Werkzeug vornehmlich der Küche und der bäuerlichen Selbstversorgung ((''Marcus Porcius Cato'', Censorius; ''Paul Thielscher''\\ //Des Marcus Cato Belehrung über die Landwirtschaft// [De re rustica]\\ Duncker & Humblot, Berlin 1963; hier: S. 184 bis 186 Schwierigkeiten der Deutung und Übersetzung des Begriffsfeldes um Mörser und Mörserkeule, pilus/pilum, mortarium)) und perfekt zum Stampfen der Getreidekörner (( [[http://www.perseus.tufts.edu/hopper/text?doc=Perseus:text:1999.04.0063:entry=mortarium-cn&highlight=mortarium|mortarium]], in: A Dictionary of Greek and Roman Antiquities. William Smith, LLD. William Wayte. G. E. Marindin. Albemarle Street, London. John Murray. 1890 )), daher auch dem Hausgott//Pilumnus//zugeordnet. Dennoch wurde sie auch zur archaischen Waffe der Salii. Werkzeug und Waffe hießen `pilum´ ((https://www.heinrich-tischner.de/22-sp/2wo/wort/idg/ital/p/pilum.htm\\ ''Adolf Schulten''\\ //Der Ursprung des Pilums//\\ Rheinisches Museum für Philologie, N.F. ; 66, 1911)), ebenso wie der spätere Kurzspieß der römischen Legionäre ((''Gerhard Kropatscheck''\\ //Mörserkeulen und Pila muralia//\\ Berlin Reimer 1909\\ Sonderdruck aus: Jahrbuch des Kaiserlich Deutschen Archäologischen Instituts 23/2 (1908).Seiten 79-94 ; 181-184 )). Schließlich wurde das //pilum// zum Kultstab im Geburtsritus `pilo ferire´ zur Abwehr des Waldgottes ''Silvanus'' ((''Thomas Köves-Zulauf''\\ //Römische Geburtsriten//\\ C.H.Beck, München 1990\\ hier Kapitel II. Intercidona, Pilumnus, Deverra\\ 
 ''Groddeck, Georg''\\ //Der Mensch als Symbol//\\ Unmassgebliche Meinungen über Sprache und Kunst\\ mit 14 Bildtafeln im Anhang. München 1976: Kindler.\\ S.67 ff ausführlich zu Mörserkeule, Wurfspieß, Pilum, Faust)).\\  ''Groddeck, Georg''\\ //Der Mensch als Symbol//\\ Unmassgebliche Meinungen über Sprache und Kunst\\ mit 14 Bildtafeln im Anhang. München 1976: Kindler.\\ S.67 ff ausführlich zu Mörserkeule, Wurfspieß, Pilum, Faust)).\\ 
 Die Mörserkeule //Saunanda// ist eine Waffe des Rama, die vom Himmel gefallen war (Meteoreisen? siehe oben), eine Keule (gada) in Form eines Pistills (musala) mit dem Beinamen Khetaka (von khit `erschrecken´); musalin heißt `Bewaffnet mit einer Mörserkeule´.  Die Mörserkeule //Saunanda// ist eine Waffe des Rama, die vom Himmel gefallen war (Meteoreisen? siehe oben), eine Keule (gada) in Form eines Pistills (musala) mit dem Beinamen Khetaka (von khit `erschrecken´); musalin heißt `Bewaffnet mit einer Mörserkeule´. 
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 Mit der //hasta fetiale// erklärten die Priester (Fetialen) den Krieg, indem sie sie auf Feindesland warfen.\\  Mit der //hasta fetiale// erklärten die Priester (Fetialen) den Krieg, indem sie sie auf Feindesland warfen.\\ 
 Mit einer aufgestellten //hasta// zeigte die Obrigkeit das Recht auf Verkäufe (hasta frumentaria), Versteigerungen und Plünderungen (hasta cruenta) oder Gerichtsverhandlungen (hasta judicium) an.\\  Mit einer aufgestellten //hasta// zeigte die Obrigkeit das Recht auf Verkäufe (hasta frumentaria), Versteigerungen und Plünderungen (hasta cruenta) oder Gerichtsverhandlungen (hasta judicium) an.\\ 
-Die Haare einer Braut mussten mit der //hasta coelibaris// gekämmt werden, einer Lanze, mit der bereits getötet worden war ((''Johann Samuel Ersch; J. G. Gruber''\\ //Allgemeine Encyclopädie der Wissenschaften und Künste in alphabetischer Folge// ...\\  J.F. Gleditsch, Leipzig, 1818-1889)).+Die Haare einer Braut mussten mit der //hasta coelibaris// gekämmt werden, einer Lanze, mit der bereits getötet worden war ((''Johann Samuel Ersch; J. G. Gruber''\\ //Allgemeine Encyclopädie der Wissenschaften und Künste in alphabetischer Folge// ...\\ J.F. Gleditsch, Leipzig, 1818-1889)).
  
 Der **Krummstab** bestand ursprünglich aus krumm gewachsenen Holz mit Ast- oder Wurzelansatz, denn dass Holz sich formen lässt, muss erst gelernt werden. Als Werkzeug muss er an seinem geraden Ende gehalten werden und die Krümme darf weder zu stark noch zu schwach sein. In jedem Fall ist er so alt wie das Halten von [[wiki:nutztiere|Nutztieren]].\\  Der **Krummstab** bestand ursprünglich aus krumm gewachsenen Holz mit Ast- oder Wurzelansatz, denn dass Holz sich formen lässt, muss erst gelernt werden. Als Werkzeug muss er an seinem geraden Ende gehalten werden und die Krümme darf weder zu stark noch zu schwach sein. In jedem Fall ist er so alt wie das Halten von [[wiki:nutztiere|Nutztieren]].\\ 
-Formen mit nur angedeuter Krümme (r-Stab), spiralförmiger Volute (Lituus) oder verkürztem Krummholz (Lagobolon) zeigen diese Werkzeugfunktion nicht; für sie wäre ein anderer funktionaler Ursprung zu vermuten ((''Charles Burney''\\ //Historical Dictionary of the Hittites//\\ Rowman & Littlefield 2018, S. 186-187\\ diskutiert anhand der Bildbelege die Veränderungen der Formen hin zum Wurfstock sowie seine Bedeutung als exklusiver Jagdwaffe des Herrschers in dessen Funktion als Versorger des Volkes.\\  ''Claus Ambos, Ingrid Krauskopf''\\ //The Curved Staff in the Ancient Near East as a Predecessor of the Etruscan Lituus//\\ In: Lammert Bouke van der Meer (Hrsg.): Material aspects of Etruscan religion (= Babesch. Supplementband 16). Peeters, Leuven 2010, ISBN 978-90-429-2366-9, S. 127–153\\ Diskussion von Lagobolon, r-Stab und Lituus mit Bildbelegen und einer Fundtypologie (Abb. 39) )), also etwa als Messwerkzeug zum Bestimmen der [[wiki:orientierung#Richtung und Himmelsrichtungen|Himmelsrichtungen]] (Lituus) sowie als aus dem Grabstock entstandener Jagdwaffe, dem Wurfholz (Lagobolon).+Formen mit nur angedeuter Krümme (r-Stab), spiralförmiger Volute (Lituus) oder verkürztem Krummholz (Lagobolon) zeigen diese Werkzeugfunktion nicht; für sie wäre ein anderer funktionaler Ursprung zu vermuten ((''Charles Burney''\\ //Historical Dictionary of the Hittites//\\ Rowman & Littlefield 2018, S. 186-187\\ diskutiert anhand der Bildbelege die Veränderungen der Formen hin zum Wurfstock sowie seine Bedeutung als exklusiver Jagdwaffe des Herrschers in dessen Funktion als Versorger des Volkes.\\ ''Claus Ambos, Ingrid Krauskopf''\\ //The Curved Staff in the Ancient Near East as a Predecessor of the Etruscan Lituus//\\ In: Lammert Bouke van der Meer (Hrsg.): Material aspects of Etruscan religion (= Babesch. Supplementband 16). Peeters, Leuven 2010, ISBN 978-90-429-2366-9, S. 127–153\\ Diskussion von Lagobolon, r-Stab und Lituus mit Bildbelegen und einer Fundtypologie (Abb. 39) )), also etwa als Messwerkzeug zum Bestimmen der [[wiki:orientierung#Richtung und Himmelsrichtungen|Himmelsrichtungen]] (Lituus) sowie als aus dem Grabstock entstandener Jagdwaffe, dem Wurfholz (Lagobolon).
  
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 Eine vergleichende Übersicht der Stäbe in den germanischen Frauengräbern - der möglichen **Seherinnen-Stäbe** - fehlt trotz ihrer nach Material und Form völlig isolierten Stellung innerhalb der Stäbe.  Eine vergleichende Übersicht der Stäbe in den germanischen Frauengräbern - der möglichen **Seherinnen-Stäbe** - fehlt trotz ihrer nach Material und Form völlig isolierten Stellung innerhalb der Stäbe. 
  
-Die Bibel ist eine wesentliche Quelle für hebräische Begriffe rund um `Stock, Stab, Rute´ und als solche nicht ausgewertet. Die spezifischen hebräischen Begriffe  ((''Fraenkel, Meir''\\ Bemerkungen zum hebräischen Wortschatz \\ Hebrew Union College Annual, vol. 31, 1960, pp. 55–102. JSTOR, www.jstor.org/stable/23506537. Accessed 21 Oct. 2020; zu //sarbith///Zepter Nr. 1 S. 73, Nr. 50, zu //tôtāḥ// Nr. 23 S. 86, zu //maqqel// Nr. 31, S. 90\\ )) für **die Stäbe der Bibel** wurden weitgehend durch die Oberbegriffe `Stock, Stab, Rute´ übersetzt, vermutlich um Diskussionen zur Exegese zu vermeiden, beispielsweise ((Quelle: https://hausisrael.jimdofree.com/was-bedeuten-worte-teil-2/was-bedeutet-das-wort-ast-rute-zweig-in-der-bibel)):+Die Bibel ist eine wesentliche Quelle für hebräische Begriffe rund um `Stock, Stab, Rute´ und als solche nicht ausgewertet. Die spezifischen hebräischen Begriffe  ((''Fraenkel, Meir''\\ Bemerkungen zum hebräischen Wortschatz\\ Hebrew Union College Annual, vol. 31, 1960, pp. 55–102. JSTOR, www.jstor.org/stable/23506537. Accessed 21 Oct. 2020; zu //sarbith///Zepter Nr. 1 S. 73, Nr. 50, zu //tôtāḥ// Nr. 23 S. 86, zu //maqqel// Nr. 31, S. 90\\ )) für **die Stäbe der Bibel** wurden weitgehend durch die Oberbegriffe `Stock, Stab, Rute´ übersetzt, vermutlich um Diskussionen zur Exegese zu vermeiden, beispielsweise ((Quelle: https://hausisrael.jimdofree.com/was-bedeuten-worte-teil-2/was-bedeutet-das-wort-ast-rute-zweig-in-der-bibel)):
   * als קנה (kane) in 38 Stellen, allgemein als Rohr, Rute, technisch als Messrute, Würzrohr, Rohrstab, Schaft, Waage, botanisch als Halm, Schilf, jedoch meist in übertragenem Sinne als `Arm´.   * als קנה (kane) in 38 Stellen, allgemein als Rohr, Rute, technisch als Messrute, Würzrohr, Rohrstab, Schaft, Waage, botanisch als Halm, Schilf, jedoch meist in übertragenem Sinne als `Arm´.
   * als  מטּה (matteh) in 178 Stellen allgemein als Stab, jedoch meist botanisch als Stamm, Zweig, und nur ausnahmsweise technisch als Spieß, Zepter.   * als  מטּה (matteh) in 178 Stellen allgemein als Stab, jedoch meist botanisch als Stamm, Zweig, und nur ausnahmsweise technisch als Spieß, Zepter.
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