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wiki:reisen_nach_dem_zweiten_weltkrieg

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wiki:reisen_nach_dem_zweiten_weltkrieg [2024/04/07 06:26] – [Auswandern und verdrängen] Norbert Lüdtkewiki:reisen_nach_dem_zweiten_weltkrieg [2026/07/28 12:45] (aktuell) – Externe Bearbeitung 127.0.0.1
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 ====== Reisen nach dem Zweiten Weltkrieg ====== ====== Reisen nach dem Zweiten Weltkrieg ======
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 ''Norman D. Ford'' war sehr wenig erfreut, daß der Weltkrieg seine weiteren Reisepläne durchkreuzte, nachdem er bis 1939 mit dem Fahrrad das britische Königreich sowie Irland und die Schweiz bereist hatte. Konsequenterweise plante er bereits während des zweiten Weltkriegs als britischer Marinesoldat die Weltumsegelung mit einer 50 Jahre alten Segelyacht, die er 1944 bei Essex entdeckt hatte. Optimistisch schrieb er wenige Wochen vor Kriegsende einen Artikel für den //Daily Mirror//, der es, vielleicht wegen seiner Kühnheit, bis auf die Titelseite brachte: //"Two Men needed to help Sail Yacht on 20-Year voyage around the world."// 200 Antworten erhielt er, und da er nur zwei Leute brauchte, gründete er mit den übrigen den "//Globetrotters Club//" ''Norman D. Ford'' war sehr wenig erfreut, daß der Weltkrieg seine weiteren Reisepläne durchkreuzte, nachdem er bis 1939 mit dem Fahrrad das britische Königreich sowie Irland und die Schweiz bereist hatte. Konsequenterweise plante er bereits während des zweiten Weltkriegs als britischer Marinesoldat die Weltumsegelung mit einer 50 Jahre alten Segelyacht, die er 1944 bei Essex entdeckt hatte. Optimistisch schrieb er wenige Wochen vor Kriegsende einen Artikel für den //Daily Mirror//, der es, vielleicht wegen seiner Kühnheit, bis auf die Titelseite brachte: //"Two Men needed to help Sail Yacht on 20-Year voyage around the world."// 200 Antworten erhielt er, und da er nur zwei Leute brauchte, gründete er mit den übrigen den "//Globetrotters Club//"
  
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 ==== Europa war klein und hungrig ==== ==== Europa war klein und hungrig ====
-''Malcolm Keir'', auch ein frühes  Mitglied des Globetrotter Clubs, berichtet aus jener Zeit:// "In the late 1940s and early 1950s most members didn´t travel much beyond western Europe. Yugoslavia was about the outer limit and it was in every sense a `frontier zone´... because conditions in Yugoslavia were in many ways that what today we would associate with some parts of the Third World. Roads were notoriously bad, food was atrocious an local living conditions came as a shock to many travellers."// +''Malcolm Keir'', auch ein frühes  Mitglied des Globetrotter Clubs, berichtet aus jener Zeit://"In the late 1940s and early 1950s most members didn´t travel much beyond western Europe. Yugoslavia was about the outer limit and it was in every sense a `frontier zone´... because conditions in Yugoslavia were in many ways that what today we would associate with some parts of the Third World. Roads were notoriously bad, food was atrocious an local living conditions came as a shock to many travellers."// 
  
 Ähnlich schockierend muß es in dieser Zeit in Deutschland ausgesehen haben. 1946 und 1947 war die Nahrungsmittelsituation schlechter als während des Krieges. //"Dieses Volk ist - in seinen Lebensmitteln, in seiner Heizung und seiner Unterkunft - auf den niedrigsten Stand gesunken, der seit hundert Jahren in der Geschichte des Westens bekannt ist,"// befand der frühere amerikanische ''Präsident Hoover'' nach einer Informationsreise durch die amerikanische Besatzungszone. Außergewöhnliche Situationen erfordern außergewöhnliche Mittel: //"Man kann es dem einzelnen nicht verwehren, das Dringendste zur Erhaltung von Leben und Gesundheit zu nehmen, wenn er es durch Arbeit nicht erhält."// Damit gab der Kölner ''Kardinal Frings'' in der Sylvesterpredigt 1946 seinen Segen zum Mundraub, fortan in Köln "fringsen" genannt. In der britischen Zone wurde im Januar 1946 die Tagesration für Zivilisten auf 1046 Kalorien begrenzt: Zwei Scheiben Brot, vielleicht eine Idee Margarine, ein Löffel Milchsuppe, zwei Kartöffelchen.  Ähnlich schockierend muß es in dieser Zeit in Deutschland ausgesehen haben. 1946 und 1947 war die Nahrungsmittelsituation schlechter als während des Krieges. //"Dieses Volk ist - in seinen Lebensmitteln, in seiner Heizung und seiner Unterkunft - auf den niedrigsten Stand gesunken, der seit hundert Jahren in der Geschichte des Westens bekannt ist,"// befand der frühere amerikanische ''Präsident Hoover'' nach einer Informationsreise durch die amerikanische Besatzungszone. Außergewöhnliche Situationen erfordern außergewöhnliche Mittel: //"Man kann es dem einzelnen nicht verwehren, das Dringendste zur Erhaltung von Leben und Gesundheit zu nehmen, wenn er es durch Arbeit nicht erhält."// Damit gab der Kölner ''Kardinal Frings'' in der Sylvesterpredigt 1946 seinen Segen zum Mundraub, fortan in Köln "fringsen" genannt. In der britischen Zone wurde im Januar 1946 die Tagesration für Zivilisten auf 1046 Kalorien begrenzt: Zwei Scheiben Brot, vielleicht eine Idee Margarine, ein Löffel Milchsuppe, zwei Kartöffelchen. 
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 Doch nicht nur die Nöte des täglichen Lebens erschwerten das Reisen. Der österreichische ''Kanzler Leopold Figl'' meinte damals: //"Arbeit und Buße sind für die Deutschen im Augenblick die einzige Medizin - und nicht Erholung in Österreich."// 1949 durften deutsche Touristen, so es sie denn überhaupt gab, Österreich zwar durchqueren, aber nicht als Urlaubsland mißbrauchen! Man kann vermutlich davon ausgehen, daß der österreichische Bundeskanzler mit seiner Meinung international nicht allein dastand, und wenn sich schon die Österreicher so deutlich abgrenzten: Was erwartete dann die Deutschen in Holland, Belgien, Frankreich? Und vor allem: Geld! Bis zur Währungsreform 1949 herrschte in Deutschland der Tauschhandel vor, da soll ein Gästezimmer in Garmisch auch schon mal für zwei Zentner Brikett vergeben worden sein.  Doch nicht nur die Nöte des täglichen Lebens erschwerten das Reisen. Der österreichische ''Kanzler Leopold Figl'' meinte damals: //"Arbeit und Buße sind für die Deutschen im Augenblick die einzige Medizin - und nicht Erholung in Österreich."// 1949 durften deutsche Touristen, so es sie denn überhaupt gab, Österreich zwar durchqueren, aber nicht als Urlaubsland mißbrauchen! Man kann vermutlich davon ausgehen, daß der österreichische Bundeskanzler mit seiner Meinung international nicht allein dastand, und wenn sich schon die Österreicher so deutlich abgrenzten: Was erwartete dann die Deutschen in Holland, Belgien, Frankreich? Und vor allem: Geld! Bis zur Währungsreform 1949 herrschte in Deutschland der Tauschhandel vor, da soll ein Gästezimmer in Garmisch auch schon mal für zwei Zentner Brikett vergeben worden sein. 
  
-Die Studentenvertretung der Münchener Uni annoncierte 1949 am Schwarzen Brett:// "Studienreise nach Italien - Zwei Wochen mit dem Fahrrad. 120 Mark alles inklusive."// Von den 1147 Bewerbern durften 15 schließlich mit, Voraussetzungen: //"charakterlich einwandfrei, entnazifiziert, fachlich qualifiziert, würdig",// Besitz eines Fahrrads, eines Ersatzschlauches und Flickzeugs. Dazu mußten Einladungen vorliegen, Visa eingeholt und die Bestätigung abgegeben werden, daß man dem Gastland nicht auf der Tasche läge. Die Einfuhr von Deutscher Mark nach Italien war verboten. +Die Studentenvertretung der Münchener Uni annoncierte 1949 am Schwarzen Brett://"Studienreise nach Italien - Zwei Wochen mit dem Fahrrad. 120 Mark alles inklusive."// Von den 1147 Bewerbern durften 15 schließlich mit, Voraussetzungen: //"charakterlich einwandfrei, entnazifiziert, fachlich qualifiziert, würdig",// Besitz eines Fahrrads, eines Ersatzschlauches und Flickzeugs. Dazu mußten Einladungen vorliegen, Visa eingeholt und die Bestätigung abgegeben werden, daß man dem Gastland nicht auf der Tasche läge. Die Einfuhr von Deutscher Mark nach Italien war verboten. 
  
 Mit solchen Problemen waren die Deutschen nicht alleine, wenngleich sie als Kriegsverlierer zusätzlich fremdbestimmten Zwängen, Regeln, Anweisungen ausgesetzt waren. Alle Nationen litten unter den Nachwehen des Krieges. Am 12. Oktober 1949 berichtet die //"abz-aktuelle bilderzeitung"//, ein in Düsseldorf erscheinendes, bundesweit vertriebenes Magazin, in einem ganzseitigen (!) Artikel: //"Rucksack-Engländer flohen aus Tirol. Pfundabwertung macht Strich durch die Urlaubspläne.... So waren es die günstigen Währungsbedingungen, die auch den ärmeren Kreisen der englischen Bevölkerung die Möglichkeit gaben, den Erholungsurlaub nach Tirol zu verlegen."// Die Finanzdecke scheint dünn gewesen zu sein, denn eine Abwertung des englischen Pfundes führte zur massenhaften Rückreise der Engländer.  Mit solchen Problemen waren die Deutschen nicht alleine, wenngleich sie als Kriegsverlierer zusätzlich fremdbestimmten Zwängen, Regeln, Anweisungen ausgesetzt waren. Alle Nationen litten unter den Nachwehen des Krieges. Am 12. Oktober 1949 berichtet die //"abz-aktuelle bilderzeitung"//, ein in Düsseldorf erscheinendes, bundesweit vertriebenes Magazin, in einem ganzseitigen (!) Artikel: //"Rucksack-Engländer flohen aus Tirol. Pfundabwertung macht Strich durch die Urlaubspläne.... So waren es die günstigen Währungsbedingungen, die auch den ärmeren Kreisen der englischen Bevölkerung die Möglichkeit gaben, den Erholungsurlaub nach Tirol zu verlegen."// Die Finanzdecke scheint dünn gewesen zu sein, denn eine Abwertung des englischen Pfundes führte zur massenhaften Rückreise der Engländer. 
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 Schon im folgenden Jahr setzt die //Quick// noch eins drauf //("Dem Quick-Leser gehört die Welt")// und schickt zwei leidenschaftlich Reisende in die Welt hinaus: ''Dr. Ulrich Mohr'' berichtete unter anderem von der //"Anden-Kundfahrt 1950"// nach Bolivien; ''Dr. Herbert Tichy'' schrieb über die Sadhus am Ganges. Ihre Wege kreuzten sich in der indischen Stadt Hardwar. Mohr begab sich von dort auf die Heimreise, für Tichy begann die Reise erst. Im Juni 1951 schreibt Quick anläßlich eines Bildberichts von Tichy aus Ceylon: //"Tichy, einer der Weltreisenden, die für die großen Reportagenserie "Dem QUICK-Leser gehört die Welt" seit mehr als einem Jahr in vier Erdteilen unterwegs sind."// Und auch bei Quick: Fotos, Fotos, Fotos - Blitzlichter einer Reise, die nicht beschrieben wird. Nur das Exotische, Absurde, Ungewöhnliche, Unglaubliche wird gezeigt, mit drei, vier Sätzen kurz kommentiert, dann folgt der Schnitt zum nächsten Bild.  Schon im folgenden Jahr setzt die //Quick// noch eins drauf //("Dem Quick-Leser gehört die Welt")// und schickt zwei leidenschaftlich Reisende in die Welt hinaus: ''Dr. Ulrich Mohr'' berichtete unter anderem von der //"Anden-Kundfahrt 1950"// nach Bolivien; ''Dr. Herbert Tichy'' schrieb über die Sadhus am Ganges. Ihre Wege kreuzten sich in der indischen Stadt Hardwar. Mohr begab sich von dort auf die Heimreise, für Tichy begann die Reise erst. Im Juni 1951 schreibt Quick anläßlich eines Bildberichts von Tichy aus Ceylon: //"Tichy, einer der Weltreisenden, die für die großen Reportagenserie "Dem QUICK-Leser gehört die Welt" seit mehr als einem Jahr in vier Erdteilen unterwegs sind."// Und auch bei Quick: Fotos, Fotos, Fotos - Blitzlichter einer Reise, die nicht beschrieben wird. Nur das Exotische, Absurde, Ungewöhnliche, Unglaubliche wird gezeigt, mit drei, vier Sätzen kurz kommentiert, dann folgt der Schnitt zum nächsten Bild. 
  
-Für die Revue ist 1951 die Journalistin ''Herta Klier'' unterwegs und berichtet im April bereits zum dritten Mal aus dem Nahen Osten //("Ägypten - Gesehen mit den Augen einer Frau")//. Auch in den folgenden Jahren ist sie unterwegs, dabei durchaus auf Globetrotter-Art: //"Die junge Berlinerin Herta Klier trampte um die halbe Welt, durchquerte den ganzen australischen Kontinent und kam nach elf Monaten glücklich wieder in Deutschland an... und das alles fast ohne Geld."// Sie kaufte sich ein Ticket und ging am 2. Februar 1951 mit genau 182,50 Mark in der Tasche an Bord:// "Übertriebene Sorgen machte ich mir nicht, denn ich hatte arbeiten gelernt. Ich konnte nicht nur waschen, kochen und stricken, sondern auch holzhacken, Elektriker spielen, Kinder versorgen und Corned Beef verkaufen. Ich machte die angenehme Erfahrung, daß ich mit diesen Fähigkeiten im Ausland einigermaßen leben und mein Reisegeld verdienen konnte."// Sie reiste von Sydney über Canberra, Melbourne, Adelaide nach Alice Springs, Darwin, Cairns und zurück nach Sydney. Neu an ihren Berichten ist, daß erstmals persönliche Reiseerlebnisse im Zentrum stehen, der Alltag geschildert wird. +Für die Revue ist 1951 die Journalistin ''Herta Klier'' unterwegs und berichtet im April bereits zum dritten Mal aus dem Nahen Osten //("Ägypten - Gesehen mit den Augen einer Frau")//. Auch in den folgenden Jahren ist sie unterwegs, dabei durchaus auf Globetrotter-Art: //"Die junge Berlinerin Herta Klier trampte um die halbe Welt, durchquerte den ganzen australischen Kontinent und kam nach elf Monaten glücklich wieder in Deutschland an... und das alles fast ohne Geld."// Sie kaufte sich ein Ticket und ging am 2. Februar 1951 mit genau 182,50 Mark in der Tasche an Bord://"Übertriebene Sorgen machte ich mir nicht, denn ich hatte arbeiten gelernt. Ich konnte nicht nur waschen, kochen und stricken, sondern auch holzhacken, Elektriker spielen, Kinder versorgen und Corned Beef verkaufen. Ich machte die angenehme Erfahrung, daß ich mit diesen Fähigkeiten im Ausland einigermaßen leben und mein Reisegeld verdienen konnte."// Sie reiste von Sydney über Canberra, Melbourne, Adelaide nach Alice Springs, Darwin, Cairns und zurück nach Sydney. Neu an ihren Berichten ist, daß erstmals persönliche Reiseerlebnisse im Zentrum stehen, der Alltag geschildert wird. 
  
 Klar ist aber auch: hier sind Stellvertreter unterwegs, Reisen bleibt weiterhin die Ausnahme: Das //DER// befördert 1950 lediglich 647 [[wiki:einzelne|Einzelreisende]], erst Erleichterungen in der Devisenzuteilung führen zu 2.481 beförderten Einzelreisenden im Folgejahr. Dennoch muß bereits absehbar gewesen sein, daß es sich unternehmerisch bald lohnen würde, in das Reisegeschäft einzusteigen, denn //Touropa// wird 1951 gegründet, //Scharnow-Reisen// 1953, ebenso wie //Hummel//. Das hat auch mit der Ausgabe von Pässen zu tun: Nach Kriegsende ging die Paßhoheit kraft Besatzungsrecht auf die //Alliierte Hohe Kommission// über, die dafür das "Combined Travel Board" einrichtete, dessen Hauptquartier bis zum 31.12.1952 bestand. In dieser Zeit unterlag die Bevölkerung starken Beschränkungen, von Reisefreiheit konnte nicht die Rede sein. Zwar bestand auch danach noch Paßzwang an den Grenzen, jedoch wurde dieser zügig gelockert und auch der Personalausweis als Reisedokument anerkannt. Auch die Möglichkeit des Trampens kam zunehmend in Frage, lief doch bereits am 4. März 1950 der 100.000 Käfer vom Wolfsburger Band. Klar ist aber auch: hier sind Stellvertreter unterwegs, Reisen bleibt weiterhin die Ausnahme: Das //DER// befördert 1950 lediglich 647 [[wiki:einzelne|Einzelreisende]], erst Erleichterungen in der Devisenzuteilung führen zu 2.481 beförderten Einzelreisenden im Folgejahr. Dennoch muß bereits absehbar gewesen sein, daß es sich unternehmerisch bald lohnen würde, in das Reisegeschäft einzusteigen, denn //Touropa// wird 1951 gegründet, //Scharnow-Reisen// 1953, ebenso wie //Hummel//. Das hat auch mit der Ausgabe von Pässen zu tun: Nach Kriegsende ging die Paßhoheit kraft Besatzungsrecht auf die //Alliierte Hohe Kommission// über, die dafür das "Combined Travel Board" einrichtete, dessen Hauptquartier bis zum 31.12.1952 bestand. In dieser Zeit unterlag die Bevölkerung starken Beschränkungen, von Reisefreiheit konnte nicht die Rede sein. Zwar bestand auch danach noch Paßzwang an den Grenzen, jedoch wurde dieser zügig gelockert und auch der Personalausweis als Reisedokument anerkannt. Auch die Möglichkeit des Trampens kam zunehmend in Frage, lief doch bereits am 4. März 1950 der 100.000 Käfer vom Wolfsburger Band.
    
 ==== Lebensfreude gesucht ==== ==== Lebensfreude gesucht ====
-1951 erscheint "Mit offenen Augen", ein Sammelband mit Beiträgen zeitgenössischer deutscher Dichter zum Lob des Reisens. Im Vorwort stellt ''Ernst Glaeser'' einen Zusammenhang her zwischen dem Reisen als grundlegend friedlicher Tätigkeit und dem Ende aller Reisen während des Krieges:// "Es ist kein Zufall, daß während der Kriege das Reisen aufhört. Man ersetzt es durch Truppen- oder andere Menschenverschiebungen. Militärs sehen keine Landschaften, nur Terrain. Die Eisenbahn wird zum rollenden Material. Der Mensch wird es auch."// Das Buch erscheint (1951), da der Herausgeber glaubt, daß //"die Zeit des rollenden Menschenmaterials"// vorbei und es an der Zeit ist, //"das Reisen im eigenen Land wieder in das Bewußtsein einer zivilen *[[wiki:freude|Freude]] zu erheben"// und damit dem Frieden zu dienen. Im gleichen Jahr noch erscheint auch //"Glückliche Reise. Heiteres Wissen von den Reisegenüssen",// die Wiederauflage eines zuletzt 1939 erschienenen Titels. Hier meint der Autor: //"Noch nie haben so viele Menschen im Reisen Lebensfreude gesucht wie heute."// +1951 erscheint "Mit offenen Augen", ein Sammelband mit Beiträgen zeitgenössischer deutscher Dichter zum Lob des Reisens. Im Vorwort stellt ''Ernst Glaeser'' einen Zusammenhang her zwischen dem Reisen als grundlegend friedlicher Tätigkeit und dem Ende aller Reisen während des Krieges://"Es ist kein Zufall, daß während der Kriege das Reisen aufhört. Man ersetzt es durch Truppen- oder andere Menschenverschiebungen. Militärs sehen keine Landschaften, nur Terrain. Die Eisenbahn wird zum rollenden Material. Der Mensch wird es auch."// Das Buch erscheint (1951), da der Herausgeber glaubt, daß //"die Zeit des rollenden Menschenmaterials"// vorbei und es an der Zeit ist, //"das Reisen im eigenen Land wieder in das Bewußtsein einer zivilen *[[wiki:freude|Freude]] zu erheben"// und damit dem Frieden zu dienen. Im gleichen Jahr noch erscheint auch //"Glückliche Reise. Heiteres Wissen von den Reisegenüssen",// die Wiederauflage eines zuletzt 1939 erschienenen Titels. Hier meint der Autor: //"Noch nie haben so viele Menschen im Reisen Lebensfreude gesucht wie heute."// 
  
 Nach hinreichend viel Arbeit und Buße wuchs der Anspruch auf Erholung, Reise und [[wiki:unterwegs-sein|Unterwegs-sein]], nur kosten durfte es nichts. In dieser Zeit häufen sich Reiseführer übers [[wiki:campen|Campen]]: Die angemessenen Antwort auf ein billiges Reisen und alle, alle waren mit dem Zelt unterwegs: Der Arzt und der Buchhalter, die Verkäuferin und der Literaturstudent, der Lehrling und der Bergmann. Zelten ist in und die [[wiki:camping|Camping]]idee wirbt auch für romantische [[wiki:fahrt|Fahrt]]en zu zweit. Nur eines ist klar: Es soll kein Abenteuer sein!  Nach hinreichend viel Arbeit und Buße wuchs der Anspruch auf Erholung, Reise und [[wiki:unterwegs-sein|Unterwegs-sein]], nur kosten durfte es nichts. In dieser Zeit häufen sich Reiseführer übers [[wiki:campen|Campen]]: Die angemessenen Antwort auf ein billiges Reisen und alle, alle waren mit dem Zelt unterwegs: Der Arzt und der Buchhalter, die Verkäuferin und der Literaturstudent, der Lehrling und der Bergmann. Zelten ist in und die [[wiki:camping|Camping]]idee wirbt auch für romantische [[wiki:fahrt|Fahrt]]en zu zweit. Nur eines ist klar: Es soll kein Abenteuer sein! 
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 ===== Quellen ===== ===== Quellen =====
 ==== Literatur ==== ==== Literatur ====
-''Catlin, George '' \\  +''Catlin, George''\\  
-Ahhimsa. Auf Ghandis Spuren. \\  +Ahhimsa. Auf Ghandis Spuren.\\ 
 Hamburg: A. Springer. 1949. (EA 1948). OHLn. 357p. 14 x 21. 1 Karte  Hamburg: A. Springer. 1949. (EA 1948). OHLn. 357p. 14 x 21. 1 Karte 
  
-''Christiansen, Hannelore. Joachim Hein. '' \\  +''Christiansen, Hannelore. Joachim Hein.''\\  
-Komm mit wir zelten!  \\ +Komm mit wir zelten!\\ 
 Berlin: VEB Sportvlg. 1959. OHLn. 137p. 10,5 x 15  Berlin: VEB Sportvlg. 1959. OHLn. 137p. 10,5 x 15 
  
-''Birnbaum, Lilian.''\\   +''Birnbaum, Lilian.''\\  
-Fahrende. \\ +Fahrende.\\ 
 Wien: Medus 1984  Wien: Medus 1984 
  
-''Enzensberger,Hans Magnus (Hrsg.). '' +''Enzensberger,Hans Magnus (Hrsg.).'' 
 Europa in Trümmern. Augenzeugenberichte aus den Jahren 1944-1948.\\  Europa in Trümmern. Augenzeugenberichte aus den Jahren 1944-1948.\\ 
 (=Die andere Bibliothek Bd. 65). Frankfurt/M.: Eichborn 1990. OPppbd. 301p. 11,5 x 22.  (=Die andere Bibliothek Bd. 65). Frankfurt/M.: Eichborn 1990. OPppbd. 301p. 11,5 x 22. 
  
-''Glaeser, Ernst (Hrsg.). '' \\ +''Glaeser, Ernst (Hrsg.).''\\ 
 Mit offenen Augen. Ein Reisebuch deutscher Dichter.\\  Mit offenen Augen. Ein Reisebuch deutscher Dichter.\\ 
  Stuttgart:J.G. Cotta. 1951. 1.A.. OLn, OU. 255p. 11,5 x 19. 16 Tfll, davon 1 farb.   Stuttgart:J.G. Cotta. 1951. 1.A.. OLn, OU. 255p. 11,5 x 19. 16 Tfll, davon 1 farb. 
  
-''Günther, Herbert. '' \\  +''Günther, Herbert.''\\  
-Glückliche Reise. Heiteres Wissen von den Reisegenüssen.  \\ +Glückliche Reise. Heiteres Wissen von den Reisegenüssen.\\ 
 München: W. Langewiesche-Brandt. 1939. 1.A.. OPppbd. 149p. 12 x 19. Hamburg: A. Springer. 1949. (EA 1948). OHLn. 357p. 14 x 21. 1 Karte  München: W. Langewiesche-Brandt. 1939. 1.A.. OPppbd. 149p. 12 x 19. Hamburg: A. Springer. 1949. (EA 1948). OHLn. 357p. 14 x 21. 1 Karte 
  
-''Henkels, Walter. '' \\  +''Henkels, Walter.''\\  
-Alltag in Trizonesien. Spurensicherung, dabei an die Enkel denkend.  \\ +Alltag in Trizonesien. Spurensicherung, dabei an die Enkel denkend.\\ 
 Düsseldorf: Econ. 1986 1.A. 256p. OLn, OU. 14 x 22. 16 SW-Tfll.  Düsseldorf: Econ. 1986 1.A. 256p. OLn, OU. 14 x 22. 16 SW-Tfll. 
  
-''Hiller, Peter. '' \\  +''Hiller, Peter.''\\  
-[[wiki:camping|Camping]] für dich und mich.  \\ +[[wiki:camping|Camping]] für dich und mich.\\ 
 München: W. Andermann. 1957. OBrosch. 95p. 17 x 18,5. Textzeichn. v. Lilo Rasch-Nägele  München: W. Andermann. 1957. OBrosch. 95p. 17 x 18,5. Textzeichn. v. Lilo Rasch-Nägele 
  
-''Loë, Dagmar von '' \\  +''Loë, Dagmar von''\\  
-In 10 Monaten im Zickzack um die Welt \\ +In 10 Monaten im Zickzack um die Welt\\ 
 Luzern: Selbstverlag 1949 OLn, 63p, 16 SW-Tfll.  Luzern: Selbstverlag 1949 OLn, 63p, 16 SW-Tfll. 
  
-''Medert, Klaus; Süßmuth, Werner. '' \\  +''Medert, Klaus; Süßmuth, Werner.''\\  
-Paß- und Personalausweisrecht. Bd. 2: Paßrecht.  \\ +Paß- und Personalausweisrecht. Bd. 2: Paßrecht.\\ 
 Köln: Dt. Gemeindeverlag  Köln: Dt. Gemeindeverlag 
  
-''Meiss-Teuffen, Hans von''\\   +''Meiss-Teuffen, Hans von''\\  
-Ziel im Wind. Auf [[wiki:fahrt|Fahrt]] durch Länder und Meere. \\ +Ziel im Wind. Auf [[wiki:fahrt|Fahrt]] durch Länder und Meere.\\ 
 Ullstein, Wien, 1951. 14,5 x 22,5cm, OLn, 360, 54 SW-Abb. a. 16 Tfll, 5 Karten  Ullstein, Wien, 1951. 14,5 x 22,5cm, OLn, 360, 54 SW-Abb. a. 16 Tfll, 5 Karten 
  
-''Ordemann, Hans-Joachim. '' \\  +''Ordemann, Hans-Joachim.''\\  
-Paßrecht. Ausweisrecht. Melderecht des Bundes. Textausgabe mit Erläuterungen. \\  +Paßrecht. Ausweisrecht. Melderecht des Bundes. Textausgabe mit Erläuterungen.\\ 
 München: C.H. Beck. 1988.   München: C.H. Beck. 1988.  
  
-''Schildt, Göran. '' \\  +''Schildt, Göran.''\\  
-Die Wunschreise.  \\ +Die Wunschreise.\\ 
 Wiesbaden: F.A. Brockhaus. 1956. 2.A.. OLn. 263p. 15 x 23,5. 24 SW-Abb. a. 24 Tfll, 3 Ktn.  Wiesbaden: F.A. Brockhaus. 1956. 2.A.. OLn. 263p. 15 x 23,5. 24 SW-Abb. a. 24 Tfll, 3 Ktn. 
  
-''Scholz, H.(orst) E.(gon). '' \\  +''Scholz, H.(orst) E.(gon).''\\  
-Tausend Türen in die weite Welt. Beiträge zur Geschichte der deutschen Reisebüros.  \\ +Tausend Türen in die weite Welt. Beiträge zur Geschichte der deutschen Reisebüros.\\ 
 Frankfurt/M.: Reisebüro Bulletin. 1984. OBrosch. 240p  Frankfurt/M.: Reisebüro Bulletin. 1984. OBrosch. 240p 
  
-''Suter, Hanna. '' \\  +''Suter, Hanna.''\\  
-Ein Flug in die Heimat.  \\ +Ein Flug in die Heimat.\\ 
 Thayngen/Schaffhsn.: Selbstvlg.1947. OBrosch. 53 S,13 x 19. 3 Fotos  Thayngen/Schaffhsn.: Selbstvlg.1947. OBrosch. 53 S,13 x 19. 3 Fotos 
  
-''Wiskemann, Elizabeth. '' \\ +''Wiskemann, Elizabeth.''\\ 
 Erlebtes Europa. Ein politischer Reisebericht 1930 bis 1945.\\  Erlebtes Europa. Ein politischer Reisebericht 1930 bis 1945.\\ 
 Bern: Hallwag 1969  Bern: Hallwag 1969 
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 Spiegel, Jahrgänge 1947-1949   Spiegel, Jahrgänge 1947-1949  
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-<html><img src="https://vg09.met.vgwort.de/na/8a8120d2c5b84e77a37e0c9a74af5c1f" width="1" height="1" alt=""> </html> 
wiki/reisen_nach_dem_zweiten_weltkrieg.1712471191.txt.gz · Zuletzt geändert: von Norbert Lüdtke

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