wiki:raeder
Unterschiede
Hier werden die Unterschiede zwischen zwei Versionen angezeigt.
| Beide Seiten der vorigen RevisionVorhergehende ÜberarbeitungNächste Überarbeitung | Vorhergehende Überarbeitung | ||
| wiki:raeder [2018/06/21 13:38] – [Quellen] Norbert Lüdtke | wiki:raeder [2026/07/28 12:45] (aktuell) – Externe Bearbeitung 127.0.0.1 | ||
|---|---|---|---|
| Zeile 1: | Zeile 1: | ||
| ====== Räder & Reifen abseits der Straße ====== | ====== Räder & Reifen abseits der Straße ====== | ||
| - | Sie sind schwarz und sie sind rund. Über alles andere wird gestritten. Seltsam, denn es muss sich ja jeder darauf verlassen können. Man scheint viel zu wissen, doch das Wissen ist nicht gut geordnet und noch weniger zugänglich. Die Foren sind voller Fragen mit noch mehr Meinungen, jedoch nur wenigen belastbaren Antworten. Ansätze dazu lassen sich auf mehreren Wegen finden: | + | Sie sind schwarz und sie sind rund. Über alles andere wird gestritten. Seltsam, denn es muss sich ja jeder darauf verlassen können. Man scheint viel zu wissen, doch das [[wiki: |
| * // | * // | ||
| * //praktisch & einfach//: Wie lösen das Leute mit ähnlichen Interessen? | * //praktisch & einfach//: Wie lösen das Leute mit ähnlichen Interessen? | ||
| Zeile 9: | Zeile 9: | ||
| ===== Die historisch besten Reifen ===== | ===== Die historisch besten Reifen ===== | ||
| - | Eselskarren, | + | |
| + | Eselskarren, | ||
| ==== Anforderungen an Räder ==== | ==== Anforderungen an Räder ==== | ||
| - | //Alle Räder sind gleich?// Nicht wirklich. Räder sind nur erfolgreich als Teil des Wagens und der Wagen wird für bestimmte Zwecke gebaut: als Lastwagen, Sportwagen, Kultwagen, Kriegswagen … Mit den gewünschten | + | //Alle Räder sind gleich?// Nicht wirklich. Räder sind nur erfolgreich als Teil des [[wiki: |
| * // | * // | ||
| * // | * // | ||
| Zeile 22: | Zeile 23: | ||
| * // | * // | ||
| Große Räder waren so erfolgreich, | Große Räder waren so erfolgreich, | ||
| - | Im 19. Jahrhundert verloren die großen Räder zunächst den Anschluss, denn die Fahrzeugtechnik wurde revolutioniert durch selbst angetriebene Fahrzeuge auf Rädern. Diese verlangten nun von von manchen Rädern zusätzlich // | + | Im [[wiki: |
| ==== Asphaltstraßen und Luftreifen ==== | ==== Asphaltstraßen und Luftreifen ==== | ||
| - | Um 1860 setzte sich das Fahrrad mit Pedalantrieb und großen Vollgummirädern durch. Das war nur möglich mit Kautschuk aus den Kolonien Südamerikas und Südostasiens und der Fähigkeit diesen zu vulkanisieren. \\ | + | Um 1860 setzte sich das Fahrrad mit Pedalantrieb und großen Vollgummirädern durch. Das war nur möglich mit Kautschuk aus den Kolonien Südamerikas und Südostasiens und der Fähigkeit diesen zu vulkanisieren.\\ |
| - | 1870 waren in Paris als erster europäischer Großstadt alle Straßen asphaltiert – endlich glatte Fahrbahnen für selbst angetriebene Fahrzeuge. Asphalt war ein Abfallprodukt der US-amerikanischen Erdölindustrie. \\ | + | 1870 waren in Paris als erster europäischer Großstadt alle Straßen asphaltiert – endlich glatte Fahrbahnen für selbst angetriebene Fahrzeuge. Asphalt war ein Abfallprodukt der US-amerikanischen Erdölindustrie.\\ |
| - | Mit den neuen Materialien Asphalt und Gummi konnten erstmals selbst angetriebene Fahrzeug ständigen Kraftschluss zur Fahrbahn halten.\\ | + | Mit den neuen Materialien Asphalt und Gummi konnten erstmals selbst angetriebene Fahrzeug ständigen Kraftschluss zur Fahrbahn halten.\\ |
| 1886 lenkte Karl Benz sein erstes Automobil mit Verbrennungsmotor auf drei großen mit Vollgummi bereiften Drahtspeichenrädern aus dem Fahrradbau. Jahrzehnte vergingen, bis große Luftreifen für Nutzfahrzeuge und den Geländebetrieb hergestellt werden konnten und die Metallräder (grob profiliert, groß und breit) auch vom Acker verdrängten.\\ | 1886 lenkte Karl Benz sein erstes Automobil mit Verbrennungsmotor auf drei großen mit Vollgummi bereiften Drahtspeichenrädern aus dem Fahrradbau. Jahrzehnte vergingen, bis große Luftreifen für Nutzfahrzeuge und den Geländebetrieb hergestellt werden konnten und die Metallräder (grob profiliert, groß und breit) auch vom Acker verdrängten.\\ | ||
| 1888 entwickelte der Schotte '' | 1888 entwickelte der Schotte '' | ||
| Zeile 53: | Zeile 54: | ||
| ==== Gleitschichten auf Wasser, Lehm und Eis ==== | ==== Gleitschichten auf Wasser, Lehm und Eis ==== | ||
| - | **Wasser:** Bei zu schnellen | + | **Wasser:** Bei Flussdurchfahrten auf betonierten *[[wiki: |
| - | **Lehm:** Eine auf den ersten Blick vergleichbare Situation findet man auf nassen // | + | **Lehm:** Eine auf den ersten Blick vergleichbare Situation findet man auf nassen // |
| **Eis:** Unter dem Druck eines rollenden oder gleitenden Rades auf //Eis// entsteht Wärme durch Reibung. Das Eis schmilzt oberflächlich an und es bildet sich eine Wasserschicht zwischen Eis und Rad, die Gleitreibung wird sprunghaft kleiner. Dieser Effekt erklärt die rätselhaften »wandering rocks« im Death Valley Nationalpark, | **Eis:** Unter dem Druck eines rollenden oder gleitenden Rades auf //Eis// entsteht Wärme durch Reibung. Das Eis schmilzt oberflächlich an und es bildet sich eine Wasserschicht zwischen Eis und Rad, die Gleitreibung wird sprunghaft kleiner. Dieser Effekt erklärt die rätselhaften »wandering rocks« im Death Valley Nationalpark, | ||
| Zeile 61: | Zeile 62: | ||
| **Gegenmaßnahmen: | **Gegenmaßnahmen: | ||
| ==== Widersprüchliche Reibung und was wir uns darunter vorstellen ==== | ==== Widersprüchliche Reibung und was wir uns darunter vorstellen ==== | ||
| - | **Verzahnt: | + | **Verzahnt: |
| - | **Verklettet: | + | **Verklettet: |
| Beim Übergang von Haft- zu Gleitreibung bewegen sich diese Kontaktpunkte je stärker desto mehr Kraft auf sie wirkt. Kontaktpunkte werden ständig gelöst, andere binden sich ständig wieder. Abgescherte Materialteilchen und Feuchtigkeit schieben sich zwischen die Kontaktpunkte, | Beim Übergang von Haft- zu Gleitreibung bewegen sich diese Kontaktpunkte je stärker desto mehr Kraft auf sie wirkt. Kontaktpunkte werden ständig gelöst, andere binden sich ständig wieder. Abgescherte Materialteilchen und Feuchtigkeit schieben sich zwischen die Kontaktpunkte, | ||
| Zeile 70: | Zeile 71: | ||
| **Reibungsverluste: | **Reibungsverluste: | ||
| - | **Schlupf: | + | **Schlupf: |
| **Die »freie Zugkraft« eines Fahrzeugs** wird bezogen auf dessen Gesamtmasse und ist bestimmt durch\\ | **Die »freie Zugkraft« eines Fahrzeugs** wird bezogen auf dessen Gesamtmasse und ist bestimmt durch\\ | ||
| (a) den Kraftschluss der Reifen auf den Untergrund und\\ | (a) den Kraftschluss der Reifen auf den Untergrund und\\ | ||
| - | (b) das Drehmoment des Motors\\ | + | (b) das [[wiki: |
| (c ) abzüglich dem Reibungsverlust | (c ) abzüglich dem Reibungsverlust | ||
| - | Da es im Gelände meist um das Anfahren geht bzw. um das langsame Bewältigen von Steigungen, bleibt der Luftwiderstand praktisch wirkungslos. Die freie Zugkraft steigt dann mit der Last auf den angetriebenen Achsen und nimmt ab mit der Masse des gesamten Fahrzeugs. Daher ist es falsch zu sagen, ein leichteres Fahrzeug habe mehr freie Zugkraft. Vielmehr kommt es auf die Verteilung dieser Masse an.\\ | + | Da es im Gelände meist um das Anfahren geht bzw. um das langsame Bewältigen von Steigungen, bleibt der Luftwiderstand praktisch wirkungslos. Die freie Zugkraft steigt dann mit der Last auf den angetriebenen Achsen und nimmt ab mit der Masse des gesamten Fahrzeugs. Daher ist es falsch zu sagen, ein leichteres Fahrzeug habe mehr freie Zugkraft. Vielmehr kommt es auf die Verteilung dieser Masse an.\\ |
| ==== Der Kraftschlussbeiwert und seine Parameter ==== | ==== Der Kraftschlussbeiwert und seine Parameter ==== | ||
| Zeile 115: | Zeile 116: | ||
| * Kurvenfahren | * Kurvenfahren | ||
| Mit dem Wechsel zwischen den Belastungszuständen wechseln auch die Reibungseinflüsse: | Mit dem Wechsel zwischen den Belastungszuständen wechseln auch die Reibungseinflüsse: | ||
| - | **Don’t touch the clutch!** \\ | + | **Don’t touch the clutch!**\\ |
| Mit dem Entkuppeln wechselt das Fahrzeug in den Zustand des freien Rollens. | Mit dem Entkuppeln wechselt das Fahrzeug in den Zustand des freien Rollens. | ||
| **Den Fahrbahnuntergrund wechseln**\\ | **Den Fahrbahnuntergrund wechseln**\\ | ||
| Zeile 136: | Zeile 137: | ||
| * Auch bei pastösen Böden (dicker Schlamm) hilft das Absenken des Drucks; bei dünnem Schlick auf hartem Untergrund ist höherer Druck von Vorteil.\\ | * Auch bei pastösen Böden (dicker Schlamm) hilft das Absenken des Drucks; bei dünnem Schlick auf hartem Untergrund ist höherer Druck von Vorteil.\\ | ||
| * Auf hartem, unebenem Untergrund steigert ein vorsichtiges Luftablassen den Fahrkomfort, | * Auf hartem, unebenem Untergrund steigert ein vorsichtiges Luftablassen den Fahrkomfort, | ||
| - | * Schlauchlose Reifen sind von Vorteil, denn die Flankenverformung bei geringem Luftdruck zerstört den Schlauch.\\ | + | * Schlauchlose Reifen sind von Vorteil, denn die Flankenverformung bei geringem Luftdruck zerstört den Schlauch.\\ |
| * Der Reifeninnendruck ist zu niedrig, wenn der Reifen Falten schlägt. | * Der Reifeninnendruck ist zu niedrig, wenn der Reifen Falten schlägt. | ||
| * Er ist zu niedrig oder das Drehmoment zu hoch, wenn der Reifen auf der Felge wandert [Spreu 2015]. | * Er ist zu niedrig oder das Drehmoment zu hoch, wenn der Reifen auf der Felge wandert [Spreu 2015]. | ||
| Zeile 142: | Zeile 143: | ||
| === Experimentell ermittelte Werte === | === Experimentell ermittelte Werte === | ||
| * **Der mittlere Kontaktflächendruck** auf den Untergrund ist 25% höher als der Reifeninnendruck: | * **Der mittlere Kontaktflächendruck** auf den Untergrund ist 25% höher als der Reifeninnendruck: | ||
| - | * **Zugkraft, Reifeninnendruck und Schlupf:** Bei 20% Schlupf betrug die Zugkraft rund 500 daN (1,8 bar), sie stieg mit sinkendem Druck auf knapp 600 daN (1,6 bar), über 700 daN (0,9 bar), über 800 daN (0,6 bar); alle Werte wurden experimentell im Gelände gemessen [DLG Merkblatt 356].\\ | + | * **Zugkraft, Reifeninnendruck und Schlupf:** Bei 20% Schlupf betrug die Zugkraft rund 500 daN (1,8 bar), sie stieg mit sinkendem Druck auf knapp 600 daN (1,6 bar), über 700 daN (0,9 bar), über 800 daN (0,6 bar); alle Werte wurden experimentell im Gelände gemessen [DLG Merkblatt 356].\\ |
| * **Vorfahrt und Schlupf:** Ein Traktor auf dem Acker hat mit 0,8 bar Reifendruck eine Vorfahrt von 7 km/h, bei 1,6 bar Reifendruck sind es nur 5,88 km/h. Die Differenz geht in den Schlupf und frißt 10% mehr Diesel. Der geringere Luftdruck führt durch bessere Reifen-Boden-Verzahnung zu 20% Vorfahrtgewinn [Volk 2003]. | * **Vorfahrt und Schlupf:** Ein Traktor auf dem Acker hat mit 0,8 bar Reifendruck eine Vorfahrt von 7 km/h, bei 1,6 bar Reifendruck sind es nur 5,88 km/h. Die Differenz geht in den Schlupf und frißt 10% mehr Diesel. Der geringere Luftdruck führt durch bessere Reifen-Boden-Verzahnung zu 20% Vorfahrtgewinn [Volk 2003]. | ||
| * **Zugkraft, Reifeninnendruck und Achslast:** Das Verringern des Luftdrucks erhöht die Zugkraft stärker als das Erhöhen der Achslast [Terranimo]. | * **Zugkraft, Reifeninnendruck und Achslast:** Das Verringern des Luftdrucks erhöht die Zugkraft stärker als das Erhöhen der Achslast [Terranimo]. | ||
| - | * Obwohl der Druck auf den Untergrund sinkt, werden höhere Zugkräfte übertragen [DLG Merkblatt 356, Volk 2003].\\ | + | * Obwohl der Druck auf den Untergrund sinkt, werden höhere Zugkräfte übertragen [DLG Merkblatt 356, Volk 2003].\\ |
| * Die effektive Reifenaufstellfläche ist bei gleich abgesenktem Innendruck auf unebenem Untergrund größer als auf ebener Fahrbahn. | * Die effektive Reifenaufstellfläche ist bei gleich abgesenktem Innendruck auf unebenem Untergrund größer als auf ebener Fahrbahn. | ||
| * Halbierter Luftdruck im Reifen (von 1,6 auf 0,8 bar) verdoppelt die Aufstandsfläche (von 2048 auf 4190 cm2), wie praktische Versuche an einem Landwirtschaftsreifen ergaben. | * Halbierter Luftdruck im Reifen (von 1,6 auf 0,8 bar) verdoppelt die Aufstandsfläche (von 2048 auf 4190 cm2), wie praktische Versuche an einem Landwirtschaftsreifen ergaben. | ||
| * **Radialreifen** haben bei verringertem Druck eine größere Reifenaufstandsfläche als Diagonalreifen; | * **Radialreifen** haben bei verringertem Druck eine größere Reifenaufstandsfläche als Diagonalreifen; | ||
| - | * **Standard-, | + | * **Standard-, |
| * **Baustellenfahrzeuge** sind sowohl für die Straße als auch fürs Gelände bereift; insbesondere hier trifft man auf Zwillingsbereifung und Reifengrößen von 17,5“ bis 22,5“ mit hohem Reifendruck von etwa 8-9 bar.\\ | * **Baustellenfahrzeuge** sind sowohl für die Straße als auch fürs Gelände bereift; insbesondere hier trifft man auf Zwillingsbereifung und Reifengrößen von 17,5“ bis 22,5“ mit hohem Reifendruck von etwa 8-9 bar.\\ | ||
| * **Ackerschlepper** dürfen die Böden weder verdichten noch die Oberfläche aufreißen. Sie fahren daher mit 0,5 bis 0,8 bar auf den angetriebenen Reifen; zur besseren Kraftübertragung werden die Reifen ballastiert, | * **Ackerschlepper** dürfen die Böden weder verdichten noch die Oberfläche aufreißen. Sie fahren daher mit 0,5 bis 0,8 bar auf den angetriebenen Reifen; zur besseren Kraftübertragung werden die Reifen ballastiert, | ||
| Zeile 156: | Zeile 157: | ||
| Die Radlast wird überwiegend (typisch sind etwa 85%) von der Luft im Reifen getragen; der verbleibende Lastanteil der Karkasse hängt von deren Steifigkeit ab.\\ | Die Radlast wird überwiegend (typisch sind etwa 85%) von der Luft im Reifen getragen; der verbleibende Lastanteil der Karkasse hängt von deren Steifigkeit ab.\\ | ||
| Die Traglast des Reifens steigt mit dem Innendruck, mit dessen Aufstellfläche und der Einfederungsstrecke sowie mit der Steifigkeit der Karkasse. Bei dynamischer Belastung übernehmen die reversible Kompression der Luft und die elastische Formänderung des Reifens zwei Lastkomponenten, | Die Traglast des Reifens steigt mit dem Innendruck, mit dessen Aufstellfläche und der Einfederungsstrecke sowie mit der Steifigkeit der Karkasse. Bei dynamischer Belastung übernehmen die reversible Kompression der Luft und die elastische Formänderung des Reifens zwei Lastkomponenten, | ||
| - | Etwa 0,01 % der Radlast wirken als Walkwiderstand; | + | Etwa 0,01 % der Radlast wirken als Walkwiderstand; |
| Die Latschfläche vergrößert sich mit der Radlast.\\ | Die Latschfläche vergrößert sich mit der Radlast.\\ | ||
| Eine geringere Fahrzeugmasse ist vorteilhaft auf Sand und Morast, denn nachgiebige Untergründe werden weniger verformt; das Fahrzeug sinkt geringer ein, die Flankenreibung sinkt und der Erdkeil vor dem Reifen wird kleiner.\\ | Eine geringere Fahrzeugmasse ist vorteilhaft auf Sand und Morast, denn nachgiebige Untergründe werden weniger verformt; das Fahrzeug sinkt geringer ein, die Flankenreibung sinkt und der Erdkeil vor dem Reifen wird kleiner.\\ | ||
| - | Ein höheres Gewicht auf den angetriebenen Rädern verbessert die Verzahnung auf den Untergrund etwa bei dünnem Schlamm, senkt den Schlupf und mindert das Aquaplaning.\\ | + | Ein höheres Gewicht auf den angetriebenen Rädern verbessert die Verzahnung auf den Untergrund etwa bei dünnem Schlamm, senkt den Schlupf und mindert das [[wiki:Aquaplaning|Aquaplaning]].\\ |
| Typisch fürs Gelände sind die **dynamischen vertikalen Radlastschwankungen**. Die Eigenfrequenz des gesamten Radsystems liegt zwischen 10 und 15 Hz. Ein Wellblechuntergrund, | Typisch fürs Gelände sind die **dynamischen vertikalen Radlastschwankungen**. Die Eigenfrequenz des gesamten Radsystems liegt zwischen 10 und 15 Hz. Ein Wellblechuntergrund, | ||
| ==== Formschluss und Verzahnung ==== | ==== Formschluss und Verzahnung ==== | ||
| - | Wenn die kraftschlüssige Übertragung ausgeschöpft ist, schlägt die Stunde für Spikes, (Schnee-)ketten, | + | Wenn die kraftschlüssige Übertragung ausgeschöpft ist, schlägt die Stunde für Spikes, (Schnee-)ketten, |
| Kampfpanzer verzahnen sich mit Panzerketten im Untergrund; KAT I Radfahrzeuge sollen fähig sein, ihnen im Gelände zu folgen, müssen jedoch auch Straßenlaufeigenschaften haben, hier überwiegt 14R20 bis 16R20. Radpanzer passen den Reifendruck mittels Reifendruckanlagen an; auch für bestimmte geländegängige Feuerwehrfahrzeuge sind solche Anlagen vorgeschrieben.\\ | Kampfpanzer verzahnen sich mit Panzerketten im Untergrund; KAT I Radfahrzeuge sollen fähig sein, ihnen im Gelände zu folgen, müssen jedoch auch Straßenlaufeigenschaften haben, hier überwiegt 14R20 bis 16R20. Radpanzer passen den Reifendruck mittels Reifendruckanlagen an; auch für bestimmte geländegängige Feuerwehrfahrzeuge sind solche Anlagen vorgeschrieben.\\ | ||
| Zeile 196: | Zeile 197: | ||
| * Fahrverhalten: | * Fahrverhalten: | ||
| - | »Stollenreifen« beeindrucken durch Aussehen. Sie beeindrucken auch im Schnee, im Schlamm und auf nassen Wiesen. Reisende beurteilen allerdings den Einsatz im realen Mix von Straße und Gelände sehr skeptisch, | + | »Stollenreifen« beeindrucken durch Aussehen. Sie beeindrucken auch im Schnee, im Schlamm und auf nassen Wiesen. Reisende beurteilen allerdings den Einsatz im realen Mix von Straße und Gelände sehr skeptisch, |
| ===== Schlussbetrachtung ===== | ===== Schlussbetrachtung ===== | ||
| - | Kaufen ist ein emotionaler Vorgang, bei dem sich der Verstand oft vergeblich an einer Kosten-Nutzen-Analyse abarbeitet, während gleichzeitig an ihm vorbei bereits alles aus dem Bauch heraus entschieden wird. Auch das »haben-wollen« hat weniger mit Argumenten als mit Image zu tun. Beim Reifenkauf scheint das nicht viel anders zu sein. \\ | + | Kaufen ist ein emotionaler Vorgang, bei dem sich der Verstand oft vergeblich an einer Kosten-Nutzen-Analyse abarbeitet, während gleichzeitig an ihm vorbei bereits alles aus dem Bauch heraus entschieden wird. Auch das »haben-wollen« hat weniger mit Argumenten als mit Image zu tun. Beim Reifenkauf scheint das nicht viel anders zu sein.\\ |
| Erschwerend kommt hinzu, dass der Sachverhalt besonders schwierig ist (ein komplexer Prozeß, multifaktoriell und so …). Zudem ist er sachlich kaum erschließbar: | Erschwerend kommt hinzu, dass der Sachverhalt besonders schwierig ist (ein komplexer Prozeß, multifaktoriell und so …). Zudem ist er sachlich kaum erschließbar: | ||
| - Systematische Tests für das Fahren im Gelände mit Messwerten und Auswertungen sind nahezu ausschließlich in der agrar- und forstwirtschaftlichen Fachliteratur veröffentlicht. | - Systematische Tests für das Fahren im Gelände mit Messwerten und Auswertungen sind nahezu ausschließlich in der agrar- und forstwirtschaftlichen Fachliteratur veröffentlicht. | ||
| - Die Fachwissenschaft rund um die Dynamik der Kraftfahrzeuge beschäftigt sich nahezu ausschließlich mit dem Fahren auf der Straße. | - Die Fachwissenschaft rund um die Dynamik der Kraftfahrzeuge beschäftigt sich nahezu ausschließlich mit dem Fahren auf der Straße. | ||
| - | - Es gibt keine Lobby der Fernreisemobilisten, | + | - Es gibt keine Lobby der Fernreisemobilisten, |
| - Reifenhersteller und –verkäufer, | - Reifenhersteller und –verkäufer, | ||
| Zu verschieden sind also die Bedürfnisse und Anforderungen der Nutzergruppen, | Zu verschieden sind also die Bedürfnisse und Anforderungen der Nutzergruppen, | ||
| Zeile 220: | Zeile 221: | ||
| ===== Quellen ===== | ===== Quellen ===== | ||
| - | Alle Fotos von Norbert Lüdtke und Sonja Roschy.\\ | + | |
| - | Zusammenhänge wurden in Textform dargestellt, | + | Alle Fotos von [[wiki: |
| - | * Horst Bauer (Hrsg.): // | + | Zusammenhänge wurden in Textform dargestellt, |
| - | * Hans-Hermann Braess, Ulrich Seiffert: //Handbuch Kraftfahrzeugtechnik// | + | * '' |
| - | * Bert Breuer, Karlheinz H. Bill (Hrsg.): // | + | * '' |
| - | * Bernd Heißing, M. Ersoy, St. Gies: // | + | * '' |
| - | * Erich Hoepke, Stefan Breuer: // | + | * '' |
| - | * S. Huschek: // | + | * '' |
| - | * Frank Klempau: // | + | * '' |
| - | * Horst Kuchling: // | + | * '' |
| - | * G. Kühn: //Der gleislose Erdbau//. Berlin Springer 1956\\ | + | * '' |
| - | * Ulli Kulke: //Als die ganze Welt ins Rollen geriet//. Die Welt 08.01.2013.\\ | + | * '' |
| - | * Online | + | * '' |
| - | * B. Lorenz, Persson BN, Fortunato G, Giustiniano M, Baldoni F. J: Rubber friction for tire tread compound on road surfaces. Phys Condens Matter. 2013 Mar 6; 25(9): | + | * '' |
| - | * www.fz-juelich.de/ | + | * '' |
| - | * Manfred Mitschke, Henning Wallentowitz: //Dynamik der Kraftfahrzeuge// | + | * '' |
| - | * Ernst Joachim Schramm: //Reibung von Elastomeren auf rauen Oberflächen und Beschreibung von Nassbremseigenschaften von Pkw-Reifen// | + | * '' |
| - | * Download | + | * '' |
| - | * H. Schulz u.a.: // | + | * Terranimo\\ // |
| - | * Albert Spreu: //Der richtige Luftdruck macht’s.// | + | * '' |
| - | * Terranimo: // | + | * Reifenlexikon |
| - | * Ludwig Volk, Kirsten Schnapp, FH Südwestfalen, | + | |
| - | * www4.fh-swf.de/ | + | |
| - | * https:// | + | |
wiki/raeder.1529588299.txt.gz · Zuletzt geändert: (Externe Bearbeitung)
