Dies ist eine alte Version des Dokuments!
Outlaw
Englisch `Gesetzloser´. Im heutigen Sprachgebrauch ist der Outlaw eine Figur in Film 1) oder Literatur, die sich nicht an Regeln hält, jedoch mit dem Status eines Abenteurers, Helden, Glückritters. Deren verbrecherischen Taten werden relativiert, weil diese Figur als starke Persönlichkeit ihre Rolle außerhalb der Gesellschaft sucht ungeachtet der gesetzlichen und gesellschaftlichen Folgen. Eine ins Maßlose übersteigerte Individualität, die anderen zwar nicht schaden will, Kollateralschäden jedoch billigend in Kauf nimmt.
Ursprünglich bezeichnete der Begriff (útlegð, útlægr, ags. útlega, útlah) im alten Norwegischen und Isländischen jemanden, der ein schweres Verbrechen begangen hat und sich dem nicht mannhaft stellt. Damit konnte und durfte er nicht mehr in der Gemeinschaft leben und wurde zum Waldgangsmenschen (skóggangsmenn), zum `varga´ (Würger > Wolf), zum Friedlosen in der Wildnis, der gejagt und erschlagen werden durfte. Der Unhold in der Wildnis wird umschrieben mit mearcstapa `Mark-Stapfer´ 2), dem weglos Umherstapfenden in der Wildnis außerhalb der Gemeinschaft, dessen name ihn mit den wilden Tieren verbindet: mórstapa `Auerochs´, hárðstapa `Wolf´.
Die Züge des Outlaw sind verwandt mit denen des Trickster 3) und des Waldläufers; psychologisch stehen sie dem Psychopathen und Narzisten nah.
Seal, Graham
Outlaw Heroes in Myth and History
Cambridge 2012: Cambridge University Press. https://doi.org/10.7135/UPO9780857284211Prassel, Frank Richard
The great American outlaw a legacy of fact and fiction
Norman [Okla.]1993 : University of Oklahoma Press
