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wiki:fuehrer

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-Der [[wiki:aufbruch|Aufbruch]] ins Unbekannte und durch die [[wiki:wildnis|Wildnis]] weckt das Bedürfnis nach [[wiki:orientierung|Orientierung]], [[wiki:sicherheit|Sicherheit]], [[wiki:wissen|Wissen]], also den Bedarf nach Führung und Schutz ((''Reuter, Timothy''\\ //Die Unsicherheit auf den Strassen im europäischen Früh- und Hochmittelalter: Täter, Opfer und ihre mittelalterlichen und modernen Betrachter//.\\ S. 169-201 in: Träger und Instrumentarien des Friedens im hohen und späten Mittelalter. Konstanz 1996: Konstanzer Arbeitskreis für Mittelalterliche Geschichte.\\ ''Fichtenau, Heinrich''\\ //Beiträge zur Mediävistik: ausgewählte Aufsätze: Lebensordnungen, Urkundenforschung, Mittellatein//. (Band 3) 340 Seiten. Stuttgart 1986: Hiersemann. Inhalt u.a.:\\ 1. Reisen und Reisende; 4. Wald und Waldnutzung.)). Dazu konnte man sich auf [[wiki:reisegoetter|Reisegötter]] verlassen oder ortskundige Führer befragen. Schriftlich fixierte Orientierungshilfen sind seit [[wiki:reisegenerationen#Das Reisen im antiken Mediterraneum|phönizischer Zeit]] bekannt, etwa als [[wiki:periplus|Periplus]], [[wiki:periegesis|Periegesis]], [[wiki:itinerar|Itinerar]]. [[wiki:kartographie|Karten]] speicherten ebenfalls Wissen über den Raum, wurden jedoch erst im [[wiki:reisegenerationen#Der Blick zurück: Das Mittelalter als Epoche|Mittelalter]] systematisch zum Reisen benutzt. Die ersten gedruckten Rom-Reiseführer //Mirabilia Romae// entstanden zwar bereits im [[wiki:reisegenerationen#Ab dem 12. Jahrhundert|13. Jahrhundert]], doch erst vor rund 200 Jahren schufen ''Murray'' in England und ''Baedeker'' in Deutschland gedruckte [[wiki:reisefuehrer|Reiseführer]] für [[wiki:individualtourist|Individualreisende]] wie wir sie heute kennen. +Der [[wiki:aufbruch|Aufbruch]] ins Unbekannte und durch die [[wiki:wildnis|Wildnis]] weckt das Bedürfnis nach [[wiki:orientierung|Orientierung]], [[wiki:sicherheit|Sicherheit]], [[wiki:wissen|Wissen]], also den Bedarf nach Führung und Schutz ((''Reuter, Timothy''\\ //Die Unsicherheit auf den Strassen im europäischen Früh- und Hochmittelalter: Täter, Opfer und ihre mittelalterlichen und modernen Betrachter//.\\ S. 169-201 in: Träger und Instrumentarien des Friedens im hohen und späten Mittelalter. Konstanz 1996: Konstanzer Arbeitskreis für Mittelalterliche Geschichte.\\ ''Fichtenau, Heinrich''\\ //Beiträge zur Mediävistik: ausgewählte Aufsätze: Lebensordnungen, Urkundenforschung, Mittellatein//. (Band 3) 340 Seiten. Stuttgart 1986: Hiersemann. Inhalt u.a.:\\ 1. Reisen und Reisende; 4. Wald und Waldnutzung.)). Dazu konnte man sich auf [[wiki:reisegoetter|Reisegötter]] verlassen oder ortskundige Führer befragen. Schriftlich fixierte Orientierungshilfen sind seit [[wiki:zeitleiste_reisegenerationen#Das Reisen im antiken Mediterraneum|phönizischer Zeit]] bekannt, etwa als [[wiki:periplus|Periplus]], [[wiki:periegesis|Periegesis]], [[wiki:itinerar|Itinerar]]. [[wiki:kartographie|Karten]] speicherten ebenfalls Wissen über den Raum, wurden jedoch erst im [[wiki:zeitleiste_reisegenerationen#Der Blick zurück: Das Mittelalter als Epoche|Mittelalter]] systematisch zum Reisen benutzt. Die ersten gedruckten Rom-Reiseführer //Mirabilia Romae// entstanden zwar bereits im [[wiki:zeitleiste_reisegenerationen#Ab dem 12. Jahrhundert|13. Jahrhundert]], doch erst vor rund 200 Jahren schufen ''Murray'' in England und ''Baedeker'' in Deutschland gedruckte [[wiki:reisefuehrer|Reiseführer]] für [[wiki:individualtourist|Individualreisende]] wie wir sie heute kennen. 
  
  
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   * Mittelhochdeutsches pfat-leiting aus ahd. **leito** benennt jemanden, der den Weg weist.    * Mittelhochdeutsches pfat-leiting aus ahd. **leito** benennt jemanden, der den Weg weist. 
   * //Führen// geht darüber hinaus, denn ahd. **fôrari** bezeichnete ursprünglich den "lohnträger, lastträger, bajolus" (( „führer, m.“, Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, digitalisierte Fassung im Wörterbuchnetz des Trier Center for Digital Humanities, Version 01/21, <https://www.woerterbuchnetz.de/DWB?lemid=F11132>, abgerufen am 04.12.2021)) und meinte damit jemanden, der erstens den Weg kennt, zweitens ein Tier sowie drittens eine Waffe führt und damit viertens bestens gerüstet ist, jemandem unterwegs zu begleiten und sicher zu geleiten. Mit diesem Begriff steht das Deutsche isoliert zwischen den anderen Sprachen.   * //Führen// geht darüber hinaus, denn ahd. **fôrari** bezeichnete ursprünglich den "lohnträger, lastträger, bajolus" (( „führer, m.“, Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, digitalisierte Fassung im Wörterbuchnetz des Trier Center for Digital Humanities, Version 01/21, <https://www.woerterbuchnetz.de/DWB?lemid=F11132>, abgerufen am 04.12.2021)) und meinte damit jemanden, der erstens den Weg kennt, zweitens ein Tier sowie drittens eine Waffe führt und damit viertens bestens gerüstet ist, jemandem unterwegs zu begleiten und sicher zu geleiten. Mit diesem Begriff steht das Deutsche isoliert zwischen den anderen Sprachen.
-  * Die anderen germanischen und romanischen Sprachen ((Dänisch, Englisch, Französisch, Niederländisch, Italienisch, Norwegisch, Rumänisch, Spanisch, Schwedisch, aber auch Ukrainisch)) verwenden übereinstimmend `**guide**´. Dieses Wort kommt über französisches //guider// aus italienischem //guidare//. Gut begründet ist dessen Ableitung aus dem germanischem //wītan// `beobachten´ und gotischem //witan// `wissen´. Gräbt man noch tiefer, so führt indogermanisches //vedh// mit seiner Doppelbedeutung `binden´ und `heimführen´ in den Alltag des Viehhirten und dessen Aufgabe, das Vieh zu hüten, zu beschützen und sicher wieder heim zu bringen ((''Wilhelm Bruckner''\\ // II. Zur Wortgeschichte 1. romanisch guidare 2. got. widan (ahd. wetan).//\\ Zeitschrift für romanische Philologie 37.2 (1913) 205-210.\\ Der Autor verweist auf die weithin akzeptierte Deutung `beobachtend auf etwas sehen´ aus gotischem //wîtan// (Mackel 182-183), nennt zwei weitere Deutungen aus lateinischem //vitare// `verhüten > behüten´ (F. Settegast: Romanische Etymologien. Zeitschrift für romanische Philologie 1 (1883) 248-249) und aus dem Keltischen (''Thurneysen, Rudolf'' //Keltoromanisches.// Halle 1884: Niemeyer. S.65) und schlägt die Ableitung aus gotischem //widan// vor: `ins Joch binden´, weil dies als praktische Tätikeit dem abstrakten Wissen vorausgeht. Der Strick verbindet Tier und Hirt und ist Voraussetzung für das Führen und Leiten durch Ziehen. Dies wäre dann bedeutungsgleich mit forari.\\ ''Joan Maria Jaime Moya'': //El lèxic d’origen germànic en el llatí medieval de Catalunya//. Universitat de Barcelona 2015, S. 317-320: Belegstellen ab 1101, Sprachvergleiche, Quellen.)).+  * Die anderen germanischen und romanischen Sprachen ((Dänisch, Englisch, Französisch, Niederländisch, Italienisch, Norwegisch, Rumänisch, Spanisch, Schwedisch, aber auch Ukrainisch)) verwenden übereinstimmend `**guide**´. Dieses Wort kommt über französisches //guider// aus italienischem //guidare//. Gut begründet ist dessen Ableitung aus dem germanischem //wītan// `beobachten´ und gotischem //witan// `wissen´. Gräbt man noch tiefer, so führt indogermanisches //vedh// mit seiner Doppelbedeutung `binden´ und `heimführen´ in den Alltag des Viehhirten und dessen Aufgabe, das Vieh zu hüten, zu beschützen und sicher wieder heim zu bringen ((''Wilhelm Bruckner''\\ //II. Zur Wortgeschichte 1. romanisch guidare 2. got. widan (ahd. wetan).//\\ Zeitschrift für romanische Philologie 37.2 (1913) 205-210.\\ Der Autor verweist auf die weithin akzeptierte Deutung `beobachtend auf etwas sehen´ aus gotischem //wîtan// (Mackel 182-183), nennt zwei weitere Deutungen aus lateinischem //vitare// `verhüten > behüten´ (F. Settegast: Romanische Etymologien. Zeitschrift für romanische Philologie 1 (1883) 248-249) und aus dem Keltischen (''Thurneysen, Rudolf'' //Keltoromanisches.// Halle 1884: Niemeyer. S.65) und schlägt die Ableitung aus gotischem //widan// vor: `ins Joch binden´, weil dies als praktische Tätikeit dem abstrakten Wissen vorausgeht. Der Strick verbindet Tier und Hirt und ist Voraussetzung für das Führen und Leiten durch Ziehen. Dies wäre dann bedeutungsgleich mit forari.\\ ''Joan Maria Jaime Moya'': //El lèxic d’origen germànic en el llatí medieval de Catalunya//. Universitat de Barcelona 2015, S. 317-320: Belegstellen ab 1101, Sprachvergleiche, Quellen.)).
  
-Während also der Begriff //guide// die Voraussetzungen zum Führen (mittels Seil) und zur [[wiki:orientierung|Orientierung]] (mittels Wissen) enthält, findet sich im //forari// zudem das Führen der Waffe. Das Spanische gibt zudem an, woran sich der Führer orientiert: **guía lo que [[wiki:orient|orienta]]** bedeutet zu wissen, wo Osten ist. 'Guide' erscheint als Begriff ab 1775 im französischen Verlagswesen im Zusammenhang mit Reisen nach Italien (Voyages d'Italie), jedoch ohne dass damit etwas inhaltlich Neues geschaffen wurde im Vergleich zu anderen Titeln. Sie alle kombinierten Elemente von Reisebeschreibungen, Wörterbüchern, Kartenwerken, Itinerarien, Kursbüchern auch unter den Oberbegriffen Kompendium, Portfolio oder Handbuch.+Während also der Begriff //guide// die Voraussetzungen zum Führen (mittels Seil) und zur [[wiki:orientierung|Orientierung]] (mittels Wissen) enthält, findet sich im //forari// zudem das Führen der Waffe. Das Spanische gibt zusätlich an, woran sich der Führer orientiert: **guía lo que [[wiki:orient|orienta]]** bedeutet zu wissen, wo Osten ist. 'Guide' erscheint als Begriff ab 1775 im französischen Verlagswesen im Zusammenhang mit Reisen nach Italien (Voyages d'Italie), jedoch ohne dass damit etwas inhaltlich Neues geschaffen wurde im Vergleich zu anderen Titeln. Sie alle kombinierten Elemente von Reisebeschreibungen, Wörterbüchern, Kartenwerken, Itinerarien, Kursbüchern auch unter den Oberbegriffen Kompendium, Portfolio oder Handbuch.
  
 In abstrahierter und codierter Form erstarrt dieser Wissenstransfer in Zeichen wie etwa einem [[wiki:steinmann|Steinman]], einem Wegzeiger, [[wiki:Wegweiser|Wegweiser]], [[wiki:itinerar|Itinerar]] oder einer [[wiki:kartographie|Karte]] zur [[wiki:wegfindung|Wegfindung]].  In abstrahierter und codierter Form erstarrt dieser Wissenstransfer in Zeichen wie etwa einem [[wiki:steinmann|Steinman]], einem Wegzeiger, [[wiki:Wegweiser|Wegweiser]], [[wiki:itinerar|Itinerar]] oder einer [[wiki:kartographie|Karte]] zur [[wiki:wegfindung|Wegfindung]]. 
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-→ Listen von [[wiki:liste_zeitleisten_listen#listen_von_figuren|Figuren]]\\  +→ Listen von [[wiki:liste_strukturierte_uebersichten#listen_von_figuren|Figuren]]\\ 
 → Zeitleiste [[wiki:Zeitleiste beispielhafter Figuren|beispielhafter Figuren]] → Zeitleiste [[wiki:Zeitleiste beispielhafter Figuren|beispielhafter Figuren]]
  
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     * [[wiki:trail|Trailing]] through a Medieval Depiction of the Entire Earth Literary      * [[wiki:trail|Trailing]] through a Medieval Depiction of the Entire Earth Literary 
     * [[wiki:erforscher|Explorations]] and Medieval [[wiki:kartographie|Maps]] (Ebstorf) and Charts.     * [[wiki:erforscher|Explorations]] and Medieval [[wiki:kartographie|Maps]] (Ebstorf) and Charts.
 +  * ''Dickson, H.R.P.''\\ //The Arab of the Desert: A Glimpse into Badawin Life in Kuwait and Sau'di Arabia.//\\ London 1949/1972 (5.A.): Allen & Unwin, [[https://api.taylorfrancis.com/content/books/mono/download?identifierName=doi&identifierValue=10.4324/9781315727462&type=googlepdf|Inhalt]], darin u.a.:
 +    *  Kapitel: Desert Guides and Trackers, S. 362--365.
   * ''Göckenjan, Hansgerd''\\ //Kundschafter und Späher. Ein Beitrag zur Strategie und Taktik reiternomadischer Kriegsführung//\\ S. 419-434 in: derselbe: Ungarn, Türken und Mongolen: kleine Schriften von Hansgerd Göckenjan. Wiesbaden 2007   * ''Göckenjan, Hansgerd''\\ //Kundschafter und Späher. Ein Beitrag zur Strategie und Taktik reiternomadischer Kriegsführung//\\ S. 419-434 in: derselbe: Ungarn, Türken und Mongolen: kleine Schriften von Hansgerd Göckenjan. Wiesbaden 2007
-  * ''Köves-Zulauf, Thomas''\\ //Helico, Führer gder allischen Wanderung.//\\ Latomus, 36.1 (1977) 40–92. [[https://www.jstor.org/stable/41530247|Online]]+  * ''Köves-Zulauf, Thomas''\\ //Helico, Führer der gallischen Wanderung.//\\ Latomus, 36.1 (1977) 40–92. [[https://www.jstor.org/stable/41530247|Online]]
   * ''Schreiner, Peter''\\ //Reisende in Konstantinopel und ihre Führer: Zwischen Orient und Okzident//\\ S. 723-732 in: Zwischen Orient und Okzident. Festschrift für Hansgerd Hellenkemper. 2010  Historische Bibliographie [[https://www.degruyter.com/database/HBOL/entry/hb.20111456/html|Online]]   * ''Schreiner, Peter''\\ //Reisende in Konstantinopel und ihre Führer: Zwischen Orient und Okzident//\\ S. 723-732 in: Zwischen Orient und Okzident. Festschrift für Hansgerd Hellenkemper. 2010  Historische Bibliographie [[https://www.degruyter.com/database/HBOL/entry/hb.20111456/html|Online]]
 +  * //Über das Reisen im Unbekannten im neunzehnten Jahrhundert und heute: Ein Muster für Führung und Mangement im Kontext des 3-P-Modells//\\ Kapitel in: ''Peter Wollmann'', ''Reto Püringer'' et al.: Organisation und Führung in turbulenten Zeiten: Entwurf und Implementierung unter Verwendung des 3-P-Modells. Cham 2024: Springer. [[https://books.google.de/books?id=VoIKEQAAQBAJ&lpg=PA31&ots=Lk5IPtRhXs&dq=incognito%C2%A0reisen&lr&hl=de&pg=PA31#v=onepage&q=incognito%C2%A0reisen&f=false|Online]]
  
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