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wiki:fortbewegung

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-==== Handlungsformen des Unterwegs-seins ====+===== Handlungsformen des Unterwegs-seins =====
  
 Die Fortbewegung (engl. locomotion, lat. loco `vom Ort´ + motio `bewegen´; franz. deplacement) ist mehr als nur [[https://begriffsgeschichte.de/doku.php/begriffe/bewegung|Bewegung]] und mehr als nur Ortswechsel, weil sie auch das Überwinden einer Wegstrecke durch den Raum umfasst. Die Fortbewegung (engl. locomotion, lat. loco `vom Ort´ + motio `bewegen´; franz. deplacement) ist mehr als nur [[https://begriffsgeschichte.de/doku.php/begriffe/bewegung|Bewegung]] und mehr als nur Ortswechsel, weil sie auch das Überwinden einer Wegstrecke durch den Raum umfasst.
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 ^ neue Bedeutung | | Sinn  | fertig\\ Gefahr\\ Gefährte | vorbereiten | gemeinschaftlich etwas unternehmen | umherziehen | fremd und weglos durch dick und dünn | ^ neue Bedeutung | | Sinn  | fertig\\ Gefahr\\ Gefährte | vorbereiten | gemeinschaftlich etwas unternehmen | umherziehen | fremd und weglos durch dick und dünn |
  
-==== Nomina der Fortbewegung in den altgermanischen Sprachen ====+===== Nomina der Fortbewegung in den altgermanischen Sprachen ====
 Eine gründliche Untersuchung (Breidbach 1994) fand 358 verschiedene Bezeichnungen für [[wiki:fortbewegung|Fortbewegung]] in den ältesten Quellen der sieben altgermanischen Sprachen (( Gotisch, Altwestnordisch, Altenglisch, Altfriesisch, Altsächsisch, Althochdeutsch, Mittelhochdeutsch)) und reduzierte diese auf 21 Stämme für das `sich-fortbewegen´ des Menschen. Diese wurden auf ihre Bedeutung im textlichen Zusammenhang untersucht und geordnet, hier stark vereinfacht: Eine gründliche Untersuchung (Breidbach 1994) fand 358 verschiedene Bezeichnungen für [[wiki:fortbewegung|Fortbewegung]] in den ältesten Quellen der sieben altgermanischen Sprachen (( Gotisch, Altwestnordisch, Altenglisch, Altfriesisch, Altsächsisch, Althochdeutsch, Mittelhochdeutsch)) und reduzierte diese auf 21 Stämme für das `sich-fortbewegen´ des Menschen. Diese wurden auf ihre Bedeutung im textlichen Zusammenhang untersucht und geordnet, hier stark vereinfacht:
   * *//senþa// erscheint als vorliterarische, urgermanische Bezeichnung der menschlichen Fortbewegung und wurde später von den nachfolgenden Formen verdrängt; *sent wäre deren indogermanische Wurzel im Sinne von senden, sinnen, trachten nach, also ein sich fortbewegen in einer bestimmten Richtung mit Ziel, Zweck und Sinn.   * *//senþa// erscheint als vorliterarische, urgermanische Bezeichnung der menschlichen Fortbewegung und wurde später von den nachfolgenden Formen verdrängt; *sent wäre deren indogermanische Wurzel im Sinne von senden, sinnen, trachten nach, also ein sich fortbewegen in einer bestimmten Richtung mit Ziel, Zweck und Sinn.
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 Unterschieden vom `sich fortbewegen´ ist die rollende Bewegung des [[wiki:fuhrwerke|Fuhrwerks]] als Werkzeug, denn auch `Wagen´ ist von einem indogermanischen Bewegungsverb abgeleitet, so dass `[[wiki:reitwagen|Reitwagen´]] zwar zwei Bewegungsverben enthält, jedoch mit je unterschiedlicher Bedeutung. Unterschieden vom `sich fortbewegen´ ist die rollende Bewegung des [[wiki:fuhrwerke|Fuhrwerks]] als Werkzeug, denn auch `Wagen´ ist von einem indogermanischen Bewegungsverb abgeleitet, so dass `[[wiki:reitwagen|Reitwagen´]] zwar zwei Bewegungsverben enthält, jedoch mit je unterschiedlicher Bedeutung.
-==== Gang, Weg und Fahrt in der germanischen Mythologie ====+ 
 +===== Gang, Weg und Fahrt in der germanischen Mythologie ====
 In der ältesten Schicht hat sich das Gehen mit *[[wiki:weg|wegan]] verbunden (weg-gehen) und wurde zum  [[wiki:gehen|Gang]] im Sinne von Unterwegs-sein: auf dem [[wiki:weg|Weg]] sein. Ein Indiz für ein hohes Alter ist die Nutzung der Wortwurzeln ganga, senþa, vega in der germanischen Mythologie. Dort heißt es, dass Odin 42 Reisen zu den Völkern unternommen habe, um deren weise [[wiki:literaturliste_frauen_unterwegs|Frauen]] und Männer zu prüfen ((''Ettmüller, Ludwig''\\ //Vaulu-spá: das älteste Denkmahl germanisch-nordischer Sprache, nebst einigen Gedanken über Nordens Wissen und Glauben und Nordische Dichtkunst.// Leipzig 1830: Weidmann S. IX)). Dabei erhielt er jedes mal einen Beinamen ((''Schlauch, Margaret''\\ //Wīdsīth, , Víthförull, and Some Other Analogues.//\\ PMLA 46.4 (1931) 969-987.\\ ''Wanner, Kevin J.''\\ //God on the margins: Dislocation and transience in the myths of Óðinn.//\\ History of religions 46.4 (2007) 316-350)): In der ältesten Schicht hat sich das Gehen mit *[[wiki:weg|wegan]] verbunden (weg-gehen) und wurde zum  [[wiki:gehen|Gang]] im Sinne von Unterwegs-sein: auf dem [[wiki:weg|Weg]] sein. Ein Indiz für ein hohes Alter ist die Nutzung der Wortwurzeln ganga, senþa, vega in der germanischen Mythologie. Dort heißt es, dass Odin 42 Reisen zu den Völkern unternommen habe, um deren weise [[wiki:literaturliste_frauen_unterwegs|Frauen]] und Männer zu prüfen ((''Ettmüller, Ludwig''\\ //Vaulu-spá: das älteste Denkmahl germanisch-nordischer Sprache, nebst einigen Gedanken über Nordens Wissen und Glauben und Nordische Dichtkunst.// Leipzig 1830: Weidmann S. IX)). Dabei erhielt er jedes mal einen Beinamen ((''Schlauch, Margaret''\\ //Wīdsīth, , Víthförull, and Some Other Analogues.//\\ PMLA 46.4 (1931) 969-987.\\ ''Wanner, Kevin J.''\\ //God on the margins: Dislocation and transience in the myths of Óðinn.//\\ History of religions 46.4 (2007) 316-350)):
   * als Beiname (heiti) Odins: Gangari, Ganglari, Gangleri: `der des Gehens Gewohnte (Müde?)´ ((Gylfaginning, Grímnismál (46), Óðins nǫfn (3) ))   * als Beiname (heiti) Odins: Gangari, Ganglari, Gangleri: `der des Gehens Gewohnte (Müde?)´ ((Gylfaginning, Grímnismál (46), Óðins nǫfn (3) ))
wiki/fortbewegung.txt · Zuletzt geändert: von Norbert Lüdtke

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