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Erde

Die Erdoberfläche besteht zu zwei Dritteln aus Wasser (Ozeane und Meere) und bietet nur zu einem Drittel Landoberfläche (Erdteile > Kontinente und Inseln), von dem wiederum nur ein Bruchteil oikumene ist, also bewohnbare Landschaft. Darauf richteten sich die Interessen der Menschen primär, sie suchten das Land, in dem Milch und Honig fließen, den locus amoenus. Nur als Mittel zum Zweck wurden Gebirge überquert, Wüsten durchzogen und Ozeane besegelt. Einzelne treibt jedoch die Neugier als Selbstzweck zum Aufbruch - ihr Abenteuer besteht darin Grenzen nicht zu akzeptieren und die nicht-bewohnbaren Landschaften als Herausforderung zu betrachten. Diese werden zum Zwischenraum, die Fahrt hindurch wird zum Übergang. Das Risiko solcher Unternehmungen und Projekte trägt der Einzelne, der Nutzen im Erfolgsfall kommt allen zugute.

Die geographische Form der Erde

Von weitem betrachtet erscheint der Planet Erde als blaue Kugel, die um die Sonne kreist. Aber aus der Nähe betrachtet wird daraus eine bucklige, abgeplattete Kugel mit Bauch, die sich auf der schiefen Bahn bewegt.

Pole, Äquator und Meereshöhe

Weil die Erde in 24 Stunden einmal rotiert, gibt es eine 12.713 km lange Polachse zwischen Nordpol und Südpol. Am Bauch, also in der Äquatorebene, ist die Kugel rund 43 km dicker, also ist eigentlich der Chimborazo (6267 m) in den Anden der höchste Punkt der Erde, weil er vom Erdmittelpunkt weiter entfernt ist als der Mount Everest (8848 m). Der höchste Berg ist der Mauna Kea mit 10.203 m vom Meeresboden. Allerdings werden die Berghöhen als Abstand zur »mittleren Meeresoberfläche« (Meeresspiegel) angegeben. Die zu definieren ist nicht einfach und führt zu Ungenauigkeiten, zumal Gezeiten und Strömungen das Niveau beeinflussen. Weil auch das Schwerefeld der Erde ungleichmäßig ist, liegt die Meeresoberfläche des Indischen Ozeans um Sri Lanka mehr als 100 Meter unter dem theoretischen Meeresspiegel. Wie hoch ist dann der Adams Peak auf Ceylon wirklich?

Jahreszeiten, Klimazonen, Tag und Nacht

Der Kreis um die Sonne ist in Wirklichkeit eine Ellipse und die Erdkugel rotiert um eine schiefe Achse, die einen viertel rechten Winkel (23,75°) zur Rotationsfläche um die Sonne (Ebene der Erdbahn oder Ekliptik) geneigt ist. Die Ellipse und die schiefe Achse sind Schuld an Jahreszeiten, Klimazonen und unterschiedlichen Tages- und Nachtlängen. Deswegen gibt es:

Kalendermerkmal Datum Sonnenstand
Sommersonnenwende 21. Juni über dem südlichen Wendekreis
Wintersonnenwende 21. Dezemberüber dem nördlichen Wendekreis
Tag-und-Nacht-Gleiche 19./21. März & 22./23. Septemberüber dem Äquator

Anders formuliert: Zwischen den Wendekreisen kann die Sonne im Zenit stehen. Daher wird der Bereich zwischen den Wendekreisen als Tropen definiert.

BreitenkreisBezeichnung Breite
nördlicher WendekreisWendekreis des KrebsesN 23° 26′ 05″
südlicher WendekreisWendekreis des SteinbocksS 23° 26′ 05″

Die Wendekreise trennen die Nord- und Südhalbkugeln der Erde auch klimatisch, denn im Bereich der Tropen findet eine weitgehend geschlossene Luftzirkulation statt. Da die abgekühlten und trockenen Luftmassen an den Wendekreisen absinken, bilden sich dort bevorzugt Wendekreiswüsten 1) wie:

Zwischen den Wendekreisen bilden sich die Passatwinde aus als eine erdumspannende Luftströmung (Passatzirkulation):


1)
jährlicher Niederschlag unter 250 mm im Jahr