wiki:bild_afrika
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| ====== Das Bild Afrikas ====== | ====== Das Bild Afrikas ====== | ||
| - | Über Libyen, den einzigen Teil Afrikas, den die Griechen im [[wiki:reisegenerationen#Das Reisen im antiken Mediterraneum|4. Jahrhundert vor Christus]] kannten, sagte '' | + | Über Libyen, den einzigen Teil Afrikas, den die Griechen im [[wiki:zeitleiste_reisegenerationen#Das Reisen im antiken Mediterraneum|4. Jahrhundert vor Christus]] kannten, sagte '' |
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| ===== Der »dunkle« Kontinent ===== | ===== Der »dunkle« Kontinent ===== | ||
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| „So geographers, | „So geographers, | ||
| With savage pictures fill their gaps, | With savage pictures fill their gaps, | ||
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| Wer nicht auf eigene Reiseerfahrungen zurückgreifen kann, ist auf die Medien angewiesen. Das Bild von Afrika wächst heran über Kinderbücher //(Zehn kleine Negerlein),// | Wer nicht auf eigene Reiseerfahrungen zurückgreifen kann, ist auf die Medien angewiesen. Das Bild von Afrika wächst heran über Kinderbücher //(Zehn kleine Negerlein),// | ||
| - | Der Südafrikaner '' | + | Der Südafrikaner '' |
| Afrika ist jedenfalls der schwarze Kontinent und birgt dunkle Geheimnisse. Der Afrikaforscher und Journalist '' | Afrika ist jedenfalls der schwarze Kontinent und birgt dunkle Geheimnisse. Der Afrikaforscher und Journalist '' | ||
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| Umgekehrt hat aber auch die helle Haut der Weißen eine besondere Bedeutung in Afrika. Bei vielen afrikanischen Völkern dient traditionell weiße Farbe dazu, um mit Verstorbenen Kontakt aufzunehmen. Mit ihr bemalen Tänzer und Betende ihre Körper, um den guten Ahnengeistern zu gleichen. Der Glaube, daß die im Jenseits lebenden Verstorbenen eine weiße Haut besitzen, rührt daher: zum einen erblaßt die braune Haut Sterbender zusehends, zum anderen kommen Neugeborene hellhäutiger zur Welt, als sie später sind. Dieses Nachdunkeln führen Medizinmänner auf die dunkle Erde und das Einwirken der schwarzen Erdgeister zurück. | Umgekehrt hat aber auch die helle Haut der Weißen eine besondere Bedeutung in Afrika. Bei vielen afrikanischen Völkern dient traditionell weiße Farbe dazu, um mit Verstorbenen Kontakt aufzunehmen. Mit ihr bemalen Tänzer und Betende ihre Körper, um den guten Ahnengeistern zu gleichen. Der Glaube, daß die im Jenseits lebenden Verstorbenen eine weiße Haut besitzen, rührt daher: zum einen erblaßt die braune Haut Sterbender zusehends, zum anderen kommen Neugeborene hellhäutiger zur Welt, als sie später sind. Dieses Nachdunkeln führen Medizinmänner auf die dunkle Erde und das Einwirken der schwarzen Erdgeister zurück. | ||
| - | Manche Botschaften der Reisebuchautoren zielt aufs [[wiki: | + | Manche Botschaften der Reisebuchautoren zielt aufs [[wiki: |
| Nach dem Zweiten Weltkrieg meint man es gut, wohlwollend werden die Kolonien in die Selbständigkeit entlassen – aber auch, weil sich England und Frankreich die Kolonien nicht mehr leisten können. Deutschland hat es besser, seine Kolonien sind schon seit der Versailler Konferenz nach dem Ersten Weltkrieg abhanden gekommen. Das erweist sich nun als Vorteil, man gilt nicht als Kolonialherr und erkauft sich die Sympathie der Dritten Welt durch Entwicklungshilfe. | Nach dem Zweiten Weltkrieg meint man es gut, wohlwollend werden die Kolonien in die Selbständigkeit entlassen – aber auch, weil sich England und Frankreich die Kolonien nicht mehr leisten können. Deutschland hat es besser, seine Kolonien sind schon seit der Versailler Konferenz nach dem Ersten Weltkrieg abhanden gekommen. Das erweist sich nun als Vorteil, man gilt nicht als Kolonialherr und erkauft sich die Sympathie der Dritten Welt durch Entwicklungshilfe. | ||
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| ==== Zu den Quellen des Nils ==== | ==== Zu den Quellen des Nils ==== | ||
| - | „Zu den Quellen des Nils zu reisen“ bedeutete über [[wiki:reisegenerationen|Jahrtausende]], | + | „Zu den Quellen des Nils zu reisen“ bedeutete über [[wiki:zeitleiste_reisegenerationen|Jahrtausende]], |
| Alt wie die Geschichte der abendländischen Zivilisation ist auch die Suche nach den Quellen des Nils. Rund 1000 Generationen haben versucht, das Rätsel zu lösen. Nur für die, die an den Quellen lebten, war es nie ein Rätsel. Für sie waren die Quellen des Nils aber auch nie Mythos, sondern Alltag im regenreichen Hochland von Uganda und Ruanda. Bereits '' | Alt wie die Geschichte der abendländischen Zivilisation ist auch die Suche nach den Quellen des Nils. Rund 1000 Generationen haben versucht, das Rätsel zu lösen. Nur für die, die an den Quellen lebten, war es nie ein Rätsel. Für sie waren die Quellen des Nils aber auch nie Mythos, sondern Alltag im regenreichen Hochland von Uganda und Ruanda. Bereits '' | ||
| - | //»… so gibt es doch nichts, was ich lieber kennenlernen möchte, als die so viele [[wiki:reisegenerationen|Jahrhunderte]] lang verborgenen Anfänge des Stromes und seiner unbekannten Quellen; man eröffne mir die sichere Aussicht, die Nilquellen zu sehen, und ich will vom Bürgerkrieg ablassen«,// | + | //»… so gibt es doch nichts, was ich lieber kennenlernen möchte, als die so viele [[wiki:zeitleiste_reisegenerationen|Jahrhunderte]] lang verborgenen Anfänge des Stromes und seiner unbekannten Quellen; man eröffne mir die sichere Aussicht, die Nilquellen zu sehen, und ich will vom Bürgerkrieg ablassen«,// |
| //»Caput Nili quaerere«// | //»Caput Nili quaerere«// | ||
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| //»Über Florences frühe Kindheit gibt es nur spärliche Aufzeichnungen – sie war einfach schon immer eine geheimnisvolle Frau. … Anstelle schwerfälliger Formulierungen wie „Mag sie gesagt haben“ oder „hat er sich vermutlich gefragt“ habe ich Florence … Gedanken und Worte in den Mund gelegt …«// Anders formuliert: die Menge an Fakten ist hier umgekehrt proportional zum Umfang des Buches. Siebenseitige Anmerkungen, | //»Über Florences frühe Kindheit gibt es nur spärliche Aufzeichnungen – sie war einfach schon immer eine geheimnisvolle Frau. … Anstelle schwerfälliger Formulierungen wie „Mag sie gesagt haben“ oder „hat er sich vermutlich gefragt“ habe ich Florence … Gedanken und Worte in den Mund gelegt …«// Anders formuliert: die Menge an Fakten ist hier umgekehrt proportional zum Umfang des Buches. Siebenseitige Anmerkungen, | ||
| - | Der Plot: Das 14-Jährige Waisenmädchen '' | + | Der Plot: Das 14-Jährige Waisenmädchen '' |
| Erst Mitte August 1898 gelangte der deutsche Arzt und Forschungsreisende '' | Erst Mitte August 1898 gelangte der deutsche Arzt und Forschungsreisende '' | ||
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| Pappband mit Umschlag und Lesebändchen 13,5 x 21,5 cm: 332 Seiten, Textabb. | Pappband mit Umschlag und Lesebändchen 13,5 x 21,5 cm: 332 Seiten, Textabb. | ||
| Anmerkungen, | Anmerkungen, | ||
| - | Stanley, Livingstone und die Suche nach den Quellen des Nils ist Programm genug für drei Bücher, doch zu trenenn sind sie nicht. Anscheinend schlossen die Expeditionen der beiden Protagonisten ein [[wiki:reisegenerationen|Jahrtausende]] altes Problem ab. Tatsächlich setzten sie Zeichen für weit greifende Entwicklungen: | + | Stanley, Livingstone und die Suche nach den Quellen des Nils ist Programm genug für drei Bücher, doch zu trenenn sind sie nicht. Anscheinend schlossen die Expeditionen der beiden Protagonisten ein [[wiki:zeitleiste_reisegenerationen|Jahrtausende]] altes Problem ab. Tatsächlich setzten sie Zeichen für weit greifende Entwicklungen: |
| Der vorliegende Band beschreibt den Ablauf der damaligen Geschehnisse aus einem biographischen Ansatz heraus, handlungsorientiert und packend, doch immer aus Sicht der beiden Protagonisten, | Der vorliegende Band beschreibt den Ablauf der damaligen Geschehnisse aus einem biographischen Ansatz heraus, handlungsorientiert und packend, doch immer aus Sicht der beiden Protagonisten, | ||
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| Diese Hilflosigkeit prägt (fast) alle Bücher über Afrika. Die Sprache scheint nicht mächtig genug zu sein, das Erlebnis Afrika in allgemein verständliche Bilder zu kleiden. Einen Satz finde ich, bei dem ich heftig nicken muß: //»Es gibt keine Grauwerte in Afrika. Das Leben ist immer intensiv, schwarz oder weiß, gut oder furchtbar, herrlich oder abstoßend, euphorisierend oder deprimierend.«// | Diese Hilflosigkeit prägt (fast) alle Bücher über Afrika. Die Sprache scheint nicht mächtig genug zu sein, das Erlebnis Afrika in allgemein verständliche Bilder zu kleiden. Einen Satz finde ich, bei dem ich heftig nicken muß: //»Es gibt keine Grauwerte in Afrika. Das Leben ist immer intensiv, schwarz oder weiß, gut oder furchtbar, herrlich oder abstoßend, euphorisierend oder deprimierend.«// | ||
| - | Bei Amazon steht:// »Dabei beschreibt der Autor nicht chronologisch, | + | Bei Amazon steht:// |
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wiki/bild_afrika.1766032166.txt.gz · Zuletzt geändert: von Norbert Lüdtke
