wiki:1999_reise-vorbericht_ins_herz_von_asien
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| ==== Teil 1: Auf dem Weg in den Iran ==== | ==== Teil 1: Auf dem Weg in den Iran ==== | ||
| - | Auf dem Gebiet des heutigen Iran sind seit Äonen Kulturen entstanden und vergangen. '' | + | Auf dem Gebiet des heutigen Iran sind seit Äonen Kulturen entstanden und vergangen. '' |
| - | Doch den unwirtlichen Wüsten und Gebirgen trotzten Reisende nicht erst seit Herodot oder Alexander dem Großen, der bis ins Industal gelangte. Die Berichte deutscher Persienreisender aus dem [[wiki:reisegenerationen#Ab dem 17. Jahrhundert|17.]] bis [[wiki:reisegenerationen#Ab dem 19. Jahrhundert|19. Jahrhundert]] stellte '' | + | Doch den unwirtlichen Wüsten und Gebirgen trotzten Reisende nicht erst seit Herodot oder Alexander dem Großen, der bis ins Industal gelangte. Die Berichte deutscher Persienreisender aus dem [[wiki:zeitleiste_reisegenerationen#Ab dem 17. Jahrhundert|17.]] bis [[wiki:zeitleiste_reisegenerationen#Ab dem 19. Jahrhundert|19. Jahrhundert]] stellte '' |
| //»Zu Land nach Indien durch Persien, Seistan, Belutschistan«// | //»Zu Land nach Indien durch Persien, Seistan, Belutschistan«// | ||
| - | Wenige Jahre nach dem Ende des ersten Weltkriegs öffnen sich die Grenzen wieder für deutsche Reisende und ab Mitte der zwanziger Jahre ist die [[wiki: | + | Wenige Jahre nach dem Ende des ersten Weltkriegs öffnen sich die Grenzen wieder für deutsche Reisende und ab Mitte der zwanziger Jahre ist die [[wiki: |
| ==== Teil 2: Durchs wilde Turkestan ==== | ==== Teil 2: Durchs wilde Turkestan ==== | ||
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| Im russischen Sprachgebrauch wird das Gebiet als Mittelasien bezeichnet. Geographisch bezeichnet es eine von Gebirgen und Wüsten umgebene Region, deren Flüsse in abflußlose Seen münden: Aralsee, Isyk-Kul, Kaspisches Meer – die Reste eines früheren zentralasiatischen Meeres.\\ | Im russischen Sprachgebrauch wird das Gebiet als Mittelasien bezeichnet. Geographisch bezeichnet es eine von Gebirgen und Wüsten umgebene Region, deren Flüsse in abflußlose Seen münden: Aralsee, Isyk-Kul, Kaspisches Meer – die Reste eines früheren zentralasiatischen Meeres.\\ | ||
| Buchara und Samarkand, Kara Kum und Kysyl Kum – die Namen scheinen eher Tolkiens »Herrn der Ringe« zu entstammen als einer ehemaligen Sowjetprovinz. Von hier aus herrschten Dschingis Khan und Tamerlan (auch Timur genannt) über ein Reich, das sich von Istanbul bis Peking, von Moskau bis Delhi erstreckte.\\ | Buchara und Samarkand, Kara Kum und Kysyl Kum – die Namen scheinen eher Tolkiens »Herrn der Ringe« zu entstammen als einer ehemaligen Sowjetprovinz. Von hier aus herrschten Dschingis Khan und Tamerlan (auch Timur genannt) über ein Reich, das sich von Istanbul bis Peking, von Moskau bis Delhi erstreckte.\\ | ||
| - | Hier bündelten sich über [[wiki:reisegenerationen|Jahrtausende]] alle wichtigen Landwege zwischen Europa, Asien und Afrika. Doch so offen dieses Gebiet für den Handel war, für die Kaufleute und Karawanen aus Asien, so sehr schloß es sich ab gegen Reisende aus dem Westen. '' | + | Hier bündelten sich über [[wiki:zeitleiste_reisegenerationen|Jahrtausende]] alle wichtigen Landwege zwischen Europa, Asien und Afrika. Doch so offen dieses Gebiet für den Handel war, für die Kaufleute und Karawanen aus Asien, so sehr schloß es sich ab gegen Reisende aus dem Westen. '' |
| - | Im [[wiki:reisegenerationen#Ab dem 19. Jahrhundert|19. Jahrhundert]] häufen sich die (unerwünschten) Besuche der Europäer. Von Norden rückten die Grenzen des sich ausdehnenden russischen Zarenreiches näher, von Süden die Einflußzonen des britischen Kolonialreiches. Da lag der Verdacht nahe, daß Besucher nicht nur Gäste sind, sondern Vorboten, Schnüffler, | + | Im [[wiki:zeitleiste_reisegenerationen#Ab dem 19. Jahrhundert|19. Jahrhundert]] häufen sich die (unerwünschten) Besuche der Europäer. Von Norden rückten die Grenzen des sich ausdehnenden russischen Zarenreiches näher, von Süden die Einflußzonen des britischen Kolonialreiches. Da lag der Verdacht nahe, daß Besucher nicht nur Gäste sind, sondern Vorboten, Schnüffler, |
| Während die westlichen Kolonialmächte über die Meere zu neuen Ländern strebten, suchte Rußland über die Länder nach neuen Meeren. Zwischen 1842 und 1895 wurde Mittelasien Stück für Stück russisch – doch noch um 1890 kaufte Rußland eine ganze Reihe seiner Staatsbürger aus bucharischer Sklaverei los. 1873 steckten Väterchen Zar und die englische Königin ihre Interessengebiete ab und einigten sich auf den Amu-Darja als »Grenze«. Um diese Zeit etwa durften und konnten russische Forscher nach Zentralasien vorstoßen. Ab 1880 wurde die Transkaspische, | Während die westlichen Kolonialmächte über die Meere zu neuen Ländern strebten, suchte Rußland über die Länder nach neuen Meeren. Zwischen 1842 und 1895 wurde Mittelasien Stück für Stück russisch – doch noch um 1890 kaufte Rußland eine ganze Reihe seiner Staatsbürger aus bucharischer Sklaverei los. 1873 steckten Väterchen Zar und die englische Königin ihre Interessengebiete ab und einigten sich auf den Amu-Darja als »Grenze«. Um diese Zeit etwa durften und konnten russische Forscher nach Zentralasien vorstoßen. Ab 1880 wurde die Transkaspische, | ||
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| Und was kam nach dem Zweiten Weltkrieg? Unsere Brüder und Schwestern aus der ehemaligen Tätärä erkämpften sich schon mal die Möglichkeit hierher zu reisen. Die einen, weil sie halblegale Schleichwege kannten, die anderen, weil sie an offiziellen Exkursionen und Expeditionen teilnehmen durften. //»Abseits der großen Straßen«// | Und was kam nach dem Zweiten Weltkrieg? Unsere Brüder und Schwestern aus der ehemaligen Tätärä erkämpften sich schon mal die Möglichkeit hierher zu reisen. Die einen, weil sie halblegale Schleichwege kannten, die anderen, weil sie an offiziellen Exkursionen und Expeditionen teilnehmen durften. //»Abseits der großen Straßen«// | ||
| - | Mit diesen seit Jahrzehnten ersten Berichten ostdeutscher Reisender deuteten sich vorsichtige Öffnungen an. Über Intourist konnte man etwa ab Mitte der siebziger Jahre nach Samarkand, Buchara, Taschkent, Chiwa und Fergana reisen; Kohlhammer reagierte 1978 vorsichtig mit einem Reiseführer über »Sibirien und Zentralasien«, | + | Mit diesen seit Jahrzehnten ersten Berichten ostdeutscher Reisender deuteten sich vorsichtige Öffnungen an. Über Intourist konnte man etwa ab Mitte der siebziger Jahre nach Samarkand, Buchara, Taschkent, Chiwa und Fergana reisen; Kohlhammer reagierte 1978 vorsichtig mit einem Reiseführer über »Sibirien und Zentralasien«, |
| Der Zerfall der Sowjetunion kündigte sich bereits vor 1989 an und wühlte die Region lange auf; in Tadschikistan ist es bis heute unruhig. Ab 1990 konnte man auf den Jahrestreffen der dzg ungläubig und staunend den Berichten unserer neuen Mitglieder aus den Neuen Bundesländern lauschen und ihre Dias sehen. Tricks, russische Sprachkenntnisse und Freunde, in Kladden gesammelte Informationen und handgezeichnete Karten, improvisierte Ausrüstung und eine Bomben-Kondition für Märsche mit 30 bis 40 kg Gepäck waren die Grundlage halb- bis illegaler Exkursionen in nahezu unbewohnte Gebiete Mittelasiens. Auch '' | Der Zerfall der Sowjetunion kündigte sich bereits vor 1989 an und wühlte die Region lange auf; in Tadschikistan ist es bis heute unruhig. Ab 1990 konnte man auf den Jahrestreffen der dzg ungläubig und staunend den Berichten unserer neuen Mitglieder aus den Neuen Bundesländern lauschen und ihre Dias sehen. Tricks, russische Sprachkenntnisse und Freunde, in Kladden gesammelte Informationen und handgezeichnete Karten, improvisierte Ausrüstung und eine Bomben-Kondition für Märsche mit 30 bis 40 kg Gepäck waren die Grundlage halb- bis illegaler Exkursionen in nahezu unbewohnte Gebiete Mittelasiens. Auch '' | ||
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| Der Amu-Darja entspringt im Pamir, dem mächtigsten Gebirgsknoten unserer Erde an den Grenzen zu Afghanistan, | Der Amu-Darja entspringt im Pamir, dem mächtigsten Gebirgsknoten unserer Erde an den Grenzen zu Afghanistan, | ||
| Alpinistische Fahrten fanden ab 1913 statt, begonnen von Bergsteigern des Deutsch-Österreichischen Alpenvereins, | Alpinistische Fahrten fanden ab 1913 statt, begonnen von Bergsteigern des Deutsch-Österreichischen Alpenvereins, | ||
| - | Liegt der Pamir südlich einer gedachten Linie Samarkand-Kaschgar, | + | Liegt der Pamir südlich einer gedachten Linie Samarkand-Kaschgar, |
| ==== Teil 3: Seidenstraße ==== | ==== Teil 3: Seidenstraße ==== | ||
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