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wiki:1788_vorrede_koehler_reiseklugheit

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wiki:1788_vorrede_koehler_reiseklugheit [2026/07/28 12:45] – Externe Bearbeitung 127.0.0.1wiki:1788_vorrede_koehler_reiseklugheit [2026/08/02 05:30] (aktuell) – [XXI] Norbert Lüdtke
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-und bediene sich eine Zeitlang vorher solcher einfachen Nahrungsmittel, die man fast überall antreffen kann. Weil aber auch die beste Gesundheit veränderlich ist, so muß man die Regeln einer vernünftigen Diätetik, oder Leibespflege, und zwar am besten aus eigener Uebung, erlernen, sich auch mit einigen, in vielen Fällen dienlichen, Arzeneymitteln versehen, weil man diese nicht an allen Orten haben kann. Diese Arzeneymittel muß ein jeder nach Beschaffenheit seines Körpers wählen. Man muß dabei an die mancherlei unerwarteten Zufålle auf Reisen, bei der Veränderung der [[klima|Witterung]], der [[ernaehrung_unter_besonderen_bedingungen|Speisen]] und des [[trinkwasser|Wassers]] gedenken, und einen heilenden Balsam für äusserliche Wunden und Quetschungen nicht vergessen. Man sehe ferner auf sein Alter. Nicht ein jedes Alter ist zu nützlichen Reisen schicklich. Das Alter des heranreifenden Jünglings hat selten die Vorsichtigkeit, Entschlossenheit, Aufmerksamkeit, den Beobachtungsgeist, den gesetzten Ernst, welcher zum nützlichen und glücklichen Reisen nöthig ist. ''Plato'' *) verbot daher das frühe Reisen mit Recht. Aber wenn er das Reisen nur in dem Alter von fünfzig bis sechzig  +und bediene sich eine Zeitlang vorher solcher einfachen Nahrungsmittel, die man fast überall antreffen kann. Weil aber auch die beste Gesundheit veränderlich ist, so muß man die Regeln einer vernünftigen Diätetik, oder Leibespflege, und zwar am besten aus eigener Uebung, erlernen, sich auch mit einigen, in vielen Fällen dienlichen, Arzeneymitteln versehen, weil man diese nicht an allen Orten haben kann. Diese Arzeneymittel muß ein jeder nach Beschaffenheit seines Körpers wählen. Man muß dabei an die mancherlei unerwarteten Zufålle auf Reisen, bei der Veränderung der [[klima|Witterung]], der [[ernaehrung_unter_besonderen_bedingungen|Speisen]] und des [[trinkwasser|Wassers]] gedenken, und einen heilenden Balsam für äusserliche Wunden und Quetschungen nicht vergessen. Man sehe ferner auf sein Alter. Nicht ein jedes Alter ist zu nützlichen Reisen schicklich. Das Alter des heranreifenden Jünglings hat selten die Vorsichtigkeit, Entschlossenheit, Aufmerksamkeit, den Beobachtungsgeist, den gesetzten Ernst, welcher zum nützlichen und glücklichen Reisen nöthig ist. ''Plato'' ((Plato de Legibus L. XII. Edit. Lugd. p. 690)) verbot daher das frühe Reisen mit Recht. Aber wenn er das Reisen nur in dem Alter von fünfzig bis sechzig
-*) Plato de Legibus L. XII. Edit. Lugd. p. 690 +
  
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-Jahren zuließ, so muß man bedenken, daß er von Reisen zur Erlernung der Staatsklugheit redet. In anderer Absicht möchte man dieses Alter schwerlich für zweckmäßig halten. Mehrentheils bringt das spätere männliche Alter Verdrossenheit und Schwachheit mit sich. Man empfindet nicht mehr so lebhaft, das Auge ist nicht mehr so scharf, das Gedächtniß nicht so treu. Man ist leicht zu ängstlich bei Gefahren, zu empfindlich bei Verdrießlichkeiten und Grobheiten der Menschen, und wird dadurch an manchem Vergnügen verhindert. Das mittlere männliche Alter ist daher zu gelehrten Reisen unstreitig das bequemste, wenigstens dasjenige Jünglingsalter, welches sich mehr dem männlichen nähert. Selten wird ein zwanzigjähriger Jüngling allen denjenigen Nutzen von einer Reise haben, den er hätte haben können, wenn er noch einige Zeit gewartet hätte. Unterdessen kommt auch hier der Endzweck der Reisen, die schon erlangten Kenntnisse, und die Festigkeit des Characters in Betrachtung. Durch frühe [[bildungsreise|Bildung]] und glückliche Anlage kann jemand schon in jungen Jahren Greises Klugheit besitzen. ''Bernegger'' urtheilet sehr gut (§. 18. p. 26): //Animus iuuenilis aptior eft ad colligenda conseruandaque ea, ex quibus +Jahren zuließ, so muß man bedenken, daß er von Reisen zur Erlernung der Staatsklugheit redet. In anderer Absicht möchte man dieses Alter schwerlich für zweckmäßig halten. Mehrentheils bringt das spätere männliche Alter Verdrossenheit und Schwachheit mit sich. Man empfindet nicht mehr so lebhaft, das Auge ist nicht mehr so scharf, das Gedächtniß nicht so treu. Man ist leicht zu ängstlich bei Gefahren, zu empfindlich bei Verdrießlichkeiten und Grobheiten der Menschen, und wird dadurch an manchem Vergnügen verhindert. Das mittlere männliche Alter ist daher zu gelehrten Reisen unstreitig das bequemste, wenigstens dasjenige Jünglingsalter, welches sich mehr dem männlichen nähert. Selten wird ein zwanzigjähriger Jüngling allen denjenigen Nutzen von einer Reise haben, den er hätte haben können, wenn er noch einige Zeit gewartet hätte. Unterdessen kommt auch hier der Endzweck der Reisen, die schon erlangten Kenntnisse, und die Festigkeit des Characters in Betrachtung. Durch frühe [[bildungsreise|Bildung]] und glückliche Anlage kann jemand schon in jungen Jahren Greises Klugheit besitzen. ''Bernegger'' urtheilet sehr gut (§. 18. p. 26): //Animus iuuenilis aptior est ad colligenda conseruandaque ea, ex quibus//
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