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Die Ritter der Landstraße

 
Die reisenden Helden aller Zeiten sind meist tragische Gestalten: der Ritter Don Quijote, der Tramp Charlie Chaplin oder Dennis Hopper in Easy Rider. Auf den Spuren der Helden von Karl May, Jack London und B. Traven reisen nun schon fast vier Generationen.  

Der Mensch sehnt sich nach Reisen – und nach Sicherheit. Reisende aus Berufung verzichten jedoch auf das soziale Netz. Warum vergeuden sie scheinbar unnütz ihre Zeit? Die Seßhaften schauten immer schon mißtrauisch auf Abenteurer, Alleinreisende, Aussteiger, Auswanderer, Bacchanten, Bergsteiger, Exilanten, fahrende Schüler und Studenten, Ferntouristen, Flaneure, Fremde, Gammler, Globetrotter, Gottsucher, Handwerksburschen, Heimatlose, Hippies, Hobos, homo viator, Jäger, Jet-Setter, Kreuzfahrer, Krieger, Kunden, Landstreicher, Missionare, Neugierige, Pilger, Radreisende, Raubritter, Reiseleiter, Reiseschriftsteller, Reisläufer, Revolutionstouristen, Scholaren, Seeleute, Singles, Sonntagsfahrer, Spaziergänger, Stadtstreicher, Tippelbrüder, Tippelschicksen, Touristen, Tramps, Träumer, Traveller, Trekker, Vagabunden, Vaganten, Wallfahrer, Walzbrüder, Wanderarbeiter, Wandervögel, Weltreisende …

Rox-Schulz

Kein Museum setzt diesen Rittern der Landstraße ein Denkmal. Doch das Archiv zur Geschichte des Individuellen Reisens,  AGIR, sammelt und ordnet die unbeachteten und oft einmaligen Zeugnisse meist unbekannter Reisender. Eine Bibliothek mit rund 6000 Büchern ist so entstanden, mit 15 Metern Reisezeitschriften und etwa 20.000 Blättern und Broschüren.

Darin finden sich sehr persönliche Schnappschüsse des Lebens als Reise und zeigen eine Welt, die nie mehr sein wird:  

  • 1896 wandert der Friseur Franz Heinrichs 18jährig von Münster nach Jerusalem und zurück und berichtet davon in dem Buch  Mit Knotenstock und Ränzel .
  • Kurt Faber schilderte seine einsamen Reisen von 1901 bis 1929 in mehreren Büchern: drei Jahre im nördlichen Polarmeer, mit dem Pferd durch Südamerika, mit dem Rucksack nach Indien …
  • Die berühmteste Flucht dieses Jahrhunderts, nach Tibet zum Dalai Lama, wurde mit Brad Pitt verfilmt. Sie ist aber auch in fünf Büchern beschrieben, nicht nur von Heinrich Harrer
  • Der "König der Globetrotter" (Spiegel) feierte 2001 seinen 80. Geburtstag. Heinz Rox-Schulz tingelte ab 1950 mit seinem einarmigen Handstand auf Flaschen um die Welt und präsentiert seine Reisen heute im Abenteuermuseum Saarbrücken

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