| Reisebuch | |||
|
|
Archiv zur
Geschichte des Individuellen Reisens AGIR
www.reisegeschichte.de |
||
| Bitte nennen Sie beim Zitieren oder Downloaden die originäre Quelle. Über einen Link auf AGIR würden wir uns freuen. | |||
| Das Reisebuch - Buch & Reisen | |||
| Epos, Heldenlied & Reisebericht | |||
|
Reisen & Lesen befruchten einander seit jeher. Die Kunde über die Erlebnisse von Held, Abenteurer und Reisenden prägte die literarischen Formen Epos, Roman, Reisebericht.
Der Reisebericht mit seinen Übergangsformen bildet den Kern von AGIR. Allerdings fristet er im Reisealltag und damit in den Buchhandlungen ein Nischendasein:
Den größten Marktanteil hat heute das beratende Reisebuch: der Reiseführer in allen seinen Formen, Kartenwerke, reisetechnische Tipgeber, Sprachführer ... Diese objektivierten Reisebücher sind für AGIR wichtig, stehen aber nicht im Mittelpunkt, denn ihnen ist das subjektive individuelle Erleben ja genremäßig ausgetrieben. Das reisetechnische Know-How bedarf mindestens bei der Ankunft im Reiseland, bei der ersten Begegnung mit fremden Völkern grundlegender Informationen über Länder & Völker. Was darüber hinaus geht, findet sich in der volks- und landeskundlichen Fachliteratur. In AGIR steht diese gleichberechtigt neben den Reiseführern. Im Reisealltag interessieren sich nur wenige Spezialisten und Kulturbeflissene für Hintergrundinformationen jenseits des Nützlichen. |
|||
|
|
Literarische Reisen | ||
|
|
Die Literatur war lange Zeit das bedeutendste Medium für die Massenkommunikation der heimgekehrten Reisenden. Heute machen Fernsehen und Internet diesem Medium in erheblichem Maße Konkurrenz. So nutzten die Reisenden die verfügbaren literarischen Formen, um sich und ihre Reisen der Öffentlichkeit darzustellen. Umgekehrt wurde auch die Literatur geprägt von den Erfahrungen der schreibenden Reisenden, ihrem Stil, den erfolgreichen Klischees und den wiederkehrenden Formen der Wahrnehmung. Die Reise und das Reisen wurden zu literarischen Darstellungsmitteln: |
||
| Michael
Fisch Reisen in der Literatur |
»Eine
Werbungsreise, eine Abenteuerfahrt, eine Bewährungsfahrt, eine Pilgerreise,
eine Fahrt ins Exil oder die Rückreise in die Heimat - .... .
|
||
| Ulrich Brinkmann skizziert eine kulturwissenschaftliche Problembeschreibung |
»Die Erfahrung des Authentischen ist einerseits an die Fähigkeit gebunden, Illusion und Täuschung von der Wirklichkeit unterscheiden zu können. ......« |
||
|
|
Reisen & Schreiben | ||
|
das Verhältnis von Schreiben & Reisen |
Der Reisende bringt sich selbst in ein Dilemma. Für ihn ist es es wichtig, in welches Verhältnis er Schreiben und Reisen bringt:
|
||
|
Ich bin nicht Ich |
Am 29. Dezember 1951 bricht Ernesto Che Guevara mit seinem Freund Alberto Granado und dem Hund »Comeback«zu einer Motorradreise durch Südamerika auf. Sie starten in Buenos Aires, fahren nach Süden, durchqueren den Kontinent und erreichen die berühmte Straße »Latinoamericana«. Im Sommer des nächsten Jahres sind sie wieder zu Hause. Der dreiundzwanzigjährige Che Guevara hat seine Erlebnisse, Begegnungen und Eindrücke in einem Tagebuch festgehalten und später ergänzt. »Die Person,
die diese Notizen schrieb, starb, als sie ihren Fuß wieder auf argentinischen
Boden setzte, und der sie ordnet und an ihnen feilt, >ich<, bin
nicht ich; zumindest bin ich nicht mehr dasselbe innere Ich. Dieses ziel- |
||
| Gedanken zur Systematik einer Reisebibliothek | |||
|
Spezifische
Reisekategorien fehlen
|
Kleine Reisebuchsammlungen werden sich immer an den Interessen ihres Sammlers orientieren. Sie sind subjektiv immer richtig systematisiert. Große Reisebuchsammlungen existieren fast nur in Universitätsbibliotheken. Es ist bezeichnend, daß sie (fast) immer unter die geographischen oder soziologischen Kategorien subsumiert werden. Man sucht also unter einem Land oder unter dem spezifisch geisteswissenschaftlichen Interesse. Für die Sekundärliteratur ist das zufriedenstellend. Auch Reiseführer sind fast immer kontinent-, länder- oder regionbezogen. Wenige (aber interessante) Ausnahmen bestätigen die Regel. Doch die umfangreiche Erfahrungsliteratur, sprich: Reiseberichte, orientiert sich nur ausnahmsweise an Ländergrenzen (die sich zudem historisch ändern) und selten an wisenschaftlichen Kategorien. Spezifische Reisekategorien werden jedoch selten oder nie gebildet. Das hat manch einen Nachteil:
|
||
|
das
Reisebuch als Medium zwischen der fremden und der vertrauten Welt
|
Durch die Brille
des Reisenden wird die fremde Welt zu einem Teil der eigenen Welt; beide
Welten verändern sich dabei. Es gibt keine objektiven Reisebücher. Denn Reisen ist immer ein subjektives Erleben von Welt. Daraus läßt sich Wissen schöpfen, aber keine Wissenschaft. Wissen-schaft, der Begriff sagt es, ist eine nachträgliche Konstruktion, der durch Ent-Subjektivierung, im besten Falle durch Objektivierung zustande kommt. Theorien (und das ist der Stoff der Wissenschaft), werden falsifiziert udn nicht verifiziert, sagt Sir Karl Popper. Soll heißen: es wird eigentlich nicht bewiesen, daß eine Theorie richtig. Experimentelle Übrprüfung führt lediglich dazu, daß sie nicht falsch ist. Wenn sie außerdem noch nützlich ist, wird sie allgemein akzeptiert. So strenge Kriterien wird niemand ans Reisebuch anlegen. Doch im Ansatz gilt Ähnliches: Der Reisende hat seine Reise erfolgreich beendet. Sein Bericht darüber mag wahr sein oder nicht, doch seine Methode war erfolgreich. Sie kann als Vorbild dienen. Wenn wir das Reisebuch als Medium zwischen der fremden und der vertrauten Welt betrachten, ist seine äußere Form unerheblich. Die äußere Form ist immer ein zweingendes Resultat zwischen dem ICH des Reisenden, dem ES der fremden Welt und dem WIR der vertrauten Welt. Das Reisebuch ist lediglich an zwei Konstanten gebunden: an den Zeitraum der Reise und an die Person des Reisenden. |
||
|
eine
Aufstellung nach dem Todesjahr des Reisenden
|
Einige Vorteile böte eine Aufstellung nach dem Todesjahr des Reisenden. Die zeitliche Aufstellung würde es ermöglichen, auch andere Reisebücher wie Apodemiken und allgemeine Reiseführer nach ihrem Erscheinungsjahr einzuordnen. Welches Bild ergäbe ein Gang durch die Bibliothek?
|
||
|
eine
Aufstellung nach dem Namen des Reisenden
|
Nahezu
immer ist jedoch der Name des Reisenden bekannt. Die zweitbeste Systematik
wäre eine Aufstellung nach dem Namen des Reisenden. Die alphabetische
Aufstellung würde es ermöglichen, auch Biographien und Sekundärwerke
zur Person des Reisenden an dieser Stelle einzuordnen. Auch die belletristische
Reiseliteratur wäre hier einzuordnen, allerdings nach dem Namen des
Autors.
Welches Bild ergäbe ein Gang durch die Bibliothek?
|
||
|
eine
geographische Aufstellung
|
Beide der vorangegangenen Systematiken bedürfen eines ausgefeilten Katalogs für die am praktischen Reisen interessierten Nutzer. Überwiegend richtet sich das Reiseinteresse auf ein Reiseziel oder eine Route, selten auf Themen oder Personen. Die geographische Aufstellung ist daher für alle reisepraktischen Angelegenheiten die naheliegendste. Nur geringe Probleme gibt es bei Reiseführern. Diese richten sich aus praktischen Gründen meist auf Länder oder Regionen. Selbst themenorientierte Reiseführer sind meist nach Ländern abgegrenzt. Zu ergänzen blieben Routen: Seidenstraße, rund ums Mittelmeer, Atlantik-Überquerung, Transafrika (Nord-Süd), Transafrika (West-Ost) ... Auch hier ist ein ausgefeilter Verweisapparat nötig. Neue Länder entstehen, aandere Länder zerfallen in mehrere neue Länder. Namen werden geändert, hinzu kommen Synonyme und literarische Bezeichnungen. Der Verweisapparat muß daher von der Vielzahl heutiger und früherer Bezeichnungen hinführen auf die heute real existierenden Länder mit ihren Regionen. |
||
| Kategorisierung und Genrebestimmung der Reiseliteratur | |||
|
reale
Reiseerlebnisse
|
|
||
|
phantastische
Reiseerlebnisse
|
|
||
|
Formen
des Reisebuchs
|
|
||
|
|
Literatur | ||
|
|
Percy G. Adams Percy G. Adams Percy G. Adams (ed.) P. J. Brenner (ed.) P. J. Brenner Andreas Bürgi Philip Dodd (ed.) Philip Edwards Anne Fuchs/Theo Harden (eds.) Stephen Greenblatt Michael Harbsmeier Antoni Maczak/H.J. Teuteberg (eds.) Antoni Maczak Zweder von Martels (ed.) Gert Mattenklott Gert Mattenklott Jenny Mezciems Pia Omasreiter W. G. Rice (ed.) Justin Stagl A. Wright Peter Wunderli (ed.) |
||
| Caroline Bassnet Constructing Cultures: the Politics of Travellers' Tales in: Caroline Bassnet, Comparative Literature: A Critical Introduction Oxford, 1993. 92-114. Günter Berger/ Stephan Kohl (eds.) U. Bitterlee James Clifford/ George Marcus (eds.) Karl S. Guthke Wolfgang Harms Dietrich Harth (ed.) Dietrich Krusche/ Alois Wierlacher (eds.) Claude Lévi-Strauss Regina Pleithner (ed.) Mary Louise Pratt Edward Said Ortfried Schäffter (ed.) Tzvetan Todorov Tzvetan Todorov |
|||
|
|
|||
|
|
Links | ||
|
|
|||
| Literatur | |||
| Studies in Travel Writing | |||
|
|
http://human.ntu.ac.uk/stw/default.html | ||
|
Issue One 1997 edited by Peter Hulme featuring papers from the Essex Symposium on Travel Writing |
|
||
|
Issue Two 1998 |
Short Reviews Christophe Bode (ed), West Meets East (Indira Ghose); Jim MacLaughlin, Travellers and Ireland (Glenn Hooper); Susannah Clapp, With Chatwin (Tim Youngs) |
||
|
Issue Three: 1999 Britain Explored: Britons
Exploring edited by Susan Bassnett and Tim Youngs |
Short Reviews Casey Blanton, Travel Writing; Patrick Holland and Graham Huggan, Tourists with Typewriters (Alasdair Pettinger); Robert Hughes, Barcelona (Arthur Terry); Gesa Mackenthun, Metaphors of Dispossession (David Murray); Clara Vyvyan, The Ladies, the Twich'in, and the Rat (M Susan Birkwood); Kerin Hansson (ed), Journeys, Myths and the Age of Travel (Stephen Donovan); Deirdre Coleman (ed), Maiden Voyages and Infant Colonies (Elizabeth Hagglund); Katherine Govier (ed), Without a Guide (Sara Mills); Tim Fulford and Peter J Kitson (eds), Romanticism and Colonialism (Anthony Lake). |
||
|
Issue
Four: 2000
|
Short Reviews Paul Baepler (ed), White Slaves, African Masters (Celeste-Marie Bernier); Alasdair Pettinger (ed), Always Elsewhere (Gesa Mackenthun); Chloe Chard, Pleasure and Guilt on the Grand Tour (James Buzard); Andrew Taylor, God's Fugitive (Stan Smith); Vesna Goldsworthy, Inventing Ruritania (Nikolai Jeffs); Steve Clark (ed), Travel Writing and Empire (Kate Teltscher); Nicholas Shakespeare, Chatwin - Winding Paths: Photographs by Bruce Chatwin (Kerry Featherstone); Rebecca Solnit, A Book of Migrations (Michael Cronin); Ian Frazier, On the Rez (Susan Forsyth); Denis Cosgrove (ed), MAPPINGS (Alexander Moore). |
||
| Kontakt & weitere Informationen | |||