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Éric Valli

Himalaya

Mit Texten von Anne de Sales. Aus dem Französischen von Egbert Baqué und Clemens Wilhelm

München: Knesebeck 2002. Einband mit Fadenheftung 29 x 36,5 cm: 400 Seiten, 400 Farb- u. SW-Abb. – 68 €

Seit fast 30 Jahren reist der bekannte Fotograf in den Himalaja; er publizierte wiederholt in GEO und National Geographic. Damit sind Qualitätskriterien  angedeutet, die auch dieses Buch im Atlantenformat erfüllt. Manche Seiten lassen sich aufklappen, dann breitet sich das Buch über mehr als einen Meter aus. In der Auswahl der Bilder zeigt sich die Liebe für die Menschen in der Grenzregion Nepals zu Tibet. Die Bilder sind schön und faszinierend, aber weder romantisierend noch idealisierend. Sie zeigen das, was ist: Schmutz, Sonne und Kälte ebenso wie Eigenheit, den Stolz dieser Menschen. Daß ausgerechnet die Verbrennung des Leichnams eines guten Freundes, Lakpa Gyalzen Sherpa, Anlaß für das Vorwort gibt, mag hoffentlich kein Omen sein für die Situation der Menschen dort.

Zwischen den zahlreichen Fotos gehen die Texte nahezu unter und konsequenterweise sind die Bildlegenden am Ende des Buches zusammengefaßt, Miniaturansichten der Fotos erleichtern die Zuordnung, ohne in dem schwergewichtigen Band blättern zu müssen. Ein Orts- und Personenregister erschließen die Texte. Die Karte ist hübsch, aber wenig nützlich, um die Fotos zu lokalisieren, da sie die Region von Afghanistan bis Burma, von Nordtibet bis Kalkutta auf einer halben Seite zeigt.

Die Texte machen lediglich etwa 10 % des Umfangs auf. Sie sind jedoch sachlich, präzise und dennoch unterhaltsam formuliert.

Interessant ist es, neben dieses gewichtige und farbige »coffeetable-book« ein anderes zu legen, das zehn Jahre früher erschien [Kevon Bubriski: Nepal. Ein Porträt. Essen/München: Mahnert Lueg 1993] und das vielleicht noch antiquarisch zu erhalten ist. Es enthält 93 eindrucksvolle Schwarzweissbilder, die einen scheinbar antiquierten ethnologischen Stil aufweisen. Bubriski selbst sagt: »In vielen Fällen nimmt die Kamera Menschen auf, die sich vorbereitet haben und sorgfältig darauf bedacht sind, sich so zu präsentieren, wie sie von anderen gesehen werden wollen.«  Ich will das nicht bewerten – es handelt sich eben um zwei völlig gegensätzliche Bücher mit eindringlichen Fotos. — NL

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