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Gottlieb Mittelberger

Reise nach Pennsylvanien im Jahr 1750

Band 6 wurde herausgegeben, eingeleitet und kommentiert von Jürgen Charnitzky. 208 S., 73 Abb., davon 28 farbig. 45 DM

1983 wurde das Jubiläum »300 Jahre Deutsche in Amerika« cis- und transatlantisch gefeiert: Die Hoffnung »Alle Menschen sind dort gleich…« zog u.a. viele religiöse Minderheiten dorthin. Bis 1776 sollen nach W. Helbich rund 100.000 Deutsche eingewandert sein, meist Pfälzer und Hessen. Vielen versprach man eine kostenlose Überfahrt, verschwieg aber den Preis: »weiße Sklaverei« für 3 bis 7 Jahre. Von 13.000 auswandernden Pfälzern kam 1709 nur ein Fünftel bis Amerika. Gottlieb Mittelberger reiste 1750 nach Philadelphia und arbeitete als Kirchenorganist. 1754 kam er zurück und beschrieb 1756 eindringlich die Schattenseiten der Emigration.

Nach allem Positivem noch eine kritische Nachbemerkung: Sehr gefehlt hat mir eine Übersicht zum Reiseablauf mit Zeitangaben. Vernachlässigt ist die reisetechnische Aufarbeitung von Verkehrsmitteln, Infrastuktur, Organisationsformen… sowie die Verknüpfung mit Straßen, Routen, Itinerarien wie dies z.B. Ohler (Reisen im Mittelalter, dtv 1993) oder Decke (Reisen und Reiseliteratur …, Amsterdam 1992) skizzieren. Stationen und Routen der Reise fehlen öfter in den ohnehin etwas dürftigen Karten (z.B.: Bd. 2, 282). Häufige Querverweise zwischen den Anmerkungen können nerven und sind oft vermeidbar.

Stand und Inhalt der Fußnoten und Anmerkungen sollten klarer geregelt und mit der Funktion eines Glossars abgestimmt sein. Zu den in der Transkription verwendeten Zeichen für Phoneme sollten im Anhang Aussprachehinweise enthalten sein. NL

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