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Hermann Schreiber BretagneDas Land, die Menschen, die GeschichteGernsbach: Katz 1998 12,5x21,5: 400 S., 12 teils farb. Tafeln, Literaturverzeichnis, Zeittafel, genealogische Tafeln, Personenregister, Ortsregister. ??? DM Die raue Halbinsel reckt sich widerborstig in den Atlantik, scheint dem Festland entfliehen und eine Insel bilden zu wollen. Wie in anderen Ecken und Winkeln Europas sucht auch hier ein Völkchen Zuflucht, das eigenwillig und eigenartig im besten Wortsinn ist. Der Autor spürt dem Land und seinen Menschen in der Geschichte nach, schlägt ein Sonderkapitel der europäischen Geschichte auf: "… das von einigen Fakten durchsetzte, von der rationalen Forschung mur unzureichend zu erhellende Märchen eines langen Weges …" Das klingt sympathisch und tatsächlich doziert Schreiber nicht über Geschichte, sondern breitet einen Teppich von Geschichten und Anekdoten aus: mit Liebe zum Detail, versiert, belesen. Leider fehlen aber alle Ansätze einer Struktur: Wer nichts über dieses Thema weiß, wird nur schwer einen roten Faden finden und sich in den Erzählungen verlieren. Das gilt im Großen wie im Kleinen. Der Autor folgt keinem ersichtlichen Plan und stopft sein umfangreiches Wissen in möglichst wenige Sätze. Nebensächliches und Assoziiertes verlängert sie unnötig. Da besteht auch schon mal ein Absatz aus nur einem Satz. Der Leser muß Wichtiges und Unwichtiges selbst erkennen, die Gedankenführung muß mühsam erarbeitet werden. Es wäre Sache des Verlages gewesen, hier redaktionell einzugreifen, doch darauf wurde wohl verzichtet. Die Register und der Anhang helfen da kaum. Wer als Leser die Mühe nicht scheut, wird sicher Gewinn aus dem Buch ziehen. NL
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