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Fritz Kummer

In Trittlingen unterwegs

Fahrendes Volk - Die Ritter der Landstraße 

Teil 3

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Archiv zur Geschichte des Individuellen Reisens - AGIR
 
 

Inhaltsübersicht

Teil 1

1 Einleitung  

2 Meister, gebt mir die Papiere  

Felleisen und Berliner  

Die Penunse  

Hanf mit Unvernunft oder Lechum und Beza  

Die Kundenpennen  

In Trittlingen unterwegs  

Kundenschall  

Reisegebiete und -ziele  

Informationen  

Tippelfreunde 
 

Teil 2

3 Die Walz als Gratwanderung - Vom Gesellen zum Vagabunden 

4 Zwischen Tippelschickse und Kalle 

5 Die Hierarchie der Landstraße 

6 Die Internationale der Vagabunden 

7 Die Vagabunden der zwanziger Jahre 

8 Und heute? 

9 Überblick: Kennzeichen der Walz 

10 Biographien 

Arminius Hasemann 

Franz Heinrichs

Alfred Pfarre 

Mathias Ludwig Schroeder

August Winnig
 
Alois Zettler

Mario Appelius

11  Bibliographie und Links   

12  Stichwortverzeichnis   

 

  

  

 

10 Biographien 

Arminius Hasemann 

* 6.9.1888, Bildhauer und Graphiker, stammt aus Berlin und lernte dort an der Unterrichtsanstalt des Kunstgewerbes, studierte dann an der Karlsruher Akademie Bildhauerei und Graphik. Seine beiden Wanderungen fanden wahrscheinlich nach 1906 statt, jedoch vor dem Ersten Weltkrieg und dauerten zumindest mehrere Monate. Das erste Mal reist er mit dem Maler Bröker und seinem Bruder nach Florenz und Venedig. Auf der zweiten Reise begleiten ihn Cassian Eisenzahn und Tönchen Strömer, ein Ungarn. Beide spielen Geige, Hasemann schlägt die Laute und gemeinsam verdienen sie ihr Geld mit der Musik in Wirtshäusern, auf der Straße oder bei Privatpersonen. Wenn sie gut verdienen, leben sie in teuren Hotels und Gasthöfen, werden bei Reichen gut verköstigt, denen ihre Musik gefällt, dann wieder knurrt ihnen der Magen und sie reißen Platte. "Lagen wir heute auf dem Schutthaufen, morgen speisten wir dafür im Hotel Milano am Canale grande in Venedig, zwischen englischen Pfarrern und reichen Kaufleuten." Einmal reicht ihnen eine Mark für das tägliche Essen und die Unterkunft, ein andermal schlagen sie in zwei Tagen zweihundert Mark auf den Kopf, um dann wieder mit leeren Taschen da zu stehen. "Reicht unser Geld fürs Nachtquartier? Wenn nicht, so wird gespielt, und du ... gehst mit dem Teller unter die Leute." Ihre Reise führt durch den Schwarzwald über Gutach (dort wohnt sein Onkel, der Maler Wilhelm Hasemann), dann in die Schweiz. Über Montreux, Martigny, Lyon, Brienz und Simplon tippeln sie nach Italien, dann nach Lugano. Sprach- und Geldschwierigkeiten überwinden sie immer wieder mit ihrer Musik, damit verdienen sie Essen und Übernachtung, gewinnen Kontakte und erhalten oft sogar Geld. In Genua schiffen sie sich auf einem billigen Kohlendampfer ein, durchkreuzen das Mittelmeer, sind kurz in Ceuta und verlassen in Gibraltar das Schiff. Zu Fuß geht es über Estepona nach Malaga, dann mit dem Schiff nach Barcelona und zurück nach Hause. Hasemann erzählt viel von Frauengeschichten, vom Wein und von Musik. "Das sind die beiden großen Genüsse dieser Welt - Wein und Weib, die darf man nicht erkaufen." Sein persönlicher Gewinn aus der Reise ist es, die Frau gefunden zu haben, die er liebt und mit der leben kann. "Hinter mir liegen jetzt die Zeiten der Landstraße, da ich jetzt einen Raum habe, in dem ich schaffen kann und beweisen, daß wir nicht untergegangen sind im Würfelspiel des Lebens; hinter mir - und doch sehnt sich mein Gemüt oft nach ihnen." Außerdem beginnt er mit dem Holzschnitt und hat damit großen Erfolg. Den ersten Weltkrieg verbringt er an mehreren Fronten. Nach dem Krieg (1917) veröffentlicht er "Himmel und Hölle auf der Landstraße", das bis 1922 immer neue Auflagen erlebt, aber sein einziges Buch bleibt; später werden noch drei Mappen mit Holzschnitten veröffentlicht. 
 

(1.) Eros Thanatos, ein Totentanz. 12 Original-Holzschnitte. Mit freiem Rhytmus von Felix Lorenz. Berlin. R. Seitz 1921. 2 Bll., 12 Tfll., 49x41 cm 
(2.) Himmel und Hölle auf der Landstraße. Bis 1922 vier Aufl. m. insges. 9.000 Ex. 
(3.) Don Quijote von der Mancha, Ritter der traurigen Gestalt. 20 Holzschnitte. Berlin. Behr 1922. III S., 20 Tfll. 
(4.) Der Zirkus. 20 Holzschnitte. Berlin. Behr 1920. 

Franz Heinrichs 

(* ca. 1879) reist von Juni 1896 bis Oktober 1898 von Münster durch Österreich, Ungarn, Serbien, Bulgarien, Rumelien, Türkei, Syrien, Palästina, Ägypten, Italien, die Schweiz und zurück nach Münster. Er ist gelernter Friseur, lebt unterwegs von Erspartem, von Geldsendungen der Eltern und von vereinzelten Arbeitsstellen. Neben seinem Reisebericht, der mehrere Auflagen erlebt, schreibt er einige später noch ein Buch mit dem Titel "Sollen wir auswandern?" Ihm ist bereits ein ausführlicher Bericht in dieser Reihe gewidmet worden (s. Agir-Publikation 1). 
 
 

Alfred Pfarre 

* ca. 1894, Hamburger, ist ein Ästhet und Romantiker, ihn zieht es nach Italien. Er will Neapel und Rom sehen und Kunst studieren. Als gelernter Stukkateur und Bildhauer findet er keine Arbeit und ist auf Betteln und Vagabundieren angewiesen, eine Lebensform, die ihn fasziniert, die er jedoch nicht in der Lage ist zu praktizieren - er bleibt auf andere angewiesen. Seine Reise dauert von etwa August 1912 bis März 1913 und führt ihn von Deutschland (Detmold, Nürnberg,) nach Österreich, Italien, in die Schweiz und zurück nach Hamburg. Auch ihm bietet diese Reise eine wichtige Erfahrung: er stellt fest, daß er dem Bildhauer- und Stukkateur -Dasein nichts abgewinnen kann und daß er als Dichter nicht gut genug ist. Seine Erfüllung findet er, wieder zu Hause, als Techniker in der Metallbearbeitung. Für Alfred Pfarre bleibt dies sein einziges Buch; über sein weiteres Leben ist aus der Literatur nichts zu erfahren. 
(1.) Probandus. Die Geschichte einer Wanderschaft. Hanseatische Verlagsanst. Hamburg. 1923. 248p. 8°. OLn. 16 SW-Abb. a. 16 Tfll. 

 

Mathias Ludwig Schroeder 

(* 1904) hat die Volksschule besucht, dann eine Lehre als Installateur beendet. Die erste Gelegenheit nimmt er wahr, um auf Walz zu gehen. Es hält ihn nichts in Trier, das Elternhaus flieht er. Sein Vater ist Arbeiter und hat wieder geheiratet, nachdem seine Mutter bereits 1917 gestorben ist - und auch mit dem Vater verbindet ihn anscheinend nicht viel. So macht er sich achtzehnjährig etwa Mitte 1922 auf den Weg, zunächst nach Köln. Ihn faszinieren die vielen unterschiedlichen Menschen auf der Straße, auch wenn sie ihn ausnützen oder betrügen. Er sucht und findet Arbeit in Solingen (im Pumpwerk Elb) und arbeitet dort etwa ein Jahr, bis die Weltwirtschaftskrise ihn in die Arbeitslosigkeit wirft. Hamburg, München, Friedrichshafen, Konstanz, Ludwigshafen, Ingolstadt, Eichstädt, Nürnberg, Coburg, Halle, Potsdam, Berlin, Hamm, Unna sind die weiteren Stationen seiner Reise. Immer wieder versucht er Arbeit zu erhalten, doch es gelingt ihm nicht. So rutscht er langsam tiefer und die etwa vier Monate seiner Wanderschaft sind eine stete Gratwanderung zwischen seinem Verständnis als Handwerksburschen und der Lust, die er der Wanderung verdankt. Dabei fühlt er immer wieder die Gefahr abzurutschen, auf der Landstraße zu bleiben, nicht mehr zurück zu können. Anfangs kann er nicht betteln, ist aber bald ein Profi. Er fühlt sich zuhause auf der Landstraße: Vielleicht ist das der Grund, daß er seine Wanderung nach etwa vier Monaten abbricht und im Dezember 1923 wieder nach Solingen zurückkehrt. Er ist mit dem Schriftsteller Heinrich Lersch gut befreundet und fängt selber 1932 an zu schreiben: humoristische Arbeitergeschichten, Jugendbücher und sein Erinnerungsbuch an seine Wanderschaft. Später lebt er in Hilden/Rhld.  
(1.) Alle Achtung: Männer! 8 Werkmannsgeschichten. Langen/Müller. München. 1936. 60 S. kl. 8°. (45. Tsd. Ex. bis 1943) 
(2.) Die vom Sonnendeck. Frohe Fahhrt-Erlebnisse erz. Herder. Freiburg(Br. 1937. 195 S. 8°. Abb. 
(3.) Der lachende Hammer. Eulenspiegeleien, die nicht erfunden sind. Herder. Freiburg/Br. 1937. 170 S. 8°. (3 Aufl., 2 Ausg. b. 1949) 
(4.) Lachende Kameradschaft. Junge generation. Berlin. 1937. 95 S. 8°. (16 Aufl. in zwei Ausg. b. 1944) 
(5.) Lehrbuben, Lausbuben. Butzon u. Bercker. Kevelaer. 1937. 98 S. kl. 8°. (4 Aufl.. bis 1942) 
(6.) Peter, der Soldatenjunge. Junge Generation. Berlin. 1937. 100 S. 8°. (2 Aufl. zwei Ausg. bis 1944) 
(7.) Peter bei der Feldpost. Junge Generation. Berlin. 1938. 104 S. 8°. 
(8.) Peter auf Hamsterfahrt. Junge Generation. Berlin. 1938. 107 S. 8°. 
(9.) Männer und Herzen. Staufen. Köln. 1939. 106 S. 8°. 
(10.) Das Beichtrohr. Erzählung. Langen/Müller. München. 1941. 69 S. kl. 8°. (85. Tsd. Ex. bis 1949, zwei weitere Ausg. bis 1962.) 
(11.) Auf zerrissenen Sohlen. Mein Vagabundenbuch. Herder. Freiburg/Br. 1942. V, 336 S. 8° 
(12.) Immer etwas auf dem Kerbholz. Bertelsmann. Gütersloh. 1944. 31 S. kl. 8°. (2 Aufl.) 
(13.) Der Zauberer. Der Quell. Münster. 1948. 295 S. 8° 
(14.) Ohne Serienangabe. Thomas. Kempen. 1949. 130 S. 8°. (95. Tsd. Ex.) 
(15.) Dichter und Arbeiter. Von der Bestimmung der Arbeiterdichtung. Butzon u. Bercker. Kevelaer. 1949. 31 S. kl. 8°. 
(16.) Benze uff Kolben Die Geschichte eines Autonarren. Butzon u. Bercker. Kevelaer. 1950. 206 S. 8°. Abb. 
(17.) Kapitäne der Landstraße. Erzählungen aus der Welt der Fernfahrer. Butzon u. Bercker. Kevelaer. 1950. 31 S. kl. 8° 
(18.) Männer im Gasstrudel. Erzählungen aus der Welt der Installateure. Butzon u. Bercker. Kevelaer. 1950. 32 S. kl. 8°. 
(19.) Das Mädchen auf dem Rappen. Roman. Hundt. Hattingen. 1951. 302 S. 8° 

August Winnig 

* 31.3.1878, + 3.11.1956 Bad Nauheim. Winnig ist Nachkomme der lutherischen Totengräberfamilie der Stadt Blankenburg im Harz und jüngstes Kind von zwölf Geschwistern. Nach der Volksschule lernt er Maurer und arbeitet 12 Jahre in diesem Beruf. Nach der Lehre geht er achtzehnjährig auf die Walz (Mai 1896 - Mitte 1898) und lernt Braunschweig, Hannover, Bremen, Bremerhaven, Münster, Recklinghausen, Herne, Essen, Köln, Rüdesheim und Mannheim kennen. Er fühlt sich bereits als Schriftsteller und Dichter. Wichtig sind ihm seine Erfahrungen in der sozialistischen Bewegung, überall in den größeren Städten sucht er wieder Anschluß, geht zu Vorträgen und Diskussionsabenden. 1900-1902 dient er im Infanterieregiment 46, 1905 wird er Redakteur des Maurer-Fachblattes "Grundstein", ab 1913 ist er für die SPD Mitglied der hamburgischen Bürgerschaft. 1918 wird er zum Reichskommissar des Ostens und zum Botschafter bei den provisorischen Regierungen von Estland und Lettland ernannt, ab 1.7.1919 ist er Oberpräsident von Preußen, außerdem Mitglied der Nationalversammlung. Nach dem mißglückten Kapp-Putsch wurde er von seinem Amt suspendiert und schied aus der SPD aus. Mittlerweile bewegte er sich politischen bereits jenseits des rechten Randes der SPD und hatte den Putsch gebilligt. In einer Biographie von 1933 wird sein "tapferes Eintreten für das deutsche Volkstum" hervorgehoben. Von 1922 bis 1924 studiert er Geschichte und Volkswirtschaft und beginnt dann zu schreiben. Auf eine Reihe autobiographischer Bücher folgen dann Romane, Novellen, Erzählungen und Werke zur politischen Geschichte und zum Christentum, insgesamt circa 40 Bücher. Politisch zieht er sich immer mehr zurück, lehnt auch 1933 die ihm angebotene Führung der deutschen Arbeitsfront ab und bewegt sich in einem konservativen und christlichen Umfeld. 
Seine Erinnerungen an die Walz schreibt er erst nach mehr als zwanzig Jahren aus der Erinnerung auf, sein Wandertagebuch ist teils weggeworfen, teils unleserlich. Auf der Reise lernt er, daß das Maurerdasein für ihn eine wichtige Erfahrung ist, ebenso wie das Reisen, daß er jedoch in beidem keine Erfüllung finden kann. 
(1.) Das Buch Wanderschaft. 
Hanseatische Verlagsanst. Hamburg. 1941. 329 p. 8°. OHLn. 10 Textzeichn. (65. Tsd. Ex. bis 1954) 
Winnig hat darüber hinaus etwa 30 weitere Bücher geschrieben, vor allem politische und religiöse Sachbücher sowie Erzählungen und Romane. Da sich keines mit dem Thema Reisen beschäftigt, wird auf die Bibliographie dieser Publikationen an dieser Stelle verzichtet.(1.) Arbeiter und Reich. in 2 Tln.: 1. Auf falscher bahn. 52 p. 2. Die große Prüfung. 62 p. Teubner. Leipzig. 1937. 8°.  
(.) Der Arbeiter im Dritten Reich. Buchholz u. Wewisswange. Berlin. 1934. 46 p. 8°. 
(.) Am Ausgang der deutschen Ostpolitik. Persönliche Erlebnisse und Erinnerungen. Staatspol. Vlg. Berlin. 1921. 126p. gr. 8°. 
(.) Befreiung. Widerstandsvlg. Berlin. 1926. 32p. 8°. 
(.) Europa. Gedanken eines Deutschen. Eckart. Berlin. 1937. 89 p. gr. 8°. (2 Ausg. bis 1952) 
(.) Frührot. Ein Buch von Heimat und Jugend. Cotta. Stuttgart. 1926. 480p. 8°. (50.Tsd. Ex. bis 1959, 3 Ausg.) 
(.) Gespräch vom Glauben. Eckart. Berlin. 1937. 13 p. 8°. 
(.) Der Glaube an das Proletariat. Widerstandsvlg. Berlin. 1926. 39 p. 8° 
(.) Die Hand Gottes. Warneck. Berlin. 1937. 127 p. 8° (mehrere Ausg. bis 1955) 
(.) Die Hauptberufe des Baugewerbes. Maurer, Zimmerer, Dachdecker. Bensheimer. Mannheim. 1923. IV, 45p. kl. 8°. 
(.) Heimkehr. Erinnerungen 1918-1923. Hanseat. Vlgsanst. 1935. 409 p. 8°. (124. Tsd. Ex. bis 1941, mehrere Ausg. bis 1955) 
(.) In der Höhle. Bertelsmann. Gütersloh. 1941. 63 p. kl 8°. (2 Ausg. bis 1950) 
(.) Aus zwanzig Jahren. Wittig. Hamburg. 1948. 215 p. 8°. (25. Tsd. Ex. bis 1951) 
(.) Im Kreis verbunden. Erzählungen. Mit e. autobiographischen Nachwort. Reclam. Leipzig. 1938. 77 p. kl. 8°. (3 Ausg. bis 1961) 
(.) Käuze und Schelme. Warneck. Berlin. 1940. 126 p. kl. 8°. (2 Ausg. bis 1951) 
(.) Der große Kampf im deutschen Baugewerbe 1910. Bauarbeiterverband. Hamburg. 1911. VII, 288 p. gr. 8°. 
(.) Morgenstunde. Gesammelte Erzählungen. Wittig. Hamburg. 1958. 367p. 8°.  
(.) 400 Tage Ost-Preußen. Widerstands-Vlg. Berlin. 1928. 79 p. gr. 8° 
(.) Das Reich als Republik. Cotta. Stuttgart. 1928. XIV, 386 p. gr. 8°. 
(.) Der dt. Ritterorden u. s. Burgen. Langewiesche. Königstein. 1940. 110 p. 4°. (83. Tsd. Ex.) 

Alois Zettler 

(* 9.10.1854, + 9.10.1942) wandert vier Jahre, von 1872 bis 1876, durch Deutschland (München-Frankfurt), Schweiz, Italien, Österreich-Ungarn, (Zürich-Genf), Tschechei, Frankreich, England und die USA. Dabei sucht er gezielt Stellen, bei denen er als gelernter Elektrotechniker Neues lernen kann, unter anderem arbeitet er bei Edison. Er findet immer Arbeit in Europa und verdient gut, sein Glück verläßt ihn jedoch in Amerika: "Es will mir nicht gelingen, eine Arbeit zu finden. ... Geld brauche ich ganz dringend. Ich hungere schon seit Tagen." Zettler paßt sich an und springt auch auf Züge auf. Auszüge aus seinem Reisetagebuch werden 100 Jahre nach seiner Reise erstmals herausgegeben und vernachlässigen gerade die reisepraktischen Hinweise, sind also für diesen Beitrag wenig ergiebig. Er reist gezielt, weiß, was er will, und nutzt seinen Mut, seine Energie und sein Wissen, indem er ein Jahr nach seiner Rückkehr eine eigene Firma gründet, die heute noch existiert. Damit hatte die Walz ihren Zweck für ihn erfüllt: "Das Tagebuch ist gefüllt, meine Wanderjahre sind zu Ende. Was wird die Zukunft mir bringen?" 

Mario Appelius 

(1.) Bei der Welt zu Gast. Abenteuer in drei Erdteilen. 
Paul Neff. Berlin 1941. 266p. 3 Bll. OLn. 8° 
(2.) Kanonen und Kirschblüten. Leipzig. List 1944. 333 S., 48 Tfll. 
(3.) Die Tragödie Frankreichs. Leipzig: List 1944. 347S. 

  
 
 

11 Bibliographie und Links 

  1. Mario Appelius

  2. Bei der Welt zu Gast. Abenteuer in drei Erdteilen 
    Paul Neff. Berlin 1941. 266p. 3 Bll. OLn. 8° 
  3. Hermann Bausinger et al. (Hg.)

  4. Reisekultur. Von der Pilgerfahrt zum modernen Tourismus 
    C.H. Beck München 1991 
  5. Christian Wilhelm Bechstedt

  6. Meine Handwerksburschenzeit 1805-1810 
    Aufbau. Berlin. 1991.430p. kl. 8°. Obrosch 
  7. Horst Bieber

  8. Eine Stunde Arbeit auf der Waage 
    In: Zeitmagazin 24.11.1972 
  9. P. C. Ettighoffer

  10. Servus Kumpel. Als Landstreicher durch Städte, Dörfer und Herbergen 
    Gütersloh: Bertelsmann 10.-22. Tsd. 1931. 213p. 8° 
  11. Kurt Faber

  12. Mit dem Rucksack nach Indien 
    R. Wunderlich. Tübingen. 1927. 255p. 8°. 4 Tfll., 1 Karte, 16 Textabb. 
  13. Raoul H. Francé

  14. Das Land der Sehnsucht 
    Vlg. Dietz Berlin 1925 
  15. Franz Freiherr von Gaudy

  16. Aus dem Tagebuch eines wandernden Schneidergesellen 
    R. Bein. Berlin. o.J. 139p. kl. 8°. OHLn. 
  17. Herbert Gezork

  18. So sah ich die Welt. Aus dem Weltreise-Tagebuch eines jungen Deutschen 
    J. Oncken. Kassel. 1933. 237p. 8°. Oln. 45 SW-Abb. a. 32 Tfll. 
  19. Arminius Hasemann

  20. Himmel und Hölle auf der Landstraße 
    Behr. Berlin/Leipzig o.J. [1917]. 200p. 8°. 42 Holzschnitte a. Tfll. 
  21. Georg Maria Hofmann (Hg.)

  22. Biedermeier auf Walze. Aufzeichnungen und Briefe des Handwerksburschen Johann Eberhard Dewald 
    Berlin: Schlieffen 1936. 205p. 8°. OLn Textzeichn. 
  23. Michael Holzach, Timm Rautert

  24. Betteln ist schwerer als Arbeiten 
    In: Zeitmagazin 29. August 1975 
  25. Imbeck

  26. 8 Tage Betteln brachten mir 31 Mark und 88 Pfennige ein 
    In: Zeitmagazin 7. Mai 1971 
  27. Michael Jungblut

  28. Heute vor fünfzig Jahren kostete ein Roggenbrötchen 87 Milliarden Mark 
    In: Zeitmagazin vom 12.10.1973 
  29. Michael Kadereit

  30. Wohnsitz: Nirgendwo 
    In: Fernweh Nr. 5 1982, S. 52-53 
  31. Eckart Kleßmann

  32. Sprechen Sie Rotwelsch? 
    In: Zeitmagazin vom 17.1.1975 
  33. Nikos

  34. Tramps 
    In: Fernweh Nr. 5 1982, S. 66-71 
  35. Donatus Pfannmüller

  36. Eine Walz zum Balkan 
    Fredebeul u. Koenen. Essen. 2. A. o.J. 316p. 8°. Zeichn. i. Text. 
  37. Alfred Pfarre 

  38. Probandus. Die Geschichte einer Wanderschaft 
    Hanseatische Verlagsanst. Hamburg. 1923. 248p. 8°. OLn. 16 SW-Abb. a. 16 Tfll. 
  39. Seppl Popfinger

  40. Tippelei um die Welt. Dem Glücke nach durch 36 Staaten 
    Volkskraft. Berlin. 1934. 8°. 247p. 32 SW-Abb. a. 16 Tfll. 
  41. A. Sacerdote

  42. Land und Leute in Italien. (=Langenscheidts Sachwörterbücher)  
    Berlin o.J. (ca. 1906)454p, 44p, 16p. OLn kl. 8° 
  43. Hans Schiemann

  44. Mit Schlapphut, Stenz und Ehrbarkeit 
    Rheinischer Merkur 23.11.1985 
  45. Mathias Ludwig Schroeder

  46. Auf zerrissenen Sohlen. Mein Vagabundenbuch 
    Herder. Freiburg/Br. 1942. 336p. 8°. OHLn. 
  47. Klaus Trappmann (Hrsg.)

  48. Landstrasse - Kunden - Vagabunden. 
    gerhardt. Berlin. 1980. 367p. 8°. OBrosch. Zahlr. SW-Abb. i. Text u. a. Tfll. 
  49. Gisela Völger, Karin Welck (Hg.)

  50. Männerbande - Männerbünde 
    Rautenstrauch-Joest-Museum Köln 1990 
  51. de Waal

  52. Der Rompilger 
    Herder, Freiburg, 1904 
    10,5 x 16,5cm, OLn, 423p, Frontispiz, 110 Abb. i. Text, Eisenbahnkarte u. Stadtplan. 
  53. August Winnig 

  54. Das Buch Wanderschaft 
    Hanseatische Verlagsanst. Hamburg. 1941. 329 p. 8°. OHLn. 10 Textzeichn. 
  55. Siegmund A. Wolf

  56. Deutsche Gaunersprache. Wörterbuch des Rotwelschen 
    Buske Verlag Hamburg 1993 
  57. Alois Zettler GmbH (Hg.) 
    Alois Zettlers Lehr- und Wanderjahre 
    C. Meißner. München. o.J. (ca. 1972) 123p. 8°. OPppbd. Textzeichn.
Links

  • Aktuelles über und für Wandergesellen finden Sie unter www.tippelei.de
  • Eine ungeheure Materialsammlung zum Thema Obdachlose, Bettler, Vagabunden, Randgruppen, Straßenkinder ...

12 Stichwortverzeichnis 

  • Zehrpfennig beim Abschied war nur symbolisch 
  • Fleppen Papiere 
  • Deckel Polizei 
  • Schlummerkies Schlafgeld 
  • stoßen fragen o. betteln um Geld 
  • Schiebung Betrug 
  • Balance Betteln mit erpresserischen 
  • Methoden (Schlagring, Dolch) 
  • Beize Kneipe 
  • Kuckuck Konsulat, Botschaft 
  • gerieben durchtrieben 
  • Winden Personen, Institutionen, die Geld geben 
  • Kalle Lebensgefährtin 
  • Butz, Blauer Polizist 
  • Balwutz Friseur? 
  • Kaff kleiner Ort 

Teil 1 


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